Rückenschmerzen behandeln
Gezielte Behandlung verhindert Chronifizierung
Rückenschmerzen sollten von Anfang an gezielt behandelt werden. Nur so lässt sich sicher verhindern, dass sie chronisch werden und sich ein Schmerzgedächtnis ausbildet.
Zu Beginn der Behandlung steht vor allem die Beseitigung akuter Schmerzen im Vordergrund, um die Bewegungsfähigkeit der Patienten wiederherzustellen und den Teufelskreis einer möglichen Schmerzverstärkung zu durchbrechen. Später kommen Maßnahmen hinzu, die den Rückenschmerz langfristig unterbinden sollen.
Körperliche Bewegung
Körperliche Aktivität ist in den meisten Fällen die beste Medizin. Sie hilft, bestehende Verspannungen in der Muskulatur zu lösen, die häufig Ursache für den Schmerz sind. Sogar Patienten mit starken Rückenschmerzen wird deshalb empfohlen, die Bettruhe nach spätestens zwei Tagen aufzuheben und zumindest leichte Alltagstätigkeiten wieder aufzunehmen. Schon ein Spaziergang oder Baden in warmem Wasser können helfen, in Schwung zu kommen. Auch mit der beruflichen Tätigkeit sollte so bald wie möglich wieder begonnen werden. Schweres Heben oder andere große Anstrengungen sind dabei selbstverständlich noch zu vermeiden.
Lassen die Rückenschmerzen nach einigen Tagen nach, werden ausgedehntere, regelmäßige sportliche Aktivitäten wie Schwimmen oder Radfahren empfohlen. Sie trainieren die Muskeln und stärken dadurch den Rücken. Dabei liegt die Betonung auf regelmäßiger Aktivität.
Medikamentöse Therapie
Bei starken Rückenschmerzen wird die Einnahme von Schmerzmedikamenten empfohlen oder kann auch unumgänglich sein, um den Schmerz kurzfristig abzuschalten und den Teufelskreis der Schmerzentstehung zu durchbrechen. Die Patienten werden dadurch zumindest zeitweise entlastet und können sich körperliche Bewegung wieder zutrauen.
Physiotherapie
Auch physiotherapeutische Maßnahmen wie Wärme- oder Kältebehandlung, Krankengymnastik, Rückenschule, Chirotherapie oder Transkutane Elektrische Nerven-Stimulation (TENS) spielen bei der Behandlung von Rückenschmerzen eine Rolle.
Psychotherapeutische Maßnahmen
Bestimmte Risikofaktoren fördern die Entstehung chronischer Rückenschmerzen. Dazu gehören in erster Linie psychosoziale Faktoren wie eine depressive Stimmungslage, herunterspielendes (bagatellisierendes) Verhalten oder auch die Unfähigkeit, das Ausmaß von Schmerzen und dadurch entstehende Einschränkungen der Umgebung adäquat mitzuteilen. Psychotherapeutische Maßnahmen wie Verhaltenstherapie zum Erlernen von Stressbewältigung und die Vermittlung von Entspannungstechniken sind deshalb für die Behandlung gerade von chronischen Rückenschmerzen zentral. Neuere Untersuchungen zeigen darüber hinaus, dass Akupunktur und Yoga langfristig gegen Rückenschmerzen helfen.
Operation
Nur in Ausnahmefällen, bei äußerst schweren Bandscheibenschäden, wird eine Operation unumgänglich. Hierbei wird die kranke Bandscheibe entfernt oder durch chemische Substanzen aufgelöst. Die Wirbelsäule wird in diesem Bereich gewissermaßen versteift und somit stabilisiert.








