Starke Nebenwirkungen möglich

Opioide gegen Rückenschmerzen: Langfristige Wirksamkeit unbelegt

Starke, anhaltende (chronische) Rückenschmerzen werden oft mit Opioiden behandelt. Die Wirksamkeit dieser Medikamente scheint jedoch begrenzt zu sein, wie eine zusammenfassende Auswertung verschiedener Studien ergab. Es besteht möglicherweise ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen und die Entstehung einer Medikamenten-Abhängigkeit.

Langfristige Wirksamkeit von Opioiden ist nicht belegt-stk63631cor.jpg
Opioide wirken kurzfristig gegen Rückenschmerzen, können aber abhängig machen.
(c) George Doyle

Bei Opioiden handelt es sich um Morphium-ähnliche Medikamente. Sie hemmen die Erregungsleitung schmerzvermittelnder Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark, indem sie an speziellen Bindungsstellen, so genannten Opioidrezeptoren, andocken. Sie werden in der Regel nur bei sehr starken Rückenschmerzen eingesetzt.

Opioide gegen Rückenleid meist nur kurzzeitig eingesetzt

In der Untersuchung, in der ein Forscherteam verschiedene Studien aus den Jahren 1966 bis 2005 berücksichtigte, zeigte sich, dass die Verschreibung von Opioiden bei chronischen Rückenschmerzen unterschiedlich gehandhabt wird. Zwischen drei und 66 Prozent der Studienteilnehmer, die an anhaltenden Rückenschmerzen litten, erhielten Opioide. Kurzzeitig konnten die Schmerzen damit in den meisten Fällen gelindert werden. Allerdings unterschied sich die Wirksamkeit der Opioide bei einem direkten Vergleich statistisch nicht von der Wirksamkeit anderer, nicht opioidartiger Schmerzmittel.

Nebenwirkungen von Opioiden: Übelkeit und Abhängigkeit

Ob Opioide auch bei längerfristiger Einnahme von mehr als 16 Wochen noch effektiv gegen Rückenschmerzen wirken, ließ sich anhand der vorliegenden Studien nicht feststellen, dazu war kein Datenmaterial verfügbar. Deutlich hingegen wurde die Gefahr von Nebenwirkungen: Nahezu die Hälfte aller Patienten entwickelte typische Opioid-Beschwerden wie Müdigkeit, Übelkeit, Verstopfung oder Erbrechen.

Darüber hinaus ergaben sich bei bis zu 24 Prozent der Studienteilnehmer Hinweise auf einen Missbrauch bei der Medikamenteneinnahme. Inwiefern bei einer längerfristigen Anwendung von Opioiden gegen Rückenschmerzen tatsächlich ein erhöhtes Abhängigkeitsrisiko besteht, konnte jedoch nicht eindeutig geklärt werden. Dazu reichten das Datenmaterial und die wissenschaftliche Qualität der vorliegenden Studien nicht aus, so die Forscher.

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Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2013
Quellen: Nach Informationen der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine 2007; 146(2): 116-127

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