Die wichtigsten Fakten
Osteoporose – Vorbeugung und Behandlung
Bei Osteoporose ("Knochenschwund") werden die Knochen zunehmend porös und verlieren an Substanz. Als Auslöser gelten z.B. Östrogenmangel nach den Wechseljahren, zu wenig Bewegung oder auch genetische Faktoren. Typisch bei Osteoporose sind Knochenbrüche bereits bei geringsten Auslösern sowie Wirbelkörperverformungen, die häufig mit Rückenschmerzen einhergehen. Tatsächlich gilt Osteoporose gerade mit zunehmendem Lebensalter als einer der Hauptrisikofaktoren für Rückenschmerzen. Doch wie kann man Osteoporose vorbeugen – und wie behandeln? Die wichtigsten Fakten und Tipps auf einen Blick.
Osteoporose gehört weltweit zu den zehn häufigsten chronischen Erkrankungen. Allein in Deutschland leiden nahezu acht Millionen Menschen an Osteoporose, besonders häufig betroffen sind Frauen über 50 Jahren. So sind schätzungsweise 7 Prozent der 55-jährigen Frauen nach der Menopause an Osteoporose erkrankt. Der Anteil steigt im Alter von 80 Jahren auf 19 Prozent. Grund dafür ist der mit den Wechseljahren einhergehende Östrogenmangel, der zu einem beschleunigten Abbau der Knochenmasse führt. Doch auch Männer sind vor der Osteoporose und ihren Folgen nicht gefeit. Ursprung der Erkrankung ist ein gestörtes Gleichgewicht zwischen knochenaufbauenden und knochenabbauenden Prozessen, sodass die Knochensubstanz nach und nach verloren geht und die Knochenarchitektur erheblichen Umbauprozessen ausgesetzt ist. Die Folgen können erheblich sein: Starke Schmerzen, die die Beweglichkeit einschränken, und ein hohes Risiko für Knochen- und Wirbelkörperbrüche. Oft reicht schon ein einfacher Sturz für einen solchen Bruch aus. Eine Mediziner-Faustregel besagt, dass sich das Risiko für einen Knochen- oder Wirbelkörperbruch mit jeder Lebensdekade verdoppelt.
Lesen Sie hier hier alle wichtigen Fakten zur Behandlung von Osteoporose. Wie Sie Osteoporose vorbeugen können, lesen Sie hier.
Fakten zur Behandlung von Osteoporose
Grundsätzlich stehen heute gute Möglichkeiten zur Verfügung, um Osteoporose zu behandeln. Ein Hauptziel der Therapie ist es, einem weiteren Fortschreiten des Knochenschwundes vorzubeugen, die Beweglichkeit wieder herzustellen und so wieder mehr Lebensqualität zu ermöglichen. Bei akuten Schmerzen ist eine effektive Schmerztherapie angezeigt.
Medikamentöse Therapie bei Osteoporose
Die gezielte, kombinierte Zufuhr von Kalzium und Vitamin D (in geeigneter Dosierung in Tablettenform) spielt im Hinblick auf die Festigung der Knochensubstanz eine wichtige Rolle im Rahmen der Basistherapie bei Osteoporose.
Um den krankhaften Knochenumbau aufzuhalten und die Knochenfestigkeit wieder zu erhöhen, haben sich bei Osteoporose insbesondere sogenannte Bisphosphonate (z.B. Alendronat) bewährt. Zu den weiteren gängigen Mitteln bei Osteoporose zählen Östrogene (im Rahmen der Hormontherapie in den Wechseljahren), Östrogen-Rezeptor-Modulatoren oder auch das körpereigene Hormon Kalzitonin.
Um akute Schmerzen bei Osteoporose zu lindern, können vorübergehend Schmerzmittel wie z. B. Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol oder Metamizol zum Einsatz kommen. Gerade bei Rückenschmerzen, die sich bei Osteoporose häufig als Folge der krankheitsbedingten Fehlstellung ergeben, hat sich auch der muskelentspannende Wirkstoff Flupirtin als effektiv erwiesen. Mitunter kommen bei starken Schmerzen auch Opioide zum Einsatz.
