Aufbau der Wirbelsäule

Warum der Rücken?

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Der Rücken ist der Stützapparat des Rumpfes.
(c) Digital Vision.

Die Wirbelsäule und die Rückenmuskulatur sind Tag für Tag einer hohen Belastung ausgesetzt. Sie bilden den Stützapparat des Rumpfes, der dem Menschen den aufrechten Gang und die Beweglichkeit sichert.

Die Wirbelsäule des Menschen wird in fünf Abschnitte mit jeweils unterschiedlicher Anzahl von Wirbeln unterteilt: Halswirbelsäule: 7 Halswirbel (C1-C7) Brustwirbelsäule: 12 Brustwirbel (Th1-Th12) Lendenwirbelsäule: 5 Lendenwirbel (L1-L5) Kreuzbein: 5 miteinander verschmolzene Kreuzbeinwirbel (S1-S5) Steißbein: 3-5 rudimentäre Steißwirbel (Co1-Co3-5).Sie bildet ein Stützgerüst, das dem Menschen den aufrechten Gang ermöglicht und ein Zusammenfallen des Körpers verhindert. Dabei nimmt die zu tragende Last von oben nach unten zu. Folglich werden die Wirbelkörper, die zusammen mit dem Wirbelbogen und den Wirbelfortsätzen die einzelnen Wirbel bilden, von oben nach unten betrachtet größer und stabiler.

Die Wirbelsäule des Menschen ist doppelt S-förmig gekrümmt und weist einen „Knick" zwischen Hals- und Brustwirbelsäule sowie einen zweiten zwischen Lendenwirbelsäule und Kreuzbein auf. Entscheidend für die Entwicklung vom Vierbeiner zum Zweibeiner war vor allem die Bildung dieser zweiten tiefen Krümmung. Da unsere Wirbelsäule allerdings ursprünglich für andere Aufgaben als die aufrechte Haltung konstruiert war, ist sie in gewisser Hinsicht besonders anfällig für Über- und Fehlbelastung.

Wofür sind Bandscheiben gut?

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Entlang der Wirbelsäule verlaufen die Nervenfasern des Rückenmarks. Sie sind sehr empfindlich und müssen vor mechanischer Einwirkung geschützt werden, etwa vor Erschütterungen oder Stößen bei Bewegungen. Hierfür sorgen zum einen der knöcherne Wirbelkanal und zum anderen die Bandscheiben, die sich zwischen den einzelnen Wirbeln befinden (auch Zwischenwirbelscheiben genannt). Diese bestehen aus einem gallertigen Kern mit einem umgebenden Faserring und puffern wie ein Federungssystem Stöße auf die Wirbelsäule ab. Wie notwendig dies ist, zeigt der Umstand, dass wir abends ein bis zwei Zentimeter kleiner sind als morgens. So wird die Wirbelsäule im Laufe eines Tages kürzer, da die Höhe der Bandscheiben ab- und die Krümmungen der Wirbelsäule zunehmen.

Die Bandscheiben können aber auch überlastet werden. Ist die Beanspruchung zu groß, kann der elastische Faserring den gallertigen Kern der Bandscheiben nicht halten. Dieser wird aus seiner Position heraus in die Zwischenwirbellöcher gepresst und drückt dort auf die Nerven des Rückenmarks oder auf aus dem Wirbelkanal austretende Nerven. In den meisten Fällen tritt ein solcher Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, da hier die Belastung besonders groß ist.

Die Rolle der Rückenmuskeln

Die aktive Bewegung des Rückens wird durch das Zusammenspiel verschiedener Muskeln ermöglicht, die an der Wirbelsäule verankert sind. Sie sorgen für Ausgleichsbewegungen, um das Gleichgewicht beim Stehen und Gehen zu erhalten, aber auch für die notwendigen Volumenänderungen von Brust- und Bauchraum für beispielsweise Atmung, Nahrungsaufnahme, Gewichtszunahme oder Schwangerschaft.

Ohne die Elastizität seiner Muskeln wäre der Rumpf starr und unbeweglich. Allerdings ist die Muskulatur auch einer besonders hohen täglichen Belastung ausgesetzt. Langes Sitzen oder Verharren in einer bestimmten Position oder das Heben / Tragen schwerer Lasten kann zu Verspannungen führen. Dies ist in den meisten Fällen der Grund für einen schmerzenden Rücken. Die Betroffenen geraten dabei nicht selten in einen Teufelskreis: Sie reagieren auf die Schmerzen mit einer Schonhaltung. Verspannungen der Muskulatur können sich dadurch nicht lösen, sondern nehmen eher noch zu, während andere Muskeln überbeansprucht werden. Zusätzlich wird der Stütz- und Bewegungsapparat langfristig geschwächt. Die Intensität der Schmerzen und die Angst vor Bewegung wachsen. Auf diese Weise können sich allmählich chronische Rückenschmerzen entwickeln, ohne dass ein unmittelbarer Schaden an der Wirbelsäule vorliegt.

Die hartnäckigsten Mythen zu Rückenschmerzen
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    Die häufigsten Rücken-Mythen

    Rückenschmerzen hat beinahe jeder mal - wahrscheinlich ein Grund dafür, dass so viele allenfalls Halbwahrheiten darüber die Runde machen. Wir stellen die wichtigsten Rücken-Gerüchte vor.

