Schmerz durch Stress, Reizdarm, Fibromyalgie

Rückenschmerzen ohne körperliche Ursachen

Nicht immer lassen sich körperliche Ursachen für anhaltende Rückenschmerzen finden. Man spricht dann von einer so genannten funktionellen Störung. Patienten mit einer solchen Erkrankung profitieren vor allem von Therapieformen, die eine aktive Mitarbeit verlangen.

Aktiver Umgang mit den Beschwerden kann helfen-105943260.jpg
Stress kann Rückenschmerzen auslösen.
Getty Images/iStockphoto

So sind einer neuen Studie von Experten für psychosomatische Medizin zufolge psychotherapeutische Gespräche, Entspannungsübungen und körperliche Bewegung oft wirksamer als Therapien wie beispielsweise Spritzen und Operationen, die der Patient passiv über sich ergehen lassen muss. Eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Patient scheint ebenfalls von besonderer Bedeutung bei Rückenschmerzen zu sein. Daneben kann auch der Einsatz von Medikamenten, die das allgemeine psychische Befinden der Patienten verbessern, helfen.

Zu den Schmerzauslösern zählen Fibromyalgie und Reizdarm

Funktionelle Störungen, zu denen beispielsweise der Reizdarm, das chronische Müdigkeitssyndrom und die Fibromyalgie - eine Erkrankung mit chronischen Schmerzen im Muskel- und Bindegewebe - zählen, sind eine häufige Erscheinung. Schätzungsweise 30 Prozent derjenigen, die den Hausarzt aufsuchen, leiden darunter. Typische Symptome einer funktionellen Störung sind chronische Rückenschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Verdauungsprobleme, ohne dass körperliche Ursachen festgestellt werden können.

Stress und Traumata als Ursache für Rückenschmerz

Als Auslöser für funktionelle Störungen gelten Stress- und Konfliktsituationen sowie plötzliche negative Ereignisse wie tragische Verluste oder Unfälle. Auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit können später zu einer funktionellen Störung führen. Genetische Ursachen spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

Gutes Verhältnis zum Arzt lindert Rückenschmerzen

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    Sie leiden an Rückenschmerzen und stellen sich Fragen wie: Wieso gerade ich? Sind die Beschwerden gefährlich? Muss ich zum Arzt? Der Selbsttest hilft Ihnen, die Ursachen einzugrenzen.

Das Verhalten des Arztes hat laut der aktueller Untersuchung einen großen Einfluss auf funktionelle Beschwerden von Patienten. Werden beispielsweise immer mehr diagnostische Maßnahmen zur Erhebung körperlicher Befunde eingeleitet, kann dies zu einer Verstärkung der körperlichen Symptome bei den Rückenschmerz-Betroffenen führen.

Die Autoren der Studie fordern deshalb, dass Studenten und Ärzte mit einem speziellen Trainingsprogramm besser im Umgang mit Patienten, die Rückenschmerzen durch funktionelle Störungen haben, geschult werden sollten. Ein solches Programm sollte ihrer Meinung nach fester Bestandteil der medizinischen Aus- und Weiterbildung werden.

Die hartnäckigsten Mythen zu Rückenschmerzen

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Letzte Aktualisierung: 31. Oktober 2015
Quellen: Nach einer Presseinformation des Universitätsklinikums Heidelberg

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