Rückenschmerzen und Schuppenflechte im Doppelpack

Psoriasis-Arthritis kann auch die Wirbelsäule betreffen

Treten Rückenschmerzen gemeinsam mit dem typischen Erscheinungsbild der Schuppenflechte auf, kann eine Psoriasis-Arthritis dahinterstecken. Da die Gelenk- und Rückenbeschwerden auch unabhängig von Hautsymptomen auftreten, ist die Diagnose schwierig.

Rueckenschmerzen und Schuppenflechte im Doppelpack-124016785.jpg
Psoriasis-Arthritis an der Wirbelsäule kann auch ohne Beteiligung der Haut auftreten.
Getty Images/iStockphoto

Schuppenflechte, die sogenannte Psoriasis, ist eine chronische Erkrankung, bei der es zu charakteristischen Entzündungsherden an der Haut kommt. Galt sie früher als klassische Hautkrankheit, ist inzwischen bekannt, dass es sich bei der Psoriasis um ein komplexes, über die Haut hinausgehendes Krankheitsgeschehen handelt. So können neben der Haut und den Nägeln auch Gelenke zum Beispiel im Rücken von den Entzündungsreaktionen betroffen sein. Man spricht dann von der sogenannten Psoriasis-Arthritis. Darüber hinaus scheint die Psoriasis mit anderen Erkrankungen wie Herz-Kreislaufkrankheiten und der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus vergesellschaftet zu sein.

Psoriasis-Arthritis ohne Hautsymptome schwer zu erkennen

Etwa 0,02 bis 0,4 Prozent der Gesamtbevölkerung - das sind bis zu vier von tausend  Menschen - erkranken an Psoriasis-Arthritis. Schätzungen gehen außerdem davon aus, dass etwa zehn Prozent der Patienten mit Schuppenflechte eine Psoriasis-Arthritis entwickeln. Die Häufigkeitsangaben schwanken jedoch stark, da die Diagnose oft schwierig zu stellen ist. Denn bei vermutlich jedem fünften Betroffenen tritt die Psoriasis-Arthritis ohne vorausgehende oder begleitende Hautsymptome auf.

  • zum Selbsttest

    Sie leiden an Rückenschmerzen und stellen sich Fragen wie: Wieso gerade ich? Sind die Beschwerden gefährlich? Muss ich zum Arzt? Der Selbsttest hilft Ihnen, die Ursachen einzugrenzen.

Kleine Wirbelkörper und -gelenke von Psoriasis-Arthritis betroffen

Die Psoriasis-Arthritis zeichnet sich durch Entzündungsreaktionen an Gelenken und Sehnenansätzen aus. Ihr Erscheinungsbild ist vielfältig. Bei vermutlich einem Drittel der Patienten sind die Wirbelsäule und die Kreuz-Darmbein-Gelenke (Ileosakralgelenke) sowie die Achillessehne betroffen. Aus diesem Grund wird die Krankheit auch zu den rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen, insbesondere den sogenannten Spondylarthropathien gerechnet, zu denen auch der Morbus Bechterew gehört. Typisch für Psoriasis-Arthritis sind zudem eine Beteiligung der Finger- und Zehengelenke, wobei nicht selten sogar alle Gelenke eines einzigen Fingers oder einer Zehe (sogenannte „Wurstfinger“ und „-zehen“) entzündet sind. Auch Knie- und Sprunggelenke sind häufig entzündlich verändert.

Entzündlicher Rückenschmerz begleitet Psoriasis-Arthritis

Der durch eine Psoriasis-Arthritis verursachte Rückenschmerz wird - wie bei den anderen Spondyloarthropathien auch - als "entzündlicher" Rückenschmerz bezeichnet, da er auf Entzündungen im Bereich der Wirbelkörper (Spondylitis), Bandscheiben (Spondylodiscitis), kleinen Wirbelgelenke oder Ileosakralgelenke (Sakroiliitis) zurückgeht. Häufig fangen entzündliche Rückenschmerzen im Kreuz oder in den Gesäßhälften an. Besonders stark ausgeprägt sind die Schmerzen nachts und morgens nach dem Aufstehen.

Ruhe oder Schonung verschlechtern die Beschwerden eher noch, hingegen kann körperliche Bewegung Linderung verschaffen. Die bei der Psoriasis-Arthritis auftretenden Rückenbeschwerden ähneln im Erscheinungsbild den Beschwerden, die bei Morbus Bechterew vorkommen, sind aber in der Regel weniger stark ausgeprägt.

Therapie der Psoriasis-Arthritis frühzeitig beginnen

Aufgrund der Schmerzen und Bewegungseinschränkungen ist die Lebensqualität bei einer Psoriasis-Arthritis der Wirbelsäule nicht selten deutlich beeinträchtigt. Darüber hinaus schreitet die Krankheit meist fort und kann langfristig erhebliche Schäden an den Gelenken hervorrufen. Es wird deshalb empfohlen, sie frühzeitig konsequent zu behandeln.

Bei leichten Formen der Erkrankung kommen insbesondere sogenannte nichtsteroidale, antientzündliche Wirkstoffe (incht-steroidale Antirheumatika) wie Diclofenac zum Einsatz. Zudem haben sich physikalische Therapien wie die Bädertherapie (Balneotherapie) und Krankengymnastik als wirksam erwiesen. Diese Maßnahmen unterstützen die Schmerzlinderung, beeinflussen Entzündungen günstig und verbessern die Beweglichkeit der Gelenke.

Je nach Schweregrad können zur Behandlung einer Psoriasis-Arthritis im Bereich des Rückens zusätzlich Rheumamittel einzeln oder in Kombination angewendet werden, die der Arzt je nach individuellem Krankheitsbild verschreibt.

Rückenschmerzen
Faszientraining bei Rückenschmerzen
Hilfe für verklebte Fasern

Unser Körper ist durchzogen von Faszien. Ein spezielles Training kann helfen, wenn sie verkleben mehr...

Urlaub ohne Rückenschmerzen
Urlaubstipps für den Rücken

Schwere Koffer, lange Anreise – so verderben Ihnen Rückenschmerzen nicht die Ferien mehr...

Noch Fragen zu Rückenschmerzen?

Dr. Frank Stehn beantwortet Ihre Rückenschmerz-Fragen - kostenlos und innerhalb weniger Tage

zum Expertenrat
Rücken-Forum

Einfach mal Dampf ablassen und mit anderen Rückenschmerzpatienten quatschen? Hier gehts zum Forum!

zum Forum
Selbsttest
Aktuelle Fragen

Zum Seitenanfang