Experte im Interview

Was tun gegen chronische Rückenschmerzen?

pilates am strand
Bewegung hilft, übermäßiges Schonen dagegen schadet bei chronischen Rückenschmerzen.
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Zwar sind Rückenschmerzen ein sehr häufiges Symptom. Nur selten verbergen sich dahinter aber schwerwiegende Erkrankungen wie Bandscheibenschäden oder bösartige Tumoren. In den meisten Fällen gehen wiederkehrende Rückenschmerzen auf muskuläre Verspannungen zurück, die mit Bewegungsmangel, einseitiger Belastung oder ungünstiger Körperhaltung in Verbindung stehen.

Ungleichgewicht der Muskelgruppen führt zu Rückenschmerz

Der "moderne Mensch", urteilt Dr. Gerhard Müller-Schwefe vom Schmerz- und Palliativzentrum in Göppingen, bewege sich zu wenig oder falsch. Bewegungsmangel oder das Verharren in bestimmten Körperhaltungen führe dazu, dass einige Muskeln geschwächt, andere hingegen überbeansprucht würden.

So entsteht ein Ungleichgewicht zwischen verschiedenen Muskelgruppen, das schmerzhafte Verspannungen und Fehlhaltungen begünstigt. Zunächst akute Rückenschmerzen werden oftmals chronisch, weil sich die schmerzleitenden Nervenzellen verselbständigen und dann permanent, ohne äußere Reize Schmerzsignale an das Gehirn aussenden.

Berufliche Belastung des Rückens

Besonders betroffen sind Personen, die am Schreibtisch arbeiten oder schweren körperlichen Betätigungen etwa in der Landwirtschaft oder im Baugewerbe nachgehen. Die Behandlung, so Müller-Schwefe, umfasse nicht nur die Einnahme von Schmerzmedikamenten, sondern ein ganzes Bündel von Maßnahmen. Neben Krankengymnastik und Bewegungstherapie spielt auch Psychotherapie eine Rolle, um herauszufinden, ob beispielsweise seelische Belastungen in Familie oder Beruf die Ursache für bestehende Verspannungen sind.


Muskelentspannende Medikamente sollten nach Ansicht von Müller-Schwefe bei verspannungsbedingten Rückenschmerzen möglichst frühzeitig eingesetzt werden, um die Chronifizierung zu verhindern.

Therapie von Rückenschmerzen: "Jeder Schritt zählt!"

Doch Medikamente allein können Rückenschmerzen langfristig nicht beseitigen. Körperliche Bewegung ist notwendig, um Verspannungen zu lösen oder diesen vorzubeugen. Bei der Physiotherapie lernen die Patienten, welche Übungen dafür besonders geeignet sind. Aber auch im Alltag lässt sich die körperliche Aktivität oft noch steigern, etwa durch tägliche Spaziergänge, das Benutzen von Treppen statt des Aufzugs oder Fahrten mit dem Fahrrad zum Bäcker.

Fazit von Experte Müller-Schwefe dazu: "Jeder Schritt zählt!".

Die effektivsten Entspannungstechniken gegen Rückenschmerzen

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2015
Durch: sw
Quellen: Interview mit Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe, Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.

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