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Breitbasiger subligamentärer BSV L5/S1

Kategorie: Special-rueckenschmerz.de » Expertenrat Rückenschmerz | Expertenfrage

20.10.2007 | 09:35 Uhr

Hallo,

lt CT wurde bei mir folgende Diagnose gestellt:

Breitbasiger subligamentärer BSV L5/S1. Verdrängung der S1-Wurzel links mehr als rechts.
Keilförmige Konfiguration BWK12+LWK1 sowie Zeichen der Osteochondrosis intervertebralis mit kleinen schmorischen Abschlußplattenherniationen thorakal können Hinweis auf einen gering ausgeprägten Morbus Scheuermann sein.

Soweit die Diagnose.

Mein Problