Degenerativer Bandscheibenschaden

Physikalische Therapie hilft dem Stoßdämpfer des Rückens

Degenerativer Bandscheibenschaden kann Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich bedingen

Physikalische Therapie oft hilfreich
Kombinationstherapien helfen gegen degenerative Bandscheibenschäden sowie Bandscheibenvorfall.
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Bei Kreuzschmerzen infolge eines degenerativen Bandscheibenschadens ist eine physikalische Therapie in Kombination mit antientzündlichen Medikamenten oft sehr effektiv. Dabei müssen Rücken- und Bauchmuskeln gestärkt werden.

Tiefsitzende oder chronische Kreuzschmerzen sind weit verbreitet. Schätzungsweise 70 bis 85 Prozent der Erwachsenen haben mindestens einmal im Leben damit zu kämpfen. Ursache kann ein degenerativer Bandscheibenschaden der Lendenwirbelsäule sein. Die lebenslange alltägliche Belastung, der die menschliche Wirbelsäule aufgrund des aufrechten Ganges ausgesetzt ist und die im Lendenwirbelbereich besonders groß ist, sorgt für zunehmenden Verschleiß der Bandscheiben. Im schlimmsten Fall kommt es zum klassischen Bandscheibenvorfall, auch Diskusprolaps genannt.

Werden infolge der Verschleißerscheinungen der Bandscheibe(n) Nerven in Mitleidenschaft gezogen, kommt es neben Schmerzen oftmals auch zu Empfindungsstörungen (Taubheit, Kribbeln). Muskelschwäche oder sogar Lähmungen im Bereich der Beine können ebenfalls zu den Folgen eines degenerativen Bandscheibenschadens zählen.

Bandscheiben-Operation nur selten notwendig

Schwere Bandscheibenerkrankungen können mit operativen Maßnahmen behandelt werden. Doch entgegen der weit verbreiteten Ansicht ist eine Operation nur selten notwendig. Sie sollte die letzte Option bleiben, wenn sich andere nicht-operative Maßnahmen als nicht ausreichend wirksam gegen den degenerativen Bandscheibenschaden herausgestellt haben.

Nervenschädigungen durch die Bandscheibe müssen ausgeschlossen werden

Bei nahezu 90 Prozent der Patienten mit tiefsitzenden Kreuzschmerzen verschwinden die Schmerzen innerhalb von drei Monaten wieder, bei vielen bereits innerhalb weniger Wochen. Beobachtungen zeigen, dass dies auch geschieht, wenn überhaupt keine Therapie durchgeführt wird. Experten empfehlen daher, bei allen Patienten mit tiefsitzenden Kreuzschmerzen grundsätzlich mit nicht-operativen Behandlungen in Form physikalischer Therapien und antientzündlicher Medikamente zu beginnen. Zuvor muss allerdings durch gründliche Untersuchungen sichergestellt werden, dass keine Nervenschädigungen infolge eines Bandscheibenvorfalls vorliegen.

In Bewegung bleiben und Muskeln stärken

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Physikalische Therapien gegen den degenerativen Bandscheibenschaden umfassen unter anderem Krankengymnastik zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur. Die positiven Effekte von Bewegung und Muskelstärkung wurden in zahlreichen Untersuchungen nachgewiesen. Bettruhe mit beispielsweise Stufenbettlagerung ist nur in besonderen Fällen und in der Regel nur für kurze Zeit notwendig. Ansonsten lautet die Empfehlung: Vorsichtiges Bewegen mit speziellen Übungen zur Dehnung, Lockerung und Kräftigung der Rücken- und Bauchmuskulatur hilft. Um Muskelverspannungen zu lösen, werden Kälte- und Wärmetherapien sowie Massagen angewendet. Darüber hinaus können Schmerzen im akuten Stadium durch schmerzstillende, entzündungshemmende Arzneimittel wie die so genannten nicht-steroidalen Antirheumatika und muskelentspannende Medikamente gelindert werden. Das gibt den Betroffenen die Beweglichkeit zurück. Ebenfalls wirksam sind chiropraktische Maßnahmen.

