Spannungskopfschmerz kann die Folge sein
Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur sind nicht nur schmerzhaft, sondern können auch Kopfschmerzen auslösen. Neben Medikamenten helfen vor allem Entspannungsübungen.
Verspannungen der Rückenmuskulatur, speziell der Muskeln im Nacken- und Schulterbereich, sind ein häufiges Phänomen. Nicht nur, dass sie schmerzhaft sind und die Beweglichkeit einschränken. Sie können auch zu sogenanntem Spannungskopfschmerz führen.
Was ist Spannungskopfschmerz?
Für die Diagnose Spannungskopfschmerz müssen mindestens zwei der folgenden Kriterien vorliegen:
- Drückender bis ziehender, nicht pulsierender Schmerz
- leichte bis mäßige Schmerzintensität, die körperliche Aktivitäten allenfalls behindert, aber nicht unmöglich macht
- beidseitiges Auftreten des Schmerzes
- keine Verstärkung des Schmerzes durch körperliche Aktivitäten wie Treppensteigen oder dergleichen.
Charakteristisch für Spannungskopfschmerz sind zudem schmerzhafte Verspannungen der Nackenmuskulatur. Hingegen treten Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, wie sie z.B. bei einer Migräne vorkommen, beim Spannungskopfschmerz nicht auf. Unterschieden wird zwischen einem episodischen, also gelegentlich auftretenden, und einem chronischen, also anhaltenden Spannungskopfschmerz. Als episodisch gilt Spannungskopfschmerz bei wenigstens zehn wiederkehrenden Episoden von mindestens 30 Minuten bis maximal sieben Tagen Dauer und weniger als 15 Kopfschmerztagen pro Monat bzw. 180 Kopfschmerztagen pro Jahr. Als chronisch wird der Schmerz eingestuft, wenn er mindestens 15 Tage pro Monat über einen Zeitraum von wenigstens sechs Monaten auftritt.
Ausgehend von Verspannungen in der Hals-Nackenmuskulatur
Spannungskopfschmerz entsteht auf dem Boden einer Verspannung in der Hals- und Nackenmuskulatur, die sich auch objektiv messen lässt. Es wird vermutet, dass es auf Dauer zu einer übermäßigen Sensibilisierung der schmerzleitenden Nerven kommt, wodurch die Schmerzschwelle und Schmerztoleranz der Betroffenen sinken und sich chronischer Schmerz entwickelt. Dauerhafte Fehlhaltung (z.B. berufsbedingt langes Sitzen vor dem Computer), vermehrter Stress, aber auch fieberhafte Infekte gelten als Ursache für Nackenverspannung und damit indirekt für den Spannungskopfschmerz.
Behandlung und Vorbeugung
Allgemeine Maßnahmen zur Entspannung und zum Stressabbau können helfen, den Ausbruch neuer Schmerzattacken zu verhindern. Dazu gehören: Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, regelmäßiges Ausdauertraining zwei bis drei Mal pro Woche (z.B. Joggen, Schwimmen, Radfahren), Stressmanagement- bzw. Verhaltenstherapie, autogenes Training und Biofeedbacktherapie.
Aber auch die medikamentöse Therapie mit Schmerzmitteln stellt eine wichtige Behandlungsoption bei Spannungskopfschmerzen dar. Geeignete Mittel bei episodischem Spannungskopfschmerz sind Analgetika wie Azetylsalizylsäure, Ibuprofen, Paracetamol und Metamizol sowie auch Flupirtin. Die Wirksamkeit einiger Schmerzmittel kann durch eine Kombination mit Koffein noch gesteigert werden. Beim chronischen Spannungskopfschmerz kommen zusätzlich bzw. bevorzugt sogenannte trizyklische Antidepressiva wie u.a. Amitriptylin, Amitriptylinoxid, Doxepin oder Clomipramin zum Einsatz, oder auch das Muskelrelaxans Tizanidin.
Insbesondere beim chronischen Spannungskopfschmerz sollten die medikamentöse Therapie und allgemeine Maßnahmen zur Entspannung miteinander kombiniert werden, um einen optimalen Behandlungserfolg zu erzielen. Wichtig auch: Die Einnahme von Schmerzmitteln bei chronischem Spannungskopfschmerz sollte auf weniger als zehn Tage im Monat beschränkt bleiben, da es bei dauerhafter Anwendung zu einem medikamentenbedingten Kopfschmerz und damit einer Chronifizierung des Leidens kommen kann.





