
Chronische Rückenschmerzen
Wie lässt es sich im Alltag damit leben?
Für viele Menschen werden Rückenschmerzen zum ständigen Begleiter im Alltag. Im Bett zu bleiben und sich zu schonen ist ein Weg, damit umzugehen. Eine bessere Alternative: Sich in der Freizeit aktiv bewegen.
Rückenschmerzen sind in unserer Gesellschaft mittlerweile zu einem Volksleiden geworden. Häufigste Ursache ist eine berufliche Fehlbelastung. Doch was tun, wenn die Rückenschmerzen überhaupt nicht mehr verschwinden? Nicht bewegen und darauf warten, dass es von allein wieder besser wird?
Experten wie Dr. Dietmar Krause vom Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e.V. haben eine bessere Empfehlung. Danach hilft Schonung bestenfalls kurzzeitig bei schweren akuten Rückenschmerzen, langfristig ist sie dagegen kontraproduktiv und trägt eher zur Verschlimmerung der Beschwerden bei. Körperliche Bewegung hingegen, so Dr. Krause, fördere die Genesung und könne weiteren Rückenschmerzen vorbeugen.
Aktiv werden und die Freizeit genießen
Überhaupt sind Inaktivität und Selbstmitleid schlechte Ratgeber. Auf dem Sofa zu liegen, darüber nachzudenken, wie schön die Zeit vor dem Schmerz war, und mit seinem Schicksal zu hadern, ist zu bestimmten Zeitpunkten der Krankheitsbewältigung vielleicht unvermeidlich - auf lange Sicht allerdings ist es für den Umgang mit chronischen Schmerzen keine Lösung. Aktiv leben, Ablenkung suchen und die Freizeit genießen, sollte stattdessen das Motto sein.
Stichwort "Spazierengehen" - mindestens 10.000 Schritte pro Tag
Spaziergänge im Freien, am besten natürlich in der Natur, wirken für Körper und Geist ungemein entspannend. Der Kopf kann sich an der frischen Luft von unnötigem Gedankenballast befreien, der Kreislauf wird angeregt und die allgemeine Fitness verbessert sich. Außerdem werden die Rückenmuskeln dabei bewegt, sodass sich schmerzhafte Verspannungen lösen können.
Ein guter Anfang, so versichert Sportwissenschaftler Dr. Till Sukopp, sind schon 10.000 Schritte pro Tag. Der Fitnessprofi aus Köln weiß, dass es oftmals nur an der eigenen Bequemlichkeit scheitert. "Ich habe keine Zeit für Sport", ist die typische Ausrede. Dr. Sukopp stattet seine Klienten mit einem Schrittzähler aus. Viele sind dann erstmal erstaunt, wie wenig sie sich bewegen. Allein durch das bewusste Wahrnehmen ihrer täglichen Schrittmenge durch den Schrittzähler verändert sich das Bewegungsverhalten der Betroffenen: Sie kommen plötzlich auf durchschnittlich 2.500 Schritte mehr pro Tag. "Über das Jahr gerechnet ist das ein gewaltiger Zuwachs an Bewegung", so Sukopp.
Jede Form der Ablenkung ist willkommen
Auch jede andere Aktivität, die Unterhaltung bietet und dazu verhilft, die Aufmerksamkeit vom Schmerz weg zu lenken, ist willkommen. Dazu gehören Tanzen und Saunagänge ebenso wie das Besuchen von Kunstausstellungen, Geselligkeit mit Freunden, Kino- und Theaterbesuche. Um den Weg dorthin auch gleich für körperliche Bewegung zu nutzen, sollte dieser statt mit dem Auto besser zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.
Entspannungstechniken können weiterhelfen
Auch das Erlernen von Entspannungstechniken hilft beim Umgang mit Rückenschmerzen im Alltag weiter. Hierzu zählen Yoga, Autogenes Training, Biofeedback und Progressive Muskelentspannung. Sie können die Befindlichkeit von chronischen Schmerzpatienten, gerade bei schmerzhaften Verspannungen der Muskulatur, oftmals erheblich verbessern und wirken zudem ausgleichend auf das seelische Befinden.