Physiotherapie und Bewegung
Neben einer medikamentösen Therapie können auch physiotherapeutische Maßnahmen wie beispielsweise Bäder oder Massagen dazu beitragen, chronische Schmerzen bei Osteoporose zu lindern. Eine zentrale Rolle bei der Behandlung spielen auch die Schulung der Patienten und der Erhalt der Beweglichkeit. Krankengymnastische Übungen und gerätegestütztes Krafttraining (unter Anleitung!) werden ebenso empfohlen wie regelmäßiges und moderates Ausdauertraining (z.B. Walking, Aqua-Gymnastik, Spazierengehen), das in den Alltag integriert werden sollte. Nicht zuletzt kommt auch der Sturzprophylaxe (z.B. Balance-Übungen, Beseitigung von "Stolperfallen" im Haushalt) bei Osteoporose eine zentrale Bedeutung zu.
Tipps zur Vorbeugung von Osteoporose
Tipp 1: Die richtige Ernährung: Kalzium & Vitamin D
Die richtige Ernährung spielt für starke Knochen und damit auch für die Vorbeugung von Osteoporose eine ganz zentrale Rolle. Experten empfehlen insbesondere eine ausreichende Zufuhr von Kalzium (das "Knochenmineral") und Vitamin D. Denn Vitamin D sorgt dafür, dass Kalzium in den Knochen eingelagert wird.
Kalziumhaltige Lebensmittel sind z.B.
- Milch
- Milchprodukte (also auch Käse, Joghurt etc.)
- Grünes Gemüse (z.B. Brokkoli)
- Nüsse
Vitamin D Zufuhr steigern z.B. durch
- Aufenthalt im Freien (Anregung der körpereigenen Vitamin D-Produktion durch UV-Strahlung)
- Vitamin D-haltige Nahrungsmittel wie z.B. Hering, Makrele, Eigelb
- Ggf. Nahrungsergänzung mit Vitamin D
Tipp 2: In Bewegung bleiben
Bei Osteoporose gilt: Statt körperlicher Schonung ist Bewegung angesagt, denn Muskelarbeit regt die Knochenbildung an. Schon eine Stunde regelmäßiges Gehen senkt das Risiko für einen Oberschenkelhalsbruch um fünf Prozent. Experten empfehlen daher leichtes bis mittelschweres sportliches Ausdauertraining wie zum Beispiel Nordic Walking oder Fahrradfahren. Auch Spazierengehen oder Gartenarbeit unterstützen bereits den Knochenaufbau.
Tipp 3: Knochenräuber meiden
Bestimmte Nahrungs- und Genussmittel können der Knochensubstanz auf Dauer schaden – nicht umsonst sind sie als "Knochenräuber" bekannt. Zu diesen Knochenräubern zählen:
- Alkohol
- Koffein
- Nikotin
- Phosphate (z.B. in Fleisch- und Wurstwaren aber auch in Limonaden wie Cola)
Wer also Osteoporose vorbeugen möchte, sollte versuchen, hier auf ein vernünftiges Maß zu setzen bzw. den Konsum so weit wie möglich zu reduzieren.
Tipp 4: Untergewicht entlastet nicht unbedingt die Knochen!
Zur Vorbeugung von Osteoporose sollte man versuchen, Untergewicht zu vermeiden. Denn es ist bekannt, dass Untergewichtige vermehrt zu Osteoporose neigen. Der Grund scheint eine unzureichende Zufuhr von wichtigen Mineralstoffen zu sein, die für eine starke Knochensubstanz entscheidend sind.
Tipp 5: Hormontherapie* in den Wechseljahren – im Einzelfall zu entscheiden
Bei Frauen, die unter Wechseljahresbeschwerden wie starken Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen leiden, kann unter Umständen eine Hormontherapie mit Östrogenen (und ggf. Progesteron) zur Linderung der Beschwerden beitragen und gleichzeitig einem durch Östrogenmangel bedingten Knochenschwund vorbeugen. Ob eine Hormontherapie in den Wechseljahren im Einzelfall in Frage kommt, gilt es mit dem behandelnden Arzt zu klären.
*nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung
Jehle, P.M. & Pfeilschifter, J.: Osteoporose – Was ist gesichert in der Therapie? In: der Internist 50(12), (2009), S. 1314-1324
S3-Leitlinie: Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Erwachsenen. Leitlinien Osteologie - Empfehlungen des Dachverbandes Osteologie (DVO), AWMF-Leitlinien-Register-Nr. 034/003 (Stand: Oktober 2009)








