Gut gebettet gegen Rückenschmerzen

Rückengesund schlafen: Die besten Tipps zu Matratze, Kissen und Co.

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Rückenschmerzen können den Schlaf beeinträchtigen - und umgekehrt kann eine falsche Liegeposition oder ein zu hohes Kissen Verspannungen auslösen.
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Einen nicht unbedeutenden Teil unseres Lebens verbringen wir im Schlaf. Rückenschmerzen können diesen auf empfindliche Weise stören. Müdigkeit und Erschöpfung am nächsten Morgen sind die Folge. Untersuchungen zeigen, dass beispielsweise Patienten mit Rückenschmerzen aufgrund von Nervenschädigungen schlecht schlafen. Umgekehrt kann auch das nächtliche Liegen selbst Rückenschmerzen auslösen.

Rückenschmerzen können den Schlaf auf empfindliche Weise stören. Müdigkeit und Erschöpfung am nächsten Morgen sind die Folge. Untersuchungen zeigen, dass beispielsweise Patienten mit Rückenschmerzen aufgrund von Nervenschädigungen (etwa durch Bandscheibenvorfall) schlecht schlafen. Umgekehrt kann auch das nächtliche Liegen selbst Rückenschmerzen auslösen, wenn Bett und Matratze nicht passen oder eine ungegünstige Haltung im Schlaf eingenommen wird.

Wie sieht das richtige Bett bei Rückenschmerzen aus?

Eine wesentliche Voraussetzung für gesunden Schlaf sind ein gutes Raumklima mit Temperaturen zwischen 16 und 18° Celsius sowie ein geeignetes Bett. Da wir uns im Schlaf häufiger von einer Seite auf die andere bewegen, sollte das Bett mindestens 20 cm länger als die Körpergröße und einen Meter breit sein. Nur so bietet es ausreichend Platz.

Wichtig ist außerdem eine gute Matratze. Sie sollte weder durchhängen noch hart wie ein Brett sein, sondern auf einer flexiblen Unterfederung (Lattenrost) lagern und bei Druck leicht nachgeben. Matratze und Unterfederung sollten gut aufeinander abgestimmt werden. Mehrteilige Matratzen oder alte, abgelegene Matratzen mit Mulden sind für den Rücken Gift. Es lohnt sich deshalb, die Matratze von Zeit zu Zeit auszuwechseln.

Kopfkissen bei Rückenschmerzen: nicht zu dick

In einer Studie wurde unter Hotelgästen der Zusammenhang zwischen der Qualität von Matratzen und der Schlafqualität beziehungsweise dem Auftreten von Rückenschmerzen untersucht. Tatsächlich ergab sich für Personen, die unter chronischen Rückenschmerzen litten, ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Qualität der Matratze und der Tiefe ihres Schlafs.

Die Matratze sollte deshalb sorgfältig ausgewählt werden. Darüber hinaus ist auf die richtige Größe des Kopfkissens zu achten. Ist es zu dick, wird der Kopf überdehnt, und es entstehen leicht Verspannungen in der Nackenmuskulatur. Spezielle Nackenkissen können für eine gesunde Position des Kopfes beim Liegen sorgen.

Wie liegt es sich am besten?

Im Liegen sollten Wirbelsäule und Muskulatur entlastet beziehungsweise entspannt sein. Die Bauchlage eignet sich dafür eher nicht, da der Rücken dabei ein Hohlkreuz bildet und der Kopf überdehnt wird, was zu Verspannungen im Nacken führen kann. Beim Schlafen auf dem Rücken kann ein Kissen unter die Knie gelegt werden. Dies entlastet die Lendenwirbelsäule und beugt einem Hohlkreuz vor.

In der Seitenlage kann ein Kissen zwischen die Knie gelegt werden, wodurch eine Schiefstellung des Beckens korrigiert wird. Bestehen akute Kreuzschmerzen, etwa bei einem Bandscheibenvorfall, sorgt das Schlafen auf dem Rücken im Stufenbett für Entlastung. Die Unterschenkel werden dabei auf einem speziellen Würfel aus Schaumstoff hochgelagert, der im orthopädischen Fachhandel erhältlich ist.

Die hartnäckigsten Mythen zu Rückenschmerzen
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    Die häufigsten Rücken-Mythen

    Rückenschmerzen hat beinahe jeder mal - wahrscheinlich ein Grund dafür, dass so viele allenfalls Halbwahrheiten darüber die Runde machen. Wir stellen die wichtigsten Rücken-Gerüchte vor.

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    Männer und Frauen haben gleich häufig Rückenschmerzen.

