Rückenschmerzen: Was bedeutet "chronisch"?

Definition und Formen von chronischen Schmerzen

Laut Definition liegt chronischer Schmerz spätestens dann vor, wenn ein Patient länger als sechs Monate anhaltend oder wiederkehrend unter starken, quälenden Schmerzen leidet.

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Die richtige Behandlung ist wichtig: Chronische Rückenschmerzen können sonst das Leben zur Qual werden lassen.
(c) Stockbyte

Bei chronischen Schmerzen scheint es sich um ein weitverbreitetes Phänomen zu handeln. So wurde schon in einer 1997 im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in acht Großstädten verschiedener Länder durchgeführten Studie festgestellt, dass fast ein Drittel der Befragten innerhalb des davor liegenden Jahres mindestens sechs Monate lang unter wiederkehrenden Schmerzen gelitten hatte.

Wenn der Schmerz keine Warnfunktion mehr erfüllt

Während akuter Schmerz eine wichtige biologische Funktion erfüllt, indem er dem Gehirn ein Warnsignal sendet, um es auf schädliche Reize oder Störungen hinzuweisen, hat der chronische (Rücken-)Schmerz diese Warnfunktion oftmals verloren. Er gilt unter Medizinern inzwischen selbst als eine Art Krankheit, bei der dem Gehirn Schmerzinformationen vermittelt werden, selbst wenn kein auslösender Reiz mehr vorhanden ist.

Ursache für die Entstehung chronischer Schmerzen können Gewebeschäden und sonstige schädigende Einflüsse sein, zum Beispiel infolge eines Unfalls, einer Infektion oder einer Krebserkrankung. Doch im Gegensatz zu akutem Schmerz verschwindet chronischer Schmerz nicht oder nicht vollständig entweder, weil die auslösende Ursache nicht beseitigt werden kann oder weil er sich in der Zwischenzeit verselbstständigt hat.

Als häufigste Formen von chronischen Schmerzen werden beobachtet:

  • Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerz)
  • Rückenschmerzen
  • Tumorschmerzen
  • Neurogene Schmerzen ("Nervenschmerzen" aufgrund einer Schädigung von Nerven hierzu zählen Phantomschmerzen nach Amputation von Gliedmaßen sowie anhaltende Schmerzen nach Operationen oder Erkrankungen des Nervensystems, z.B. Gürtelrose)
  • rheumatische Schmerzen (rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie)
  • Schmerzen bei degenerativen Erkrankungen (Osteoporose, Arthrose)
  • Fibromyalgie (chronische Weichteilbeschwerden, die nicht mit entzündlichen Veränderungen einhergehen)
  • Psychogene Schmerzen (Schmerzen, bei denen keine erkennbare körperliche Ursache vorliegt)

Viele Betroffene gehen trotz ihrer Beschwerden nicht zum Arzt aus Angst vor den Konsequenzen oder weil sie die Symptome herunterspielen. Andere wiederum wechseln ohne Erfolg von einem Arzt zum nächsten. Gerade wenn keine körperliche Ursache für Schmerzen festgestellt werden kann, sind manchmal auch Experten hilflos. In diesem Fall sollte die Überweisung zum Spezialisten erfolgen. Bei rechtzeitiger und adäquater Behandlung kann einem Großteil der Patienten mit chronischen Schmerzen geholfen werden.

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 19. Dezember 2013
Durch:
Quellen: Nach Informationen des National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS)

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