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Verspannung und Entspannung

Den Teufelskreis durchbrechen

Körperliche Bewegung ist der beste Weg, Muskelverspannungen aufzulösen bzw. zu verhindern. Medikamente können dafür kurzfristig den Schmerz ausschalten und die Beweglichkeit der Patienten verbessern.



Schmerzhafte Verspannungen der Rückenmuskulatur führen nicht selten zu einem Teufelskreis aus Schmerz, Schonung (körperlicher Inaktivität) und neuem Schmerz. Die allgemeine Leistungsfähigkeit der Betroffenen sinkt, sie trauen sich immer weniger zu und geben im schlimmsten Fall irgendwann ihre Arbeit und ein intaktes Sozialleben mit Freizeitaktivitäten auf. Ratsam ist es, bereits frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, um eine solche Entwicklung von vornherein zu verhindern.

Vorbeugen ist besser als heilen. Deshalb sollten akute Rückenschmerzen auf der Grundlage von Muskelverspannungen grundsätzlich ernst genommen und rasch behandelt werden. Nur so lässt sich verhindern, dass sich die Verspannungen auf weitere Muskelgruppen ausdehnen, ein Schmerzgedächtnis entsteht und die Schmerzen zum chronischen Problem werden.

Der Arzt kann sicher feststellen, ob bestehende Rückenschmerzen auf Muskelverspannungen zurückgehen oder ob eine andere Erkrankung, etwa ein Bandscheibenschaden, die Ursache ist. Er kann darüber hinaus eine wirksame Therapie gegen die Schmerzen empfehlen. In Frage kommen Schmerzmedikamente für eine kurzzeitige Unterbrechung der Beschwerden und Bewegungstherapien für eine langfristige Besserung. Die erfolgreiche Behandlung von schweren Muskelverspannungen gibt den Patienten Bewegungsfreiheit und Lebensqualität zurück.

Medikamentöse Behandlung

Schwere Muskelverspannungen sollten zumindest zeitweilig mit Medikamenten behandelt werden, um den Schmerz zu unterbrechen. Dies ermöglicht den Patienten, sich wieder zu bewegen, so dass sie die Muskulatur lockern und auf gesunde Weise beanspruchen können.

Zur Behandlung akuter Rückenbeschwerden aufgrund von Muskelverspannungen eignen sich nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) und Kortikosteroide in Kombination mit Mitteln zur Entspannung der Muskulatur (Muskelrelaxanzien). Letztere sind wegen ihrer Nebenwirkungen nur kurzfristig einzusetzen. Sowohl akute als auch chronische Spannungsschmerzen können mit Flupirtin behandelt werden. Es wirkt schmerzhemmend und muskelentspannend und ist auch über einen längeren Zeitraum anwendbar.

Wirken die Medikamente, sollten die Patienten umgehend mit einer vorsichtigen Bewegungstherapie beginnen.

Körperliche Bewegung

Körperliche Bewegung ist die effektivste Maßnahme, um Muskelverspannungen dauerhaft zu lösen bzw. weiteren Verspannungen vorzubeugen. Daher gilt: Lange Bettruhe ist Gift. Sind die schlimmsten Beschwerden beseitigt, sollten die Betroffenen so schnell wie möglich wieder aktiv werden und ihren Lebensalltag aufnehmen. Spezielle Krankengymnastik, Spaziergänge, ein Saunabesuch oder Schwimmen im warmen Wasser helfen, wieder in Schwung zu kommen. Langfristig wird empfohlen, regelmäßig Sport zu treiben, wobei Höchstleistungen keine Rolle spielen sollten. Besonders günstig sind Ausdauersportarten, bei denen möglichst viele Muskeln gleichmäßig beansprucht werden, etwa Schwimmen, Nordic Walking oder Joggen. Auch das Erlernen von Entspannungstechniken wie Yoga oder „Progressiver Muskelentspannung" kann langfristig vor Muskelverspannungen schützen.


Quelle: Leitlinien der DGPMR zu chronisch unspezifischem Rückenschmerz, 1997; BMBF, "Chronischer Schmerz", 2001; der MMW-Fortschritte der Medizin bzw. Fortschritte der Medizin Originalien, Niethard, F. U. & Pfeil, J.: Der Schmerz
Autor: Kathrin Sommer
Stand: Jul 8, 2008


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