Bandscheibenvorfall: Was hilft mir?
Sport trotz Bandscheibenvorfall: Ja – bloß welcher?

Welche Übungen und Sportarten sich nach dem Vorfall für Bandscheibenpatienten eignen mehr...

Bandscheibenvorfall: Wann ist eine Operation nötig?

Beim Bandscheibenvorfall wird zunächst nicht-operativ behandelt mehr...

Welche Behandlungen infrage kommen

Bandscheibenvorfall: So sieht die Therapie aus

Fast alle Bandscheibenvorfälle können mit konservativen, nicht-operativen Methoden behandelt werden. Einige Fälle jedoch werden mit minimal-invasiven Schmerztherapien oder operativen Verfahren behandelt. Auch hier ist das Ziel, die Beweglichkeit des Patienten schnell und ohne große Eingriffe wiederherzustellen.

Osteopathie Frau
Gegen Bandscheibenbeschwerden gibt es viele verschiedene Behandlungsmethoden.
© iStock.com/Highwaystarz-Photography

Zur Therapie eines Bandscheibenvorfalls kommen viele unterschiedliche Optionen in Frage. Die konservativen Therapiemethoden reichen von Akupunktur und Bewegung über Massagen, Wärmeanwendungen und Ultraschall bis hin zur Gabe verschiedener Schmerzmittel. Operative Verfahren sollten die letzte Option bleiben, wenn sich andere Maßnahmen als nicht ausreichend wirksam gegen den Bandscheibenschaden herausgestellt haben.

Artikelinhalte im Überblick:

Welche Medikamente können die Beschwerden nach einem Bandscheibenvorfall lindern?

Schmerzen können im akuten Stadium durch schmerzstillende, entzündungshemmende Arzneimittel gelindert werden. Das gibt den Betroffenen die Beweglichkeit zurück. Geeignete Medikamente sind Opioide und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), aber auch das gängige Schmerzmittel Paracetamol sowie verschreibungspflichtige Muskelrelaxantien. In Ausnahmefällen kommen auch Antikonvulsiva oder Antidepressiva zum Einsatz.

Physikalische Therapie bei degenerativem Bandscheibenschaden

Zur umfassenden Therapie von Rückenschmerzen bei Bandscheibenschäden sind längerfristig wirkende Maßnahmen sinnvoll. Vor allem bei tiefsitzenden Kreuzschmerzen empfehlen Experten, grundsätzlich mit nicht-operativen Behandlungen in Form von physikalischen Therapien und gegebenenfalls antientzündlichen Medikamenten zu beginnen. Zuvor muss allerdings durch gründliche Untersuchungen sichergestellt werden, dass keine Nervenschädigungen infolge eines Bandscheibenvorfalls vorliegen.

Physikalische Therapien gegen den degenerativen Bandscheibenschaden umfassen unter anderem Krankengymnastik zur Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur. Die positiven Effekte von Bewegung und Muskelstärkung wurden in zahlreichen Untersuchungen nachgewiesen.

Bettruhe mit beispielsweise Stufenbettlagerung ist nur in besonderen Fällen und in der Regel nur für kurze Zeit notwendig. Ansonsten lautet die Empfehlung: Vorsichtiges Bewegen mit speziellen Übungen zur Dehnung, Lockerung und Kräftigung der Rücken- und Bauchmuskulatur hilft. Um Muskelverspannungen zu lösen, werden Kälte- und Wärmetherapien sowie Massagen angewendet.

Rückenschule und Entspannungsübungen bei Bandscheibenvorfall

Bei der Rückenschule lernen Patienten Übungen zur Dehnung und Kräftigung der Rücken- und Bauchmuskeln, die sie selbständig zu Hause oder bei der Arbeit durchführen können. Die Anleitung, die Patienten während der Rückenschule erhalten, ist individuell auf ihre jeweiligen Beschwerden und Bedürfnisse zugeschnitten.

Auch alternative Heilverfahren wie Reiki und Akupunktur, die Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin sind, können die Beschwerden nach einem Bandscheibenvorfall bessern. Entspannungstechniken wie progressive Muskelrelaxation, Yoga oder autogenes Training helfen, Konflikte und stressreiche Situationen besser zu bewältigen sowie Verspannungen der Rückenmuskulatur vorzubeugen. Ebenfalls wirksam sind chiropraktische Maßnahmen. All das in Kombination hilft, degenerative Bandscheibenschäden in Zukunft zu verhindern.

Physikalische Therapie, sportliche Übungen und Schmerzbehandlung greifen ineinander, um die Symptome von Bandscheibenpatienten zu lindern. Bei nahezu 90 Prozent der Patienten mit tiefsitzenden Kreuzschmerzen verschwinden die Beschwerden innerhalb von drei Monaten wieder, bei vielen bereits innerhalb weniger Wochen.

