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Bandscheibenvorfall: So sieht die Therapie aus

Fast alle Bandscheibenvorfälle können mit nicht-operativen Methoden behandelt werden. Einige Fälle jedoch werden mit minimal-invasiven Schmerztherapien oder operativen Verfahren behandelt. Auch hier ist das Ziel, die Beweglichkeit des Patienten schnell und ohne große Eingriffe wiederherzustellen.

Bandscheiben-Behandlung
Gegen Bandscheibenbeschwerden gibt es viele verschiedene Behandlungsmethoden.
Getty Images/Hemera

Zur Therapie eines Bandscheibenvorfalls kommen viele unterschiedliche Optionen in Frage. Lassen sich die Beschwerden eines Bandscheiben-Patienten nicht mit herkömmlichen Behandlungsmethoden lindern, ist ein minimal-invasiver, operativer Eingriff denkbar.

Minimal-invasive Schmerztherapie bei Bandscheibenvorfall

Es handelt sich dabei um Therapieverfahren, die mit einem kleinen Eingriff in den Körper verbunden sind. Sie können ambulant oder stationär an Bandscheiben-Patienten durchgeführt werden. Zur Anwendung kommen folgende Behandlungen des Bandscheibenvorfalls:

  • Injektionsverfahren Hierbei werden Medikamente durch eine dünne Kanüle bzw. einen Katheter in die erkrankte Bandscheibe gespritzt. Die geeignetste Stelle für die Injektion ermittelt man zuvor mit Hilfe von Computertomographie und Röntgenkontrastmittel. Injektionsverfahren erlauben eine gezielte und effektive Behandlung von Bandscheibenschmerzen.
  • Periradikuläre Spritzenbehandlung Bei diesem Verfahren werden Medikamente in die Nähe der Nervenwurzeln erkrankter Bandscheiben gespritzt. Auch hierbei gelingt die punktgenaue Platzierung der Injektionsnadel mithilfe von Computertomographie und Röntgenkontrastmittel. So können Bandscheibenvorwölbung, akute und chronische Nervenwurzelreizungen (Ischias-Schmerzen) sowie Beschwerden nach Bandscheibenoperationen behandelt werden.
  • Hitzesondentherapie (Intradiskale Elektrothermale Therapie, IDET) Bei diesem Verfahren wird unter örtlicher Betäubung und Röntgenkontrolle eine dünne Wärmesonde in den Faserring der erkrankten Bandscheibe eingeführt und erwärmt. Ziel ist es, die Schmerzleitung am Faserring zu unterbrechen. Zudem führt die Erwärmung zu einem Umbau des Gewebes am Faserring, sodass er eine gewisse Festigkeit zurückgewinnt.
  • Laserbehandlung Durch eine Laserbehandlung erkrankter Bandscheiben kommt es zum Schrumpfen vorgefallener Bandscheibenanteile. Dadurch werden die akuten Schmerzen beseitigt, zudem stabilisiert sich die Struktur des Bandscheibenfaserrings.
  • Perkutane Nukleotomie Bei diesem Eingriff entfernt man unter örtlicher Betäubung Teile des vorgefallenen Bandscheibenkerns über dünne Röhrchen, die durch die Haut bis zur erkrankten Bandscheibe vorgeschoben werden. Die Kontrolle geschieht mithilfe einer dünnen optischen Sonde (Endoskop). Auch größere Bandscheibenvorfälle mit Wurzelbeteiligung lassen sich durch diese Methode behandeln, die Narbenbildung ist im Gegensatz zu einer offenen Operation gering.

Bandscheibenvorfall-Therapie: Operative Verfahren

Hat die minimal-invasive Therapie des Bandscheibenvorfalls keinen Erfolg beziehungsweise schätzt der behandelnde Arzt sie als wirkungslos ein, kommen als Behandlung größere Bandscheiben-Operationen zum Einsatz.

  • Einsetzen einer Bandscheibenprothese Stark abgenutzte Bandscheiben im Hals- oder Lendenwirbelbereich können durch eine Prothese ersetzt werden. Die künstliche Bandscheibe besteht aus zwei Metallplatten, zwischen denen sich ein beweglicher Kern aus Kunststoff befindet. Dadurch wird die Beweglichkeit in dem erkrankten Wirbelsäulensegment erhalten.
  • Versteifende Bandscheibenoperation Hierbei wird die vorgefallene Bandscheibe durch einen operativen Eingriff entfernt. Anschließend setzt man ein Implantat aus beispielsweise Kunststoff oder Titan in den Bandscheibenraum ein. Die beiden benachbarten Wirbelkörper werden mit Titanschrauben fixiert und verwachsen nach einer gewissen Zeit miteinander. Dadurch kommt es in dem betroffenen Wirbelsäulenabschnitt zu einer Versteifung, die das Ziel dieser Bandscheiben-Therapie darstellt.

Neuere Behandlung: Autologe Bandscheibenzelltransplantation (ADCT)

Bei der autologen Bandscheibenzelltransplantation handelt es sich um ein neues Verfahren zur biologischen Wiederherstellung der Bandscheibe. Die Behandlungsmethode bietet sich besonders bei jüngeren Patienten an, bei denen der Verschleiß der Wirbelsäule noch gering ist. Dem Betroffenen mit Bandscheibenproblemen entnimmt der Arzt gesunde Knorpelzellen, die unter speziellen Bedingungen im Labor vermehrt und anschließend in die erkrankte Bandscheibe gespritzt werden. Die so eingebrachten Zellen können dann neues Bandscheibengewebe aufbauen. Da es sich um körpereigene Zellen handelt, sind bei diesem Verfahren keine Abstoßungsreaktionen zu befürchten. Nach spätestens einem Jahr ist der Aufbau der Bandscheibe abgeschlossen, die Bandscheibenbeschwerden verschwinden.

Bandscheibenbeschwerden mit vielen Behandlungsbausteinen lindern

Zur Behandlung von Bandscheibenbeschwerden gibt es aber auch sanftere Therapie-Optionen. So greifen zum Beispiel physikalische Therapie, sportliche Übungen und Schmerzbehandlung ineinander, um Bandscheiben-Patienten das Leben leichter zu machen.

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 04. August 2014
Durch: / Lifeline
Quellen: Nach Informationen der AWMF-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthopädie (BVO) "Bandscheibenbedingte Ischialgie" (Nr. 033/022, Stand: 2002); Niethard, F.U. & Pfeil, J.: Orthopädie sowie Wirbelsäulenliga e.V.

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