Viel Diagnose, wenig Therapie

Immer mehr Klinikaufenthalte wegen Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind bei den Volkskrankheiten ganz vorne mit dabei, beinahe jeder hat einmal im Leben damit zu tun. Wie weit verbreitet Probleme an der Wirbelsäule tatsächlich sind, machen neue Zahlen der Krankenkasse Barmer GEK deutlich.

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Patienten mit Rückenschmerzen begeben sich zunehmend in Kliniken – oft finden sie dort allerdings keine Hilfe, sondern werden lediglich in Röntgen- oder CT-Gerät geschoben.
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Die Zahl der Krankenhausaufenthalte aufgrund von Rückenbeschwerden kletterte im Zeitraum zwischen 2006 und 2014 um 47 Prozent auf 415.000. Das haben Daten ergeben, welche die Krankenkasse im "Report Krankenhaus 2015" veröffentlichte.

Besonders alarmierend: Bei einem Drittel dieser Rückenschmerzpatienten wird in der Klinik lediglich bildgebende Diagnostik vorgenommen, aber keine Behandlung wie eine Schmerztherapie oder Operation. Entsprechend reduzierte sich die Verweildauer im Krankenhaus seit 2006 auf durchschnittlich 7,7 Tage – ein Rückgang um zwölf Prozent.

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Unnötige Eingriffe und Röntgenuntersuchungen

Zugleich stieg die Zahl der Bandscheiben-OPs im selben Zeitraum um gut zwölf Prozent an. Dabei sind viele der Eingriffe unnötig, mahnen Experten seit langem. Meist reicht eine konservative Therapie aus. Patienten mit Bandscheibenvorfällen raten sie dazu, vor der Operation unbedingt eine zweite Meinung einzuholen. So lasse sich eine unnötige OP am besten vermeiden, weiß auch der Barmer-GEK-Vorstandsvorsitzende Christoph Straub.

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Geringe Zufriedenheitswerte nach Rückenbehandlungen

Und unnötige Rückenoperationen sowie Röntgenuntersuchungen gibt es neuen Zahlen zufolge jede Menge. Auch die Zahl der Patienten, die gegen ihre Kreuzschmerzen Injektionen erhalten, wuchs zwischen 2006 und 2012 um mehr als 100 Prozent an.

Passend dazu sind die Patienten, die sich aufgrund ihrer Rückenschmerzen ins Krankenhaus begeben müssen, mit der Versorgung dort alles andere als zufrieden. Nur ein Drittel ist nach einer Umfrage der Krankenkasse eineinhalb Jahre nach dem Klinikaufenthalt noch schmerzfrei. Zudem zeigten sich nur jeder zweite Operierte und jeder Vierte, der eine Schmerztherapie erhalten hatte, glücklich über den Behandlungserfolg.

Nicht nur zur Diagnose der Rückenschmerzen in die Klinik kommen

"Wir sehen eine deutliche Fehlentwicklung", resümiert Straub angesichts dieser Zahlen. "Kreuzschmerz-Patienten sollten im Krankenhaus auch tatsächlich eine Behandlung erhalten, ansonsten gehören sie dort nicht hin. Damit die Betroffenen erst gar nicht in der Klinik landen, muss die Behandlung viel früher ansetzen, bevor sich die Schmerzen chronifizieren. Hierzu braucht es eine professionelle und fachübergreifende Versorgung durch niedergelassene Ärzte."

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Letzte Aktualisierung: 24. Juli 2015

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