
Bandscheibenvorfall
Ist Sport erlaubt oder schädlich?
Dürfen Patienten mit Bandscheibenproblemen eigentlich Sport treiben? Diese häufig gestellte Frage wird von Experten einhellig mit "Ja" beantwortet. Allerdings sind nicht alle Sportarten geeignet.
Patienten, die Bandscheibenprobleme oder sogar bereits einen Bandscheibenvorfall haben, sollten sich keinesfalls vor körperlicher Betätigung scheuen, darin sind sich die Experten einig. Schon während der Rehabilitation nach einem Bandscheibenvorfall gehören Bewegungsübungen zum obligatorischen Programm.
Körperliche Bewegung entlastet die Bandscheiben
Bei einem Bandscheibenvorfall handelt es sich um einen alters- oder belastungsbedingten Verschleiß der Bandscheibe und des stabilisierenden Faserrings. Verantwortlich dafür ist nicht selten chronischer Bewegungsmangel, gepaart mit häufiger Fehlbelastung der Wirbelsäule, etwa durch langes Sitzen am Arbeitsplatz oder berufliche Tätigkeiten in gebeugter Haltung.
Körperliche Bewegung kräftigt die Rückenmuskulatur und verbessert die Körperhaltung. Gleichzeitig lockert sie schmerzhafte Verspannungen der Muskeln. Dies entlastet die Bandscheiben und wirkt ihrem weiteren Verschleiß entgegen. Voraussetzung für den Erfolg des Bewegungstrainings ist allerdings, dass die Bewegung schonend für die Wirbelsäule ist und diese nicht zu sehr durch Stauchung oder Überdehnung belastet.
Welche Sportarten eignen sich?
Zur vorsichtigen Rehabilitation nach einem Bandscheibenvorfall eignen sich alle Übungen, die die Wirbelsäule stabilisieren sowie die Körperhaltung und Koordination verbessern. Dazu zählen beispielsweise Dehn- und Stretchübungen oder Unterwassergymnastik. Die Patienten lernen entsprechende Übungen im Rahmen des Rehabilitationsprogramms von erfahrenen Krankengymnasten und Physiotherapeuten und werden angeleitet, diese auch nach Beendigung des Programms zu Hause regelmäßig fortzuführen.
Darüber hinaus gibt es viele weitere bekannte Sportarten, die man zur Verbesserung der Rückengesundheit auch bei Bandscheibenproblemen ohne Bedenken ausführen kann. Besonders empfohlen werden Ausdauersportarten, die zu einer gleichmäßigen Beanspruchung der Rücken- und Bauchmuskulatur führen. Dazu gehören Schwimmen (nur Rückenschwimmen und Kraulen), Wandern, Nordic Walking und Skilanglauf.
Wann und in welchem Umfang nach einer Bandscheibenoperation mit dem sportlichen Training begonnen werden kann, muss im Einzelfall der behandelnde Arzt entscheiden.
Welche Sportarten sind gefährlich?
Ungeeignet, weil zu stark belastend für die Bandscheiben, sind alle Sportarten, die zu wiederkehrenden Stauchungen der Wirbelsäule führen (z.B. Reiten oder Abfahrtski) oder mit schnellen, wiederholten Überstreckungen der Wirbelsäule und Drehbewegungen des Rumpfes einhergehen (z.B. Tennis, Squash, Badminton oder Turnen). Auch auf die Ausübung von Sportarten, bei denen kurzzeitig große Lasten gehoben werden müssen, sollten Personen mit Bandscheibenproblemen verzichten. Hierunter fallen beispielsweise Sportarten wie Bodybuilding oder Gewichtheben.
Selbst austesten, was gut tut
Grundsätzlich gilt: Der Betroffene muss selbst herausfinden, ob sich die gewählte Bewegungsart gut für seinen Rücken anfühlt oder nicht. Außerdem sollte die Trainingsintensität angemessen sein. Sportliche Höchstleistungen sind bei Rückenproblemen nicht gefragt. Im Vordergrund steht stattdessen der Spaß am Bewegen.








