Neues Versorgungskonzept für Schmerztherapie

Operationen bei Rückenbeschwerden nicht immer nötig

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Das Befragen eines zweiten Experten soll unnötige Operationen ersparen.
Getty Images/iStockphoto

Ein neues bundesweites Versorgungskonzept soll Patienten unnötige Operationen ersparen und einen besseren Zugang zu neuen Komplextherapien ermöglichen. So lautet die Einschätzung des Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie.

Vor operativen Eingriffen an der Wirbelsäule sollte stets die Zweitmeinung eines Experten eingeholt werden. Denn ein zweites Urteil könne dem Patienten unter umständen eine unnötige Operation ersparen. Zu diesem Ergebnis kommt Dr. Gerhard H.H. Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie. Der Mediziner verweist auf die guten Erfolgsquoten von innovativen Komplextherapien. In nur wenigen Fällen sei eine Operation wirklich sinnvoll. Dennoch steigt die Zahl der Eingriffe und damit einhergehend der Anteil der Patienten, die auch weiterhin mit Schmerzen leben müssen. Schon vor Jahren haben Experten eine massive Fehlversorgung von Rückenschmerz-Patienten in der Regelversorgung festgestellt, geändert hat sich bisher kaum etwas.

Experten der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie haben sich diese Zustände zum Anlass genommen und zusammen mit der Techniker Krankenkasse und der Integrative Managed Care GmbH (IMC) an einem neuen Konzept gearbeitet. Ab sofort soll der Patient nach einer OP-Indikation einen Termin in einem IMC-Kompetenzzentrum bekommen. Dort untersucht ein Team von Schmerztherapeuten, Psychologen und Physiotherapeuten die Indikation. Am Ende der Analyse aller krankheitsrelevanten Faktoren raten die Experten ebenfalls zu einer Operation oder empfehlen ein alternatives, multimodales Behandlungskonzept, das auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmt ist.

Patienten sollen in Zukunft außerdem leichteren Zugang zu Komplextherapien bekommen, die ebenfalls von der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, IMC und einigen Krankenkassen entwickelt wurden. In einer mehrwöchigen Intensiv-Therapie, für die Haus- und Fachärzte mit Schmerz-, Psycho- und Physiotherapeuten zusammenarbeiten, können Patienten erstmals Schmerzfreiheit erlangen. Von 2281 Patienten, die bis Ende letzten Jahres in das Programm aufgenommen wurden, waren 52 Prozent der Patienten nach vier Wochen und ganze 86 Prozent nach acht Wochen wieder arbeitsfähig.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 29. März 2010
Quellen: Informationen der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V.

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Donnerstag, 23. Mai 2013