Wenn der Knochen schwindet und der Rücken schmerzt
Wenn älteren Frauen der Rücken schmerzt, kann es sich um eine Osteoporose handeln. Der krankhafte Abbau der Knochenmasse ist vor allem eine Folge des Hormonmangels nach den Wechseljahren.
Davon betroffen sind sowohl Männer als auch Frauen, allerdings ist der Verlust an Knochenmasse bei Frauen höher. Vor allem in den ersten Jahren nach der Menopause kommt es aufgrund des Mangels an Östrogenen zu einem besonders starken Abbau von Knochenmasse. In der Folge verändert sich die Struktur des Knochengewebes. Die Knochen verlieren ihre Festigkeit und Elastizität, sodass langfristig eine hohe Gefahr von Wirbelkörper- und Knochenbrüchen (Frakturen) besteht.
Das menschliche Skelett ist während des gesamten Lebens ständigen Umbauprozessen ausgesetzt. Im Kindes- und Jugendalter überwiegen die knochenaufbauenden Vorgänge, ab dem 30. Lebensjahr etwa halten sich abbauende und aufbauende Prozesse die Waage. Im höheren Lebensalter verschiebt sich das Gleichgewicht zugunsten des Knochenabbaus.
Osteoporose verursacht Schmerzen
Osteoporose beginnt oftmals schleichend, die Patienten bemerken zunächst nichts von ihrer Erkrankung. In fortgeschritteneren Stadien hingegen können erhebliche Schmerzen auftreten. Besonders heftig sind die Schmerzen bei einem Bruch der Wirbelkörper. Sie werden von den Patienten als plötzlich einschießend und scharf beschrieben. Meist klingen sie innerhalb einiger Wochen ab.
Aber auch anhaltende chronische Rückenschmerzen können entstehen. Die Wirbelsäule beginnt sich aufgrund von osteoporosebedingten Wirbelkörperbrüchen zu verformen, sodass es zu Fehlhaltungen und dadurch Fehlbelastungen von Rückenmuskeln kommt. Schmerzhafte Verspannungen im Rücken sind die Folge, die als dumpf beschrieben werden und sich über die gesamte Wirbelsäule verteilen.
Auch ganz unabhängig vom Ort des Geschehens wird die Osteoporose von Betroffenen als große Belastung empfunden. Die Patienten fühlen sich "zerbrechlich" und schränken ihre körperlichen Aktivitäten ein: Zum einen, weil sie dabei große Schmerzen haben, zum anderen aus Angst vor weiteren Brüchen.
Die Schmerzen sollten gezielt behandelt werden
Die Einschränkung der Beweglichkeit führt zu einem Teufelskreis, da Bewegungsmangel den Verlust von Knochensubstanz noch verstärkt. So lange jedoch die Schmerzen bestehen, lassen sich Osteoporose-Patienten kaum dazu bringen, an einem Bewegungstraining teilzunehmen, das die knochenaufbauenden Prozesse aktiviert und den Zustand der Knochenstruktur verbessert. Aus diesem Grund sollten die Schmerzen gezielt mit Medikamenten (z.B. kortisonfreien Entzündungshemmern, Opioiden, muskelentspannenden Medikamenten oder Flupirtin) und physiotherapeutischen Maßnahmen (Krankengymnastik, Kälte- und Wärmeanwendungen) behandelt werden.
Wie lässt sich Osteoporose aufhalten?
Körperliche Bewegung fördert die knochenaufbauenden Prozesse, verbessert die Knochenstruktur und stärkt die Muskeln. Das Risiko von Osteoporose bzw. Knochenbrüchen im Alter lässt sich deshalb durch regelmäßige Bewegung senken. Sportliche Höchstleistungen sind dabei nicht gefragt. Schon längere Spaziergänge stellten eine optimale Anforderung an den Bewegungsapparat dar.
Wichtig ist zudem eine gesunde ausgewogene Ernährung, die ausreichend Kalzium (Milch, Milchprodukte) enthält. Kann der Bedarf an Kalzium durch Lebensmittel nicht gedeckt werden, wird die Einnahme von Kalziumtabletten empfohlen. Auch Vitamin D3 sollte bei Bedarf über Tabletten zugeführt werden.
Besteht ein hohes Risiko für osteoporosebedingte Wirbelkörper- und Knochenbrüche, können spezielle Medikamente eingenommen werden, die das Risiko nachweislich senken (z.B. Raloxifen, Bisphosphonate wie Alendronat, Ibandronat). Auch eine Einnahme von Östrogenen bzw. eine Kombinationstherapie mit Östrogenen und Gestagenen ist sehr gut wirksam. Eine medikamentöse Therapie sollte mit dem behandelnden Arzt genau abgestimmt werden.