Rückenschule und Entspannungsübungen

Zur umfassenden Therapie von Rückenschmerzen bei degenerativen Bandscheibenschäden gehören auch längerfristig wirkende Maßnahmen wie Rückenschule und Entspannungstechniken. Bei der Rückenschule lernen die Patienten Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Rücken- und Bauchmuskeln, die sie selbständig zu Hause oder bei der Arbeit durchführen können.

Die Anleitung, die Patienten während der Rückenschule erhalten, ist individuell auf ihre jeweiligen Beschwerden und Bedürfnisse zugeschnitten. Entspannungstechniken wie progressive Muskelrelaxation, Yoga oder autogenes Training helfen, Konflikte und stressreiche Situationen besser zu bewältigen sowie Verspannungen der Rückenmuskulatur vorzubeugen. All das in Kombination hilft, degenerative Bandscheibenschäden in Zukunft zu verhindern.

Warnsignal Rückenschmerz: Wann zum Arzt?
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    Sofort zum Arzt bei starken Schmerzen, Kribbeln oder Taubheit

    Ernstzunehmende Warnsignale in Verbindung mit Rückenschmerzen sind starke, ausstrahlende Schmerzen, Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen oder auch ein plötzlicher Kontrollverlust über Blase und Darm. In diesen Fällen sollten Sie sofort den Notarzt rufen. Die Symptome können beispielsweise Folge eines Bandscheibenvorfalls oder einer verletzungsbedingten Verengung des Wirbelsäulenkanals sein, wodurch Nervenwurzeln oder das Rückenmark gedrückt und gereizt werden. Auch Verletzungen mit Funktionseinschränkungen und im Extremfall Funktionsausfällen können drohen.

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    Wenn kurzzeitige Selbstbehandlung nicht anschlägt

    Treten akute Rückenschmerzen auf, behelfen sich viele Betroffene zunächst selbst etwa mit Wärmeanwendungen, Massagen oder rezeptfreien Schmerzmitteln. Doch Achtung: Wenn nach drei bis vier Tagen immer noch Schmerzen bestehen, sollten Sie spätestens dann zum Arzt gehen. Ein Hinauszögern ohne eine wirksame Therapie kann bewirken, dass die Rückenschmerzen chronisch werden, was die Behandlung oft deutlich erschwert.

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    Wenn immer wieder akute Schmerzen auftreten

    Immer wiederkehrende akute Rückenschmerzen sind auf jeden Fall ein Alarmsignal. Dahinter können sich auch Krankheiten verbergen, die unbehandelt manchmal zu schweren und folgenreichen Komplikationen führen. Eine Wirbelsäulenverletzung kann beispielsweise den Wirbelkanal verengen und früher oder später Nerven in Mitleidenschaft ziehen. Warten Sie nicht und lassen Sie die Ursache der Schmerzen am besten umgehend beim Arzt abklären!

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    Wenn die Schmerzen im Zusammenhang mit seelischer Belastung bestehen

    Eine depressive Grundstimmung und anhaltender psychischer Stress etwa durch eine hohe Arbeitsbelastung, lassen die Muskeln verspannen und sorgen häufig für Rückenschmerz. Mehr noch: Die negativen psychischen Einflüsse fördern auch die Chronifizierung, also das Fortbestehen der Schmerzen, in erheblichem Maß. Wenn Rückenschmerzen im Zusammenhang mit seelischer Anspannung und Belastung auftreten, ist es daher ratsam, schnell zum Arzt zu gehen und gegebenenfalls psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen – damit die Rückenprobleme nicht zum Dauerthema werden.

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    Bei zusätzlichen Beschwerden wie Fieber oder Gewichtsverlust

    Höchste Vorsicht geboten ist auch bei gleichzeitig mit Rückenschmerzen auftretendem Fieber und/oder Gewichtsverlust wie auch bei positionsabhängigen Schmerzen. Auch hier empfiehlt sich ein möglichst umgehender Arztbesuch. In diesen Fällen muss der Arzt ernste Ursachen wie Entzündungen und andere Erkrankungen ausschließen.

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Autor: Kathrin Sommer / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2013
Quellen: Madigan, L. et al.: Management of Symptomatic Lumbar Degenerative Disk Disease. Journal of the American Academy of Orthopaedic Surgeons 2009, 17:102-111; Pressemitteilung der American Physical Therapy Association vom 24. Februar 2009

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