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Medikamente gegen akute Rückenschmerzen

Starke Rückenschmerzen können vorübergehend mit Medikamenten behandelt werden, um den Patienten Erleichterung zu verschaffen und ihnen ihre Bewegungsfähigkeit zurückzugeben. Verschiedene Medikamentengruppen stehen dabei zur Verfügung, wobei die Auswahl von der Stärke und Dauer des Schmerzes sowie der Ursache der Beschwerden abhängt.

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Gegen starke, akute Rückenschmerzen wirken bestimmte Medikamente.
Getty Images/iStockphoto

Für die Behandlung akuter Rückenschmerzen eignen sich in erster Linie so genannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und Kortikosteroide. Da Muskelverspannungen die häufigste Ursache für akute Rückenschmerzen sind, können zusätzlich Mittel zur Entspannung der Muskulatur, so genannte Muskelrelaxanzien, eingesetzt werden.

Medikamente zur Behandlung akuter Rückenschmerzen

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

Zu den nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) zählen Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac und Indometacin. Sie wirken schmerzhemmend, fiebersenkend und entzündungshemmend. NSAR eignen sich aus diesem Grund besonders für die Behandlung von Schmerzen, die durch Entzündungsprozesse hervorgerufen werden. Nicht-steroidale Antirheumatika wirken in gewissem Umfang auch schmerzhemmend, wenn keine Entzündung vorliegt. Dies geschieht über eine Hemmung der Erregbarkeit im zentralen Nervensystem. Bei akuten Rückenschmerzen ist die Wirksamkeit von nicht-steroidalen Antirheumatika gut belegt. Sie werden in der Regel als Tablette eingenommen. 

Aufgrund ihrer Nebenwirkungen sollten sie möglichst nicht über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. NSAR können zu Störungen im Magen-Darm-Trakt (Reizung der Magenschleimhaut, Entstehung von Magengeschwüren) und allergischen Reaktionen (Auslösung von Asthmaanfällen) führen. Das Risiko für Nebenwirkungen nimmt mit der Dauer der Einnahme zu.

Kortikosteroide

Kortikosteroide wie Hydrokortison oder Prednisolon wirken antientzündlich und schmerzdämpfend und sind zur Behandlung starker akuter Rückenschmerzen geeignet. Da sie bei langfristiger und höher dosierter Anwendung erhebliche Nebenwirkungen wie Magengeschwüre, Knochenabbau, gesteigertes Infektionsrisiko oder psychische Störungen verursachen können, sollten sie nur kurzzeitig oder mit Pausen eingesetzt werden.

Lokalanästhetika

Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel) können bei akuten Rückenschmerzen gezielt in die Umgebung betroffener Nerven gespritzt werden. Sie bewirken eine kurzzeitige Unterbrechung der Schmerzleitung (Nervenblockade). Selbst wenn diese nur wenige Stunden andauert, lassen sich dadurch in vielen Fällen die Chronifizierung der Schmerzen und die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses verhindern. Empfohlen wird die Kombination von Lokalanästhetika mit einem Kortikosteroid.

Muskelrelaxanzien

Häufigste Ursache für akute Rückenschmerzen sind Muskelverspannungen und -verhärtungen. Sie treten aufgrund von kontinuierlichen Fehlhaltungen oder Überlastungen auf. Maßnahmen zur Entspannung der Muskulatur verschaffen den Patienten deshalb oft große Erleichterung. Hierbei haben sich so genannte Muskelrelaxanzien wie Tizanidin oder Methocarbamol bewährt. Sie setzen den zentralen Spannungszustand der Skelettmuskulatur herab und hemmen ein übermäßiges Zusammenziehen (Kontraktion). Einige der Substanzen können jedoch abhängig machen und sollten deshalb nicht langfristig eingesetzt werden.

Flupirtin gehört zwar nicht zu den zentralen Muskelrelaxanzien, hat aber unter den Schmerzmitteln indirekt eine skelettmuskel-relaxierende, das heißt gegen eine übermäßige Verspannung gerichtete, Wirkung. Eingesetzt werden darf diese Verbindung allerdings nur, wenn andere Schmerzmittel nicht verwendet werden können.

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 04. August 2014
Durch:
Quellen: Zeitschriften MMW-Fortschritte der Medizin, Fortschritte der Medizin Originalien, Der Schmerz, Fortschritte Neurologische Psychiatrie, Forth, W. et al.: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie

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