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    Männer und Frauen haben gleich häufig Rückenschmerzen.

    Falsch! Frauen leiden deutlich häufiger an akuten Rückenschmerzen, die sie außerdem als intensiver beschreiben. Einen Unterschied gibt es außerdem, was den Ort des Schmerzes angeht: Während Frauen häufiger an Nacken- und Schulterschmerzen leiden, beklagen sich Männer öfter über Kreuzschmerzen, also Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbel.

    Getty Images/iStockphoto

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    Sport schützt vor Rückenschmerzen.

    Leider nein. Zwar senkt rückengesunder Sport das Risiko, Rückenschmerzen zu bekommen. Völlig davor gefeit sind aber auch Hobbyathleten nicht - zumal, wenn sie Sportarten wie Badminton oder Bodybuilding ausüben, die dem Rücken eher schaden.

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  • rückenschmerzen frau sport top.jpg
    Einmal Rückenschmerz, immer Rückenschmerz.

    Falsch. Die meisten akuten Rückenschmerzen verschwinden von alleine wieder, oft helfen einfache Maßnahmen wie mehr Bewegung und kleine Sportpausen im Büro.

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    Rückenschmerzen kommen vom aufrechten Gang.

    Stimmt teilweise. Durch das Aufrichten auf zwei Beine im Lauf der Evolution ist unsere Wirbelsäule anfälliger geworden, zum Beispiel für Bandscheibenvorfälle. Aber auch unser Lebensstil spielt eine große Rolle.

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    Rückenleiden sind eine Frage des Alters.

    Nein. Schon Kinder leiden vermehrt an Rückenschmerzen, Ursache Nummer eins ist der Bewegungsmangel. Das stundenlange Sitzen im Büro lässt außerdem vor allem die berufstätigen Altersgruppen über Rückenschmerzen klagen. Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule nehmen zwar mit dem Alter zu, verursachen häufig aber keine Beschwerden.

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    Gerades Sitzen, Stehen und Gehen verhütet Rückenschmerzen.

    Falsch. Dynamik ist das Zauberwort, denn die Rückenmuskeln wollen bewegt werden. Am besten schützt sich also vor Schmerzen, wer öfter mal einen Positionswechsel hinlegt - egal wobei.

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    Rückenschmerzen hängen mit der Psyche zusammen.

    Richtig! In beiden Richtungen gibt es einen Zusammenhang: Einerseits schlagen sich chronische Rückenbeschwerden in Depressionen nieder, andererseits können andauernder Stress und Überbelastung zu Verspannungen und damit Rückenschmerzen führen.

    iStockphoto

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    Die richtige Matratze verhindert Rückenschmerzen.

    Die einen schwören auf eine harte Matratze, andere aufs Wasserbett. Fakt ist, dass Rücken-Experten darauf hinweisen, eine mittelharte Matratze sei am besten. Viele halten die Rolle der Matratze ohnehin für überschätzt und raten, dass jeder für sich herausfindet, welches Bett dem Rücken liegt.

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    Bei Rückenschmerzen muss geröntgt werden.

    Ganz im Gegenteil. Der Hauptverursacher von Rückenschmerzen - nämlich Muskelverspannungen - ist auf Röntgenaufnahmen nicht zu sehen. Erst wenn die Schmerzen lang anhalten und die Ursache unklar ist, kann Röntgen dazu dienen, schwere Grunderkrankungen sichtbar zu machen.

    Getty Images/iStockphoto

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    Ein Bandscheibenvorfall muss operiert werden.

    Mitnichten. In den meisten Fällen lässt sich der Vorfall oder Bandscheibenprolaps gut mit konservativen Methoden behandeln, zum Beispiel Physiotherapie und Schmerzmitteln.

    Getty Images/iStockphoto

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    In der Schwangerschaft ist der dicke Bauch ein Rückenschmerz-Garant.

    Jein. Je fortgeschrittener die Schwangerschaft, desto mehr versuchen werdende Mütter, das wachsende Gewicht von Bauch und Brüsten mit einem Hohlkreuz abzufedern. An Rückenschmerzen in der Schwangerschaft können aber auch die Psyche, Gebärmutterkontraktionen und Bewegungsmangel schuld sein.

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    Kälte kann Rückenschmerzen auslösen.

    Eher nein. An den meisten Rückenbeschwerden, die im Winter schlimmer werden, ist Bewegungsmangel schuld - einfach, weil in den kalten Monaten die Couch für viele zu verlockend scheint. Ausnahme ist etwa ein "Zug" im Nacken, zum Beispiel durch leichtsinniges Cabriofahren.

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    Rückenschmerzpatienten sollten sich schonen.

    Falsch, in fast allen Fällen von Rückenschmerzen wäre Bettruhe Gift. Ausnahmen sind zum Beispiel akute Schmerzen wie bei einem Hexenschuss.

    (c) Brand X Pictures

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2014
Quellen: Frick, H. et al.: Lehrbuch Allgemeine Anatomie, Lippert, H.: Lehrbuch Anatomie sowie nach Informationen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (Broschüre "Chronischer Schmerz", 2001)

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