    Falsch! Frauen leiden deutlich häufiger an akuten Rückenschmerzen, die sie außerdem als intensiver beschreiben. Einen Unterschied gibt es außerdem, was den Ort des Schmerzes angeht: Während Frauen häufiger an Nacken- und Schulterschmerzen leiden, beklagen sich Männer öfter über Kreuzschmerzen, also Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbel.

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    Sport schützt vor Rückenschmerzen.

    Leider nein. Zwar senkt rückengesunder Sport das Risiko, Rückenschmerzen zu bekommen. Völlig davor gefeit sind aber auch Hobbyathleten nicht - zumal, wenn sie Sportarten wie Badminton oder Bodybuilding ausüben, die dem Rücken eher schaden.

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    Einmal Rückenschmerz, immer Rückenschmerz.

    Falsch. Die meisten akuten Rückenschmerzen verschwinden von alleine wieder, oft helfen einfache Maßnahmen wie mehr Bewegung und kleine Sportpausen im Büro.

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    Rückenschmerzen kommen vom aufrechten Gang.

    Stimmt teilweise. Durch das Aufrichten auf zwei Beine im Lauf der Evolution ist unsere Wirbelsäule anfälliger geworden, zum Beispiel für Bandscheibenvorfälle. Aber auch unser Lebensstil spielt eine große Rolle.

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    Rückenleiden sind eine Frage des Alters.

    Nein. Schon Kinder leiden vermehrt an Rückenschmerzen, Ursache Nummer eins ist der Bewegungsmangel. Das stundenlange Sitzen im Büro lässt außerdem vor allem die berufstätigen Altersgruppen über Rückenschmerzen klagen. Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule nehmen zwar mit dem Alter zu, verursachen häufig aber keine Beschwerden.

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    Gerades Sitzen, Stehen und Gehen verhütet Rückenschmerzen.

    Falsch. Dynamik ist das Zauberwort, denn die Rückenmuskeln wollen bewegt werden. Am besten schützt sich also vor Schmerzen, wer öfter mal einen Positionswechsel hinlegt - egal wobei.

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    Rückenschmerzen hängen mit der Psyche zusammen.

    Richtig! In beiden Richtungen gibt es einen Zusammenhang: Einerseits schlagen sich chronische Rückenbeschwerden in Depressionen nieder, andererseits können andauernder Stress und Überbelastung zu Verspannungen und damit Rückenschmerzen führen.

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    Die richtige Matratze verhindert Rückenschmerzen.

    Die einen schwören auf eine harte Matratze, andere aufs Wasserbett. Fakt ist, dass Rücken-Experten darauf hinweisen, eine mittelharte Matratze sei am besten. Viele halten die Rolle der Matratze ohnehin für überschätzt und raten, dass jeder für sich herausfindet, welches Bett dem Rücken liegt.

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    Bei Rückenschmerzen muss geröntgt werden.

    Ganz im Gegenteil. Der Hauptverursacher von Rückenschmerzen - nämlich Muskelverspannungen - ist auf Röntgenaufnahmen nicht zu sehen. Erst wenn die Schmerzen lang anhalten und die Ursache unklar ist, kann Röntgen dazu dienen, schwere Grunderkrankungen sichtbar zu machen.

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    Ein Bandscheibenvorfall muss operiert werden.

    Mitnichten. In den meisten Fällen lässt sich der Vorfall oder Bandscheibenprolaps gut mit konservativen Methoden behandeln, zum Beispiel Physiotherapie und Schmerzmitteln.

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    In der Schwangerschaft ist der dicke Bauch ein Rückenschmerz-Garant.

    Jein. Je fortgeschrittener die Schwangerschaft, desto mehr versuchen werdende Mütter, das wachsende Gewicht von Bauch und Brüsten mit einem Hohlkreuz abzufedern. An Rückenschmerzen in der Schwangerschaft können aber auch die Psyche, Gebärmutterkontraktionen und Bewegungsmangel schuld sein.

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    Kälte kann Rückenschmerzen auslösen.

    Eher nein. An den meisten Rückenbeschwerden, die im Winter schlimmer werden, ist Bewegungsmangel schuld - einfach, weil in den kalten Monaten die Couch für viele zu verlockend scheint. Ausnahme ist etwa ein "Zug" im Nacken, zum Beispiel durch leichtsinniges Cabriofahren.

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    Rückenschmerzpatienten sollten sich schonen.

    Falsch, in fast allen Fällen von Rückenschmerzen wäre Bettruhe Gift. Ausnahmen sind zum Beispiel akute Schmerzen wie bei einem Hexenschuss.

    (c) Brand X Pictures

Autor: Kathrin Sommer
Letzte Aktualisierung: 13. Januar 2014
Quellen: Nach Informationen der Ärzte Zeitung (23. Oktober 2006), des Forum Schmerz im Deutschen Grünen Kreuz e.V. sowie der Fachzeitschrift Der Schmerz

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