
Rückenschmerz-Behandlung
Neurostimulatoren gegen chronischen Schmerz
Die Neurostimulation kann Patienten mit Rückenschmerzen helfen. Eine aktuelle Studie belegt den Erfolg der Behandlungsmöglichkeit, die von den Krankenkassen bezahlt wird.
Wenn es im Rücken schmerzt oder die Nerven unkontrolliert ihre Schmerzimpulse an das Gehirn schicken, haben Betroffene nicht mehr viel zu lachen. Andauernde Schmerzen machen mürbe, unwirsch und launisch. Auch Schmerztherapeuten kennen diese Situation und versuchen aus den vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten, das individuell erfolgreiche Konzept zu entwickeln.
Doch was geschieht mit Patienten, deren Beschwerden sich nicht mit Medikamenten kontrollieren lassen und die durch jedes Raster fallen?
Bei Patienten, denen mit Arzneimitteln, nichtmedikamentösen oder psychotherapeutischen Verfahren nicht geholfen werden kann, hat sich häufig die Neurostimulation als wirksame Alternative erwiesen", erklärt Dr. med. Jan-Peter Jansen vom Schmerzzentrum Berlin. Bei der Neurostimulation wird eine Elektrode epidural, also zwischen die Wirbel und den eigentlichen Wirbelkanal, platziert. Die Elektrode gibt ständig Impulse an das Rückenmark ab. Die elektrischen Reize gelangen in das Gehirn und überlagern dort die körpereigenen Schmerzsignale.
So funktioniert die Neurostimulation
Gesteuert wird die Elektrode durch einen Stimulator, der unter die Bauchdecke implantiert wird. Während des Eingriffes sind die Patienten wach. Bei einer Probestimulation sollen sie Kribbel-Parästhesien in dem Schmerzareal empfinden. Dadurch wird geprüft, ob die Elektrode richtig liegt. Später können die Patienten die Stärke der Impulse dann selbst programmieren.
Studie belegt Erfolg
Die Ergebnisse der aktuellen PROCESS-Studie konnten den Erfolg belegen. In einer kontrollierten Untersuchung wurden 48 Patienten mit einem Neurostimulator behandelt, 52 Patienten medikamentös. Die durchschnittliche Schmerzintensität der Patienten betrug zu Beginn 75 von 100 möglichen Punkten auf einer Schmerzskala. Nach sechsmonatiger Therapie hatte sich der Punktwert bei 48 Prozent der Neurostimulator-Patienten, aber nur bei 9 Prozent der medikamentös behandelten Betroffenen halbiert.
Die Kosten übernimmt die Krankenkasse
Ob die Neurostimulation als Therapie in Frage kommt, sollte in spezialisierten Zentren entschieden werden. Im Schmerzzentrum Berlin sind wir sehr froh, mit Prof. Klaus Maier-Hauff einen ausgewiesenen Experten für die Entwicklung eines Zentrums für Neurostimulation gewonnen zu haben", sagt Jansen. Die Kosten für das Verfahren werden von den Krankenkassen übernommen.
Geeignet ist die Methode für folgende Patienten:
wenn nicht-operative Therapien keine ausreichende Schmerzlinderung erreichen
es keinen erkennbaren Grund für die Schmerzen gibt
herkömmliche chirurgische Eingriffe zur Schmerzlinderung nicht in Frage kommen
keine unbehandelte Medikamentenabhängigkeit besteht
eine Versuchsbehandlung erfolgreich war.








