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Hilfreich bei Rückenschmerzen

Verhaltenstherapie und Entspannungstechniken

Bestimmte psychosoziale Faktoren und Verhaltensmuster sind an der Entwicklung chronischer Rückenschmerzen maßgeblich beteiligt.

Verhaltenstherapien zum Umgang mit Stresssituationen und Entspannungstechniken können deshalb eine sinnvolle Ergänzung der medikamentösen und physiotherapeutischen Behandlung chronischer Rückenschmerzen sein.

Verhaltenstherapie

Untersuchungen belegen, dass bestimmte Verhaltensmuster die Chronifizierung von Rückenschmerzen begünstigen. Hierzu zählen eine depressive Stimmungslage mit anhaltend negativer Grundstimmung, etwa als Folge von anhaltendem Stress, aber auch eine den Schmerz herunterspielende Haltung oder die Unfähigkeit, über Schmerzen und Unwohlsein zu kommunizieren.

In gezielten Therapien können sich die Patienten diese Verhaltensmuster und ihre Folgen bewusst machen. Sie erfahren, in welchem Kontext ihre Schmerzen besonders oft auftreten und wie sie dem entgegenwirken können. Gleichzeitig erlernen sie Strategien zum grundlegenden Umgang mit Stress- und Belastungssituationen. Therapieziel ist es, die Betroffenen "immun" gegen Stress zu machen. Sie sollen durch die Therapie ermuntert und befähigt werden, Herausforderungen mit dem positiven Gefühl anzunehmen, diese auch kontrollieren und bewältigen zu können.

Entspannungstechniken

Im Umgang mit Alltags- und Konfliktsituationen können langfristig Entspannungstechniken helfen. Hierzu gehören Yoga, Autogenes Training, Biofeedback, Progressive Muskelentspannung.

• Yoga
Yoga stellt eine Verbindung von Bewegung, Entspannung und bewusster Atemtechnik her. Es verbessert nachweislich die Dehnfähigkeit von Muskeln und Gelenken und regt die Durchblutung an. Die Übenden lernen dabei, sich in bestimmte Körperbereiche "einzuleben".

Eine neuere Studie ergab, dass Yoga-Übungen bei chronischen Schmerzen des unteren Rückens langfristig Linderung verschaffen können. Bei Patienten, die drei Monate lang regelmäßig mit einem Yoga-Lehrer trainiert hatten, besserten sich Schmerzen und Beweglichkeit deutlich.

• Autogenes Training
Beim autogenen Training (=aus dem Selbst entstehendes Üben) handelt es sich um eine Art Selbsthypnose, bei der der Patient durch eine spezielle Technik Ruhe, Entspannung und konzentrative Versenkung seines Bewusstseins herbeiführt. Körperfunktionen wie Herz-Kreislauf-, Atmungs- und Verdauungsprozesse, die normalerweise unwillkürlich ablaufen, können dadurch beeinflusst werden. Durch eine Entspannung der Muskulatur gelingt es, Schmerzen zu lindern und die allgemeine körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zu steigern.

Biofeedback
Biofeedback bezeichnet eine Methode aus der Verhaltenstherapie, bei der die Patienten über geeignete technische Hilfsmittel Rückmeldung über bestimmte Vorgänge in ihrem Körper erhalten. Sie erlernen dadurch bewusste oder unbewusste Regulationsmechanismen, mit denen sie solche Vorgänge in gewissem Umfang steuern können. Biofeedback kann beispielsweise zur Behandlung verspannter Muskulatur eingesetzt werden.

• Progressive Muskelentspannung
Bei der Progressiven Muskelentspannung werden Muskeln wiederholt angespannt und entspannt. Die Konzentration ist dabei auf den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung gerichtet und auf das Gefühl, das sich während dieser Zustände einstellt. Langfristig soll das Verfahren zu einer verbesserten Wahrnehmung des Körpers und einer geringeren allgemeinen Muskelanspannung führen.


Quelle: Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation zu chronisch unspezifischem Rückenschmerz (1997), der Fachzeitschrift Annals of Internal Medicine, Knauth, K. et al.: Physiotherapeutische
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Jul 8, 2008


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