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BWS Schmerzen mit organischen Begleiterscheinungen - was tun?

Kategorie: Special-rueckenschmerz.de » Expertenrat Rückenschmerz | Expertenfrage

09.12.2018 | 12:35 Uhr

Schönen guten Tag,

Ich bin mittlerweile physisch und psychisch ziemlich am Boden, da ich selbst gar nicht mehr weiss was mir noch gut tut und was ich machen soll, und das geht schon fast drei Monate.

Kurz zu meiner Person: weiblich, mitte dreissig, sportlich, sitzende Bürotätigkeit.

Vorbeschwerden: Bandscheibenvorfall LW4/5 vor drei Jahren (wurde auch durch Spritzen behandelt und hat seitdem keine merklichen Probleme mehr verursacht), Vorwölbungen in der HWS, sehr oft verspannte, verhärtete Nacken-,Schulter-,Halsmuskulatur

Angefangen hat alles im Fitnesstudio als ich Bauchmuskeltraining gemacht habe und den Bauch einmal zu wenig angespannt habe ist es mir in der Brustwirbelsäule von der Wirbelsäule ausgehend ziemlich in die Rippen gefahren. Danach bin ich auch noch aufs Laufband (Intervalltraining mit starker Atmung) und nachts kam dann der brennende Rückenschmerz entlang der Wirbelsäule. 

Da Spritzen (unter Röntgen mit Kortison) fast nichts oder nur sehr kurzweilig geholfen haben, Schmerzmittel auch nur mäßig (ibu 800 und Novalgin) und der Chiroparktiker nach krachen lassen von oben bis unten gefühlt alles nur schlimmer gemacht hat, wurde ein MRT gemacht. Diagnose, zwei Bandscheiben Vorwölbungen, Segment 4/5 links mediolaterale und 6/7 rechts mediolaterale Bandscheibenhernierung, welche am Hauptnerv kratzen und Morbus Scheuermann. Begleitend zu den Rückenschmerzen habe ich Engegefühl in der Brust, bis zur Atemnot, ständiges Herzrasen, was bis zu Pochen im ganzen Körper führt, sowie Schwindel, Kopfschmerzen, Muskelzucken in Bauch und Beinen, eine extrem verhärtete Bauchdecke, und Stechen vorne mittig, am Zwerchfell sowie an den unteren Rippen an beiden Seiten des Brustkorbs. Irgendwie habe ich das Gefühl, einen Gurt um den Brustkorb zu haben, dass irgendwas im Brustkorb abgeklemmt oder verschoben ist, oder dass von der Wirbelsäule her etwas ganz gewaltig drückt. Die Therpeuten sagen ich habe eine leichte Skoliose, eine wenig geschwungene, gerade Wirbelsäule und ein starres, etwas schiefes Becken. Ich wurde von sämtlichen Fachärzten untersucht, Herz, Lunge, Neurologe, HNO, Blutbild, alles unauffällig.

Ich mache Physio (manuelle Therapie und Wärme), gehe zum Osteopathen, Dorn Therapie und mache selbst ein paar Übungen. Nichts bringt wirklich Linderung, teilweise habe ich sogar das Gefühl zu viel Dehnen und vor allem Drehen macht das Ganze eher noch schlimmer (vor allem Zwerchfellübungen).

Die organischen Begleiterscheinungen treiben mich zusehends mehr in einen Panikzustand mit ständiger innerer Unruhe und die Ärzte sagen mir nicht mehr als nimm weiter Schmerzmittel und mach KG und sonst ist es wohl psychosomatisch. Ich habe zusätzlich privat gerade Stress und vor 5 Wochen zu Rauchen aufgehört, aber es ist für mich sehr schwer zu glauben dass es alles psychosomatisch ist, ebenso ist es für mich Wahnsinn wenn diese Symthome alle vom Rücken kommen können.

Vielen herzlichen Dank für jegliche Hilfestellung!

 

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Bisherige Antworten
Experte-Stehn
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14.12.2018, 08:46 Uhr
Antwort von Experte-Stehn

Sehr geehrte Farfallina85,

die beschriebenen Bandscheibenvorwölbungen bei Th 4/5 und Th 6/7 können sicher für einen Teil Ihrer Beschwerden mitverantwortlich sein. Das gesamte Bild Ihrer Beschwerden ist jedoch nur sehr schwer allein auf diese zurückzuführen.

Möglicherweise werden einige der Symptome durch Ihre sonstigen Belastungen ausgelöst oder zumindest verstärkt wahrgenommen. Die Psyche spielt gerade bei der Wahrnehmung von Schmerzen eine sehr große Rolle und sollte in die Beurteilung eines Krankheitsbildes daher immer unbedingt mit einbezogen werden.

Therapeutisch wird Ihnen ja offenbar eine Menge sinnvoller Dinge angeboten. Versuchen Sie für sich, die Dinge herauszufiltern, die Ihnen gut tun.

Machen Sie vor allen Dingen nicht zuviel!

Zur Ausheilung von Bandscheibenerktrankungen braucht es oft viel Ruhe! Die geschädigten Bandscheiben und gedrückten Nerven müssen aus ihrem gereizten Zustand herauskommen. Erst dann lassen sie sich langsam wieder mit Übungen belasten.

Also: versuchen Sie bitte, sich auf allen möglichen Ebenen zu beruhigen!

Hierzu wünsche ich Ihnen viel Erfolg und gute Besserung

Ihr Dr. med. Frank Stehn

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