Minimal-invasive Therapie bei Bandscheibenvorfall

Lassen sich die Beschwerden eines Bandscheiben-Patienten nicht mit herkömmlichen Behandlungen lindern, ist ein minimal-invasiver, operativer Eingriff denkbar. Es handelt sich dabei um Therapieverfahren, die mit einem kleinen Eingriff in den Körper verbunden sind. Sie können ambulant oder stationär an Bandscheiben-Patienten durchgeführt werden. Zur Anwendung kommen folgende Behandlungen des Bandscheibenvorfalls:

  • Injektionsverfahren: Hierbei werden Medikamente durch eine dünne Kanüle beziehungsweise einen Katheter in die erkrankte Bandscheibe gespritzt. Die geeignetste Stelle für die Injektion wird zuvor mit Hilfe von Computertomographie und Röntgenkontrastmittel ermittelt. Injektionsverfahren erlauben eine gezielte und effektive Behandlung von Bandscheibenschmerzen.

  • Periradikuläre Spritzenbehandlung: Bei diesem Verfahren werden Medikamente in die Nähe der Nervenwurzeln erkrankter Bandscheiben gespritzt. Auch hier gelingt die punktgenaue Platzierung der Injektionsnadel mithilfe von Computertomographie und Röntgenkontrastmittel. So können Bandscheibenvorwölbung, akute und chronische Nervenwurzelreizungen (Ischias-Schmerzen) sowie Beschwerden nach Bandscheibenoperationen behandelt werden.

  • Hitzesondentherapie (Intradiskale Elektrothermale Therapie, IDET): Unter örtlicher Betäubung und Röntgenkontrolle wird eine dünne Wärmesonde in den Faserring der erkrankten Bandscheibe eingeführt und erwärmt. Ziel der Hitzesondentherapie ist, die Schmerzleitung am Faserring zu unterbrechen. Zudem führt die Erwärmung zu einem Umbau des Gewebes am Faserring, sodass er eine gewisse Festigkeit zurückgewinnt.

  • Laserbehandlung: Durch eine Laserbehandlung erkrankter Bandscheiben kommt es zum Schrumpfen vorgefallener Bandscheibenanteile. Dadurch werden die akuten Schmerzen beseitigt, zudem stabilisiert sich die Struktur des Bandscheibenfaserrings.

  • Perkutane Nukleotomie: Bei diesem Eingriff werden unter örtlicher Betäubung Teile des vorgefallenen Bandscheibenkerns über dünne Röhrchen entfernt. Die Röhrchen werden mithilfe einer dünnen optischen Sonde (Endoskop) durch die Haut bis zur erkrankten Bandscheibe vorgeschoben. Auch größere Bandscheibenvorfälle mit Wurzelbeteiligung lassen sich durch diese Methode behandeln, die Narbenbildung ist im Gegensatz zu einer offenen Operation gering.

Bandscheibenvorfall-Therapie: Operative Verfahren

Hat die minimal-invasive Therapie des Bandscheibenvorfalls keinen Erfolg beziehungsweise schätzt der behandelnde Arzt sie als wirkungslos ein, kommen bei der Therapie größere Bandscheiben-Operationen zum Einsatz.

  • Einsetzen einer Bandscheibenprothese: Stark abgenutzte Bandscheiben im Hals- oder Lendenwirbelbereich können durch eine Prothese ersetzt werden. Die künstliche Bandscheibe besteht aus zwei Metallplatten, zwischen denen sich ein beweglicher Kern aus Kunststoff befindet. Dadurch wird die Beweglichkeit im erkrankten Wirbelsäulensegment erhalten.

  • Versteifende Bandscheibenoperation: Bei diesem Operationsverfahren wird die vorgefallene Bandscheibe durch einen operativen Eingriff entfernt. Anschließend setzt man ein Implantat aus beispielsweise Kunststoff oder Titan in den Bandscheibenraum ein. Die beiden benachbarten Wirbelkörper werden mit Titanschrauben fixiert und verwachsen nach einer gewissen Zeit miteinander. Dadurch kommt es in dem betroffenen Wirbelsäulenabschnitt zu einer Versteifung, die das Ziel dieser Bandscheiben-Therapie darstellt.

Neuere Behandlung: Autologe Bandscheibenzelltransplantation (ADCT)

Bei der autologen Bandscheibenzelltransplantation handelt es sich um ein neues Verfahren zur biologischen Wiederherstellung der Bandscheibe. Die Behandlungsmethode bietet sich besonders bei jüngeren Patienten an, bei denen der Verschleiß der Wirbelsäule noch gering ist. Der Arzt entnimmt beim Betroffenen gesunde Knorpelzellen, die unter speziellen Bedingungen im Labor vermehrt und anschließend in die erkrankte Bandscheibe gespritzt werden. Die so eingebrachten Zellen können dann neues Bandscheibengewebe aufbauen. Da es sich um körpereigene Zellen handelt, sind bei diesem Verfahren keine Abstoßungsreaktionen zu befürchten. Nach spätestens einem Jahr ist der Aufbau der Bandscheibe abgeschlossen, die Bandscheibenbeschwerden verschwinden.

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