Woher chronischer Schmerz kommen kann

Auslöser von chronischen Rückenschmerzen

Für die Entstehung von chronischem Rückenschmerz sind verschiedene Auslöser verantwortlich

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Viele Faktoren im Leben können auf Dauer Rückenleiden verursachen.
Getty Images/iStockphoto

Für die Entstehung von chronischem Rückenschmerz sind verschiedene Auslöser verantwortlich. Falsche Bewegungsgewohnheiten und auch psychosoziale Faktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle. Der Schmerz sollte in keinem Fall bagatellisiert werden.

Hinter anhaltenden Rückenschmerzen können sich schwerwiegendere Krankheiten wie Wirbelsäulenerkrankungen, Osteoporose, Tumoren oder Erkrankungen anderer Organe verbergen. Doch in vielen Fällen kann die Ursache für den akuten Schmerz beseitigt werden und die Betroffenen leiden dennoch weiter.

Akute Rückenschmerzen führen oft zu einem Teufelskreis: Die Schmerzen bewirken, dass die Patienten eine Schonhaltung einnehmen und sich weniger bewegen. Dies senkt auf Dauer die Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des Bewegungsapparates, wodurch die Schmerzen weiter anhalten oder sich sogar verstärken. Die Betroffenen spüren dies und schränken ihre Aktivitäten weiter ein, anstatt aktiv dagegen anzukämpfen.

Risikofaktoren für chronische Rückenschmerzen im Überblick

  • Anhaltende Fehl- und Überbelastung des Rückens und der Gelenke, zum Beispiel beruflich bedingt.

  • Depressive Stimmungslage: Eine negative Grundstimmung, zum Beispiel als Folge von anhaltendem Stress in Privat- oder Berufsleben, führt zu verstärkter Muskelanspannung und fördert die Chronifizierung von Rückenschmerzen in erheblichem Maße. Die Betroffenen konzentrieren sich sehr stark auf ihren Schmerz und empfinden ihn als besondere Bedrohung.

  • Bagatellisierende Haltung: Auch der Versuch, Schmerzen zu ignorieren und zu bagatellisieren, erhöht das Risiko für deren Chronifizierung. Vor allem Personen, die von klein an auf Leistung und Durchhalten getrimmt sind, muten sich oft zu viel zu und belasten ihren Körper zu stark.

  • Unfähigkeit zur Kommunikation von Schmerz: Personen, die ihrer Umwelt das Ausmaß ihrer Schmerzen nicht verbal mitteilen können, drücken sich häufig durch entsprechende leidende Körperhaltung und Mimik aus. Auch sie neigen zur Entwicklung von chronischem Rückenschmerz.

Insgesamt scheinen die psychosozialen Faktoren für die Entstehung chronischer Rückenschmerzen eine größere Bedeutung zu haben, als körperliche Belastungsfaktoren. Verhaltenstherapie spielt daher bei der Behandlung von Patienten mit Rückenschmerzen eine entscheidende Rolle.

Rückenschmerzen ohne körperliche Ursachen

Nicht immer lassen sich körperliche Ursachen für anhaltende Rückenschmerzen finden. Man spricht dann von einer so genannten funktionellen Störung. Patienten mit einer solchen Erkrankung profitieren vor allem von Therapieformen, die eine aktive Mitarbeit verlangen.

Zu den Schmerzauslösern zählen Fibromyalgie und Reizdarm

Funktionelle Störungen, zu denen beispielsweise der Reizdarm, das chronische Müdigkeitssyndrom und die Fibromyalgie - eine Erkrankung mit chronischen Schmerzen im Muskel- und Bindegewebe - zählen, sind eine häufige Erscheinung. Schätzungsweise 30 Prozent derjenigen, die den Hausarzt aufsuchen, leiden darunter. Typische Symptome einer funktionellen Störung sind chronische Rückenschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen oder Verdauungsprobleme, ohne dass körperliche Ursachen festgestellt werden können.

Stress und Traumata als Ursache für Rückenschmerz

Als Auslöser für funktionelle Störungen gelten Stress- und Konfliktsituationen sowie plötzliche negative Ereignisse wie tragische Verluste oder Unfälle. Auch traumatische Erlebnisse in der Kindheit können später zu einer funktionellen Störung führen. Genetische Ursachen spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

Gutes Verhältnis zum Arzt lindert Rückenschmerzen

Das Verhalten des Arztes hat laut der aktueller Untersuchung einen großen Einfluss auf funktionelle Beschwerden von Patienten. Werden beispielsweise immer mehr diagnostische Maßnahmen zur Erhebung körperlicher Befunde eingeleitet, kann dies zu einer Verstärkung der körperlichen Symptome bei den Rückenschmerz-Betroffenen führen.

  • zum Selbsttest

    Sie leiden an Rückenschmerzen und stellen sich Fragen wie: Wieso gerade ich? Sind die Beschwerden gefährlich? Muss ich zum Arzt? Der Selbsttest hilft Ihnen, die Ursachen einzugrenzen.

Die Autoren der Studie fordern deshalb, dass Studenten und Ärzte mit einem speziellen Trainingsprogramm besser im Umgang mit Patienten, die Rückenschmerzen durch funktionelle Störungen haben, geschult werden sollten. Ein solches Programm sollte ihrer Meinung nach fester Bestandteil der medizinischen Aus- und Weiterbildung werden.

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