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Chronischer Schmerz

Wie kann man chronischen Schmerz verhindern?

Chronischer, also länger als sechs Monate anhaltender oder in geringen Zeitabständen wiederkehrender Schmerz, bedeutet für die Betroffenen eine erhebliche Einschränkung ihrer Lebensqualität.

Oft entsteht er aus ursprünglich akutem Schmerz durch die Ausbildung eines "Schmerzgedächtnisses". Die Patienten verspüren dann Schmerzen, obwohl keine erkennbare körperliche Ursache dafür vorliegt. Der beste Weg, etwas dagegen zu tun, besteht darin, den Übergang von akuten Schmerzen in chronische zu verhindern.


Besser vorbeugen als heilen

Um die Entwicklung chronischer Schmerzen zu verhindern, sollten akute Schmerzen möglichst rasch und wirksam behandelt werden, damit sich ein Schmerzgedächtnis gar nicht erst ausbilden kann. Dies gilt im Grunde für alle Erkrankungen oder medizinischen Eingriffe, die mit starken Schmerzen verbunden sind.

Für die Behandlung akuter Rückenschmerzen kommen insbesondere folgende Maßnahmen in Frage:


  • Medikamentöse Schmerztherapie
    Akute Schmerzen, z.B. akute Rückenschmerzen, können kurzfristig mit entzündungshemmenden Wirkstoffen, so genannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR, z.B. Azetylsalizylsäure, Ibuprofen), in Kombination mit Medikamenten zur Muskelentspannung (zentrale Muskelrelaxanzien) behandelt werden. Um Nebenwirkungen zu vermeiden, sollten die Medikamente allerdings nicht länger als einige Tage eingenommen werden. Auch Flupirtin, ein zentral wirkendes Schmerzmittel, das zusätzlich muskelentspannend wirkt, eignet sich zur Behandlung akuter Rückenschmerzen. Um den Übergang akuter Schmerzen in chronische zu verhindern, können darüber hinaus Lokalanästhetika eingesetzt werden. Häufig lässt sich die Wirkung der Medikamente durch die Anwendung von Wärme (seltener auch Kälte) steigern.


  • Bewegung
    Körperliche Bewegung ist hinsichtlich der Vorbeugung chronischer Rückenschmerzen von zentraler Bedeutung. Während den Patienten früher strenge Ruhe verordnet wurde, gilt heute der Grundsatz: So schnell wie möglich körperlich wieder aktiv werden. Dies verhindert, dass die Betroffenen eine dauerhafte Schonhaltung einnehmen, die die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des Bewegungsapparates herabsetzt. Langfristig, jedoch nicht in der akuten Phase, sollten sich alle Patienten mit Rückenschmerzen regelmäßig sportlich betätigen, wobei gezieltes Rückentraining zur Stärkung der Rückenmuskulatur besonders empfohlen wird.


  • Verhaltenstherapie
    Gerade bei der Entstehung chronischer Rückenschmerzen spielen psychosoziale Faktoren offenbar eine große Rolle. Eine depressive Stimmungslage oder herunterspielendes (so genanntes bagatellisierendes) Verhalten gelten beispielsweise als Risikofaktoren. Eine gezielte Verhaltenstherapie kann hier Abhilfe schaffen. Die Patienten erlernen dabei unter anderem Verhaltensstrategien, mit deren Hilfe sie Stress und Belastungen besser bewältigen und kontrollieren können. Dies hellt die Stimmungslage auf und ermöglicht einen lockereren Umgang mit Problemsituationen.



Quelle: Nach Informationen des BMBF, nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation zu akutem Rückenschmerz sowie den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin zu Kreuzschmerzen
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Jul 15, 2008


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