Bandscheibenprolaps LWK 4/5

Kategorie: Special-rueckenschmerz.de » Expertenrat Rückenschmerz | Expertenfrage

07.10.2017 | 14:01 Uhr

Hallo liebes Expertenteam,

ich habe seit ca 2 Monaten immer wieder in Schüben starke Schmerzen in der LWS.

Vom Arzt wurde ich zum MRT überwiesen. Laut Befund habe ich folgendes:

- Verdacht auf bilaterale Spondylolyse in Höhe LWK5/SWK1, in diesem Segment zus. Kleiner rechts mediolateraler ascendierender Bandscheibenprolaps mit enger Nachbarschaft zu der Nervenwurzel S1 rechts recessal

- kleiner flacher mittelständiger subligamentärer Bandscheibenprolaps in Höhe LWK 4/5 ohne Beeinträchtigung der neuralen Strukturen.

Mein Arzt meinte nur: ja, das ist die Bandscheibe..

Und verschrieb mir krankengymnastik. Nachdem ich eine Weile schmerzfrei war, hatte ich nun am Mittwoch wieder leichte Schmerzen. Zufällig hatte ich Mittwoch auch einen Termin bei der Krankengymnastik und konnte da endlich mal deutlich machen wo ich Schmerzen habe, wenn sie denn auftreten. Der Therapeut meinte nach kurzem Beweglichkeitscheck dass ich eine Blockade in der Hüfte hätte und macht eine Druckpunktbehandlung. Danach ging bei mir nichts mehr. Ich kann mich kaum noch rühren und habe so starke Schmerzen wie noch nie zuvor.

Meine Frage ist eigentlich nur:

Was genau befeutet mein Befund?

Ist es normal dass ich alle 4-6 Wochen Schmerzen habe?

Hat der Therapeut evtl alles noch schlimmer gemacht?

Wie lange dauert es bis so ein Bandscheibenvorfall ausgeheilt ist?

Ich bin langsam echt verzweifelt.

Vielen Dank für die Unterstützung.

Gruß aus Hamburg

Hilke

 

Noch kurz zu meiner Person: ich mache bereits seit Jahren viel Sport, u.a. auch für den Rücken. Hatte also immer das Gefühl dass mein Rücken bereits gestärkt ist.

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Bisherige Antworten
Experte-Stehn
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11.10.2017, 22:17 Uhr
Antwort von Experte-Stehn

Sehr geehrte hilke82,

in dem MRT-Befund wird der Verdacht auf eine Unterbrechung der Wirbelbögen im 5. Lendenwirbel geäußert; zwischen dem 5. Lendenwirbel und dem 1. Kreuzbeinwirbel besteht ein kleiner Bandscheibenvorfall, der sich sehr nahe am 1. Kreuzbeinnerv auf der rechten Seite befindet. Zwischen dem 4. und em 5. Lendenwirbel findet sich ebenfalls ein kleine bandscheibenvorfall, der aber wohl nicht auf Nerven drücken kann.

Rückenschmerzen können, je nach Belastung, Trainingszustand und  Widerstandskraft durchaus immer wieder mal auftreten. Daher ist es sehr wichtig, gerade bei ungünstigen Voraussetzungen (Bandscheibenveränderungen, Unterbrechung der Wirbelbögen), den Rücken dauernd im bestmöglichen Zustand zu halten; ob dies durch regelmäßiges Rückentraining, viel oder wenig Bewegung, Gewichtsreduktion, Massagen, Krankengymnastik oder andere Maßnahmen möglich ist, hängt dabei natürlich ganz von den individuellen Voraussetzungen ab.

Nach Muskelbehandlungen kann es für 1-2 Tage durchaus mal zu mehr Beschwerden kommen; meistens ist es danach aber BESSER, als es VOR der Behandlung war; geben Sie Ihrem Krankengymnasten beim nächsten Mal ruhig die Rückmeldung zur Wirkung seiner Therapie, damit er diese entsprechend anpassen kann.

Wirklich ausheilen, also "verschwinden", wird ein Bandscheibenvorfall nur sehr selten. Aber in den meisten Fällen kann man den Rücken wieder so hinkriegen, dass der Bandscheibenvorfall nicht mehr als sehr störend empfunden wird. Das dauert, je nach Ausgangsbefund, zwischen einigen Wochen bis zu 1-2 Jahren.

Ich wünsche Ihnen gute Besserung

Ihr Dr. med. Frank Stehn

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