Häufigkeit
Wie verbreitet sind Rückenschmerzen?
Rückenschmerzen betreffen einen großen Teil der Bevölkerung. Im medizinischen Sinne werden darunter Schmerzen oder Unwohlsein im Bereich des Rückens verstanden, die auch in die Beine ausstrahlen und zu starken Einschränkungen im Lebensalltag und der Lebensqualität führen können.
Rückenschmerzen sind einer der häufigsten Gründe für den Besuch beim Hausarzt.
Schätzungen zufolge hatten 60 bis 80 Prozent der deutschen Bevölkerung schon mindestens einmal im Leben Rückenschmerzen. Etwa 40 Prozent haben oft oder sogar dauerhaft damit zu kämpfen.
Jüngere Menschen leiden insgesamt häufiger unter Rückenschmerzen als ältere. Auch aus diesem Grund verursachen Rückenschmerzen enorme volkswirtschaftliche Kosten. Mit einem Anteil von fünf bis zehn Prozent bilden sie die häufigste Ursache für Krankschreibungen. Chronische, also länger als zwölf Wochen anhaltende Rückenschmerzen, führen zu langen Arbeitsunfähigkeitszeiten und nicht selten auch zu Frühberentungen.
Hals- und Lendwirbelsäule sind am häufigsten betroffen
Da die einzelnen Wirbelsäulenabschnitte verschiedenen Belastungen ausgesetzt sind, sind sie auch unterschiedlich häufig von Schmerzen betroffen. So treten mit 62 Prozent die meisten Rückenprobleme im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Hierbei handelt es sich um "Kreuzschmerzen" im klassischen Sinne. Die Halswirbelsäule ist zu 36 Prozent und die Brustwirbelsäule nur zu zwei Prozent betroffen.
Unterschieden werden akute, subakute und chronische Rückenschmerzen. Als akut gelten Rückenprobleme dann, wenn sie nicht länger als sechs Wochen anhalten. Wiederholte oder länger als sechs Wochen andauernde Rückenschmerzen werden als subakut bezeichnet. Sind sie nach zwölf Wochen immer noch nicht verschwunden, werden sie als chronisch eingestuft. In den meisten Fällen bilden sich akute Schmerzen nach ein bis zwei Wochen zurück. Lediglich einer von zehn Betroffenen ist nach sechs Wochen noch nicht beschwerdefrei. Allerdings gibt es eine erschreckend hohe Rückfallquote. So entwickeln rund 40 Prozent aller Patienten, die einen Bandscheibenvorfall mit Reizung der Nervenwurzeln erlitten haben, langfristig chronische Rückenschmerzen.
Auch wenn in 85 Prozent der Fälle die genaue Ursache nicht geklärt werden kann, gehen Mediziner davon aus, dass akute Beschwerden meist von Strukturen des Rückens selbst ausgehen, wie der Wirbelsäule oder den Rückenmuskeln. Lediglich bei zwei Prozent der von Rückenschmerzen betroffenen Erwachsenen liegt der Grund in einer Erkrankung des Magen-Darmtraktes (z.B. Bauchspeicheldrüsenentzündung) oder der Beckenorgane (z.B. Nierenbeckenentzündung).










