Knochenschwund der Wirbelsäule

Knochendichtemessung bei Rückenschmerzen: Osteoporose erkennen

Beginnt der Knochen im Alter zu schwinden, steigt das Risiko für Wirbelkörper- und Knochenbrüche. Eine Knochendichtemessung gibt Aufschluss darüber, ob bereits eine Osteoporose vorliegt oder nicht.

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Osteoporose im Rücken: Besonders Frauen sind gefährdet.
Getty Images/Goodshoot RF

Als Osteoporose bezeichnet man einen verstärkten Abbau von Knochenmasse, in dessen Folge die Knochen ihre Festigkeit und Elastizität verlieren und leichter brechen. Ein erhöhtes Risiko besteht, von Ausnahmen abgesehen, in der Regel nur im höheren Lebensalter. Insbesondere Frauen erkranken bedingt durch den während der Wechseljahre entstehenden Mangel an weiblichen Sexualhormonen häufiger an Osteoporose. Aber auch Männer sind zunehmend gefährdet, da ihre Lebenserwartung stetig steigt.

Knochendichtemessung bei Rückenschmerzen und Osteoporose-Risiko

Um eine beginnende oder bereits fortgeschrittene Osteoporose festzustellen, kann eine Knochendichtemessung (Osteodensitometrie) vorgenommen werden. Sie wird allerdings nur empfohlen, wenn tatsächlich Risiken für einen Knochenschwund vorhanden sind. Solche Risikofaktoren, die zur Durchführung einer Knochendichtemessung berechtigen, sind abhängig vom Lebensalter:

  • Frauen 50-60 Jahre, Männer 60-70 Jahre ▪ Wirbelkörperbruch ▪ Knochenbruch nur im Einzelfall
  • Frauen 60-70 Jahre, Männer 70-80 Jahre ▪ Wirbelkörperbruch ▪ Knochenbruch ▪ Bruch am körpernahen Ende des Oberschenkels bei einem Elternteil ▪ Untergewicht ▪ Rauchen ▪ häufige Stürze ▪ starke Bewegungseinschränkung (Immobilität)
  • Frauen >70 Jahre, Männer >80 Jahre ▪ Lebensalter als alleiniges Risiko ausreichend

Was ist eine Knochendichtemessung?

Sie zeigt an, ob eine Osteoporose vorliegt und wie groß das Risiko für Wirbelkörper- und Knochenbrüche einzuschätzen ist. Aus den Ergebnissen der Knochendichtemessung können eventuell notwendige Behandlungsmaßnahmen abgeleitet werden.

Verschiedene Verfahren dienen zur Bestimmung der Knochendichte

Das derzeitige Standardverfahren zur Knochendichtemessung ist die sogenannte Zweispektren-Röntgenabsorptionsmessung (Dual-X-Ray-Absorptiometrie, DXA). Es handelt sich dabei um ein Röntgenverfahren, bei dem die Knochendichte der Lendenwirbelsäule und des körpernahen Endes des Oberschenkels gemessen werden. Schon kleine Veränderungen der Knochendichte von wenigen Prozent lassen sich mit dieser Methode feststellen. Zudem liegen umfangreiche Datensammlungen mit Vergleichswerten für Frauen und Männer unterschiedlicher Altersklassen vor, weshalb die Untersuchung hinsichtlich des Knochenbruchrisikos als aussagekräftig gilt. Sie kann alle zwei Jahre wiederholt werden.

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Die sogenannte quantitative Computertomographie erlaubt neben der Bestimmung der Knochendichte auch eine bildliche Darstellung der Knochenfeinstruktur. Allerdings ist die Strahlenbelastung bei diesem Verfahren erheblich höher als bei der DXA, weshalb sie zur Verlaufskontrolle bei bestehender Osteoporose nicht empfohlen wird. Mithilfe quantitativer Ultraschallverfahren wird die Geschwindigkeit des Ultraschalls auf dem Weg durch beispielsweise Finger, Mittelhand, Mittelfuß oder Fersen- / Schienbeinbereich gemessen. Dies erlaubt Aussagen zur "Steifigkeit" des Knochens, aus der sich das Knochenbruchrisiko ableiten lässt. Eine Messung der Knochendichte selbst ist mit Ultraschall nicht möglich. Da diese jedoch im Falle einer Osteoporose unumgänglich ist, um beispielsweise den Erfolg einer medikamentösen Therapie beurteilen zu können, muss zusätzlich eine DXA durchgeführt werden. Im Allgemeinen gilt deshalb die DXA als Methode der Wahl.

Wer trägt die Kosten der Untersuchung?

Eine Untersuchung zur Knochendichtemessung sollte von einem Facharzt für Orthopädie vorgenommen werden, der Erfahrung bei der Diagnostizierung von Osteoporose hat. Die Untersuchung ist eine "Individuelle Gesundheitsleistung" (IGel), gehört also nicht zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung. Der Patient muss deshalb die Ausgaben für eine Knochendichtemessung in der Regel selbst tragen, nur in Ausnahmefällen, etwa bei Vorliegen bestimmter Risikofaktoren, findet eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse statt. Die Kosten für eine DXA belaufen sich laut der Gebührenverordnung für Ärzte derzeit auf 17,50 bis 32,00 EUR.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 26. Juni 2013
Quellen: S3-Leitlinie des Dachverbands Deutschsprachiger Wissenschaftlicher Gesellschaften für Osteologie zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Osteoporose bei Frauen ab der Menopause, bei Männern ab dem 60. Lebensjahr (2006) sowie Gebührenordnung für Ärzte

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