Typische Büro-Beschwerden

Nackenschmerzen: So machen Sie Schluss mit Verspannungen!

Eine falsche oder einseitige Haltung belastet die Halswirbelsäule und führt zu schmerzhaften Verspannungen im Nacken. Wir haben die richtigen Übungen auch fürs Büro.

nackenschmerzen
Langes, starres Sitzen am Schreibtisch führt oft zu Verspannungen und somit zu Nackenschmerzen. Aber auch Dauernutzer von Smartphones sind gefährdet.
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Es zieht bis in die Schultern, der Kopf lässt sich schlecht drehen: Von Nackenschmerzen werden bis zu 50 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal im Jahr geplagt. Häufige Ursache ist die dauerhaft starre Sitzhaltung am Schreibtisch. Ein neuerer Auslöser: ausgiebiges Tippen und Wischen auf dem Smartphone.

Auch ungewohnte oder einseitige Belastungen können zu akuten Problemen führen – etwa wenn man schwere Kisten hebt oder die Tasche immer zu voll packt. Ebenfalls kritisch: Zugluft und Stresssituationen. "Als Folge verkrampft und verhärtet die Halsmuskulatur", erklärt Orthopäde und Lifeline-Experte Frank Stehn.

Nackenschmerzen natürlich lindern mit diesen Hausmitteln!

 

Unser Nacken: ein sensibles System

Vier bis sechs Kilogramm wiegt unser Kopf. Allein das belastet die Halswirbelsäule erheblich. Hält man den Kopf dann noch in einer ungünstigen Position, etwa nach vorn verlagert bei der Arbeit am Computer oder nach unten geneigt beim Blick aufs Handy, steigt die Belastung nochmals an – je nach Neigung auf bis zu 22 Kilogramm.

Die hieraus resultierenden Verspannungen führen nicht nur zu unangenehmen Beschwerden im Nacken, sondern oft auch zu Kopfschmerzen oder Kribbeln in Armen und Händen. Der Grund: Verkrampfen die Muskeln, drücken sie auf die Nerven.

Wer unter Nackenbeschwerden leidet, neigt zum Einnehmen einer Schonhaltung. "Mittlerweile zeigen Studien aber, dass moderate Bewegung einer Ruhigstellung deutlich überlegen ist", sagt der Orthopäde.

Drei schnelle Übungen gegen Nackenschmerzen

Plötzlich auftretende Nackenschmerzen kann man meist gut selbst behandeln. Geeignet sind hierfür spezielle Übungen zur Dehnung und Lockerung, die einfach durchzuführen sind und schnell den Schmerz lindern. Übrigens: Das Training empfiehlt sich auch zur Vorbeugung.

  1. Kopfdreher: Setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl. Drehen Sie den Oberkörper leicht nach links und den Kopf anschließend nach rechts. Diese Position kurz halten, anschließend in die jeweils andere Richtung bewegen. Zehn Mal pro Seite wiederholen, nach einer kurzen Pause diesen Durchgang noch zwei Mal wiederholen.
     
  2. Schulterkreisen: Legen Sie die Fingerkuppen von der Seite kommend sanft auf die jeweilige Schulter. Mit den entstandenen "Flügelchen" nun möglichst große Ellbogen-Kreise ausführen, erst langsam nach vorn, dann die Richtung wechseln und nach hinten kreisen. Jeweils 15 bis 25 Wiederholungen, vier Durchgänge.
     
  3. Standnicker: Stellen Sie sich aufrecht hin und beugen Sie langsam den Kopf nach vorn, das Kinn senkt sich Richtung Brustbein. Spüren Sie die Dehnung im Nacken. Anschließend den Kopf wieder in die Ausgangsposition heben. Das Ganze in vier Durchgängen je 20 bis 25 Mal wiederholen.

Kommen zu den Schmerzen noch weitere Symptome wie Lähmungserscheinungen, starke Bewegungseinschränkungen oder Taubheitsgefühle hinzu, sollte man zügig einen Arzt aufsuchen. "Hinter Nackenschmerzen können auch kaputte Bandscheiben, rheumatische Erkrankungen oder Verletzungen wie etwa ein Schleudertrauma stecken", weiß Fachmann Dr. Stehn.

Wärme und Bewegung tun verspannten Nacken gut

Um verkrampfte Muskeln zu lockern, eignet sich neben Bewegung auch Wärme: Kirschkernkissen oder Wärmflasche leisten hier sehr gute Dienste. Ebenfalls entspannend und belebend auf die Muskulatur wirkt ein Balsam mit asiatischen Heilkräutern und ätherischen Ölen, wie Untersuchungen zeigen.

Bei hartnäckigen Verspannungen haben sich neben Massagen auch Shiatsu-Behandlungen bewährt: Tiefgehender Druck auf die betroffenen Körperstellen lockert dabei die Muskeln. Tipp: Wer zu Verspannungen neigt, sollte nicht nur regelmäßig Lockerungsübungen machen, sondern auch ein Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson erlernen.

Was gegen Verspannungen wirklich hilft

Autor:
Letzte Aktualisierung: 16. Februar 2016
Quellen: Interview mit Dr. Stehn; der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung aus dem TV-Magazin "Gong" (Ausgabe 40/15) entnommen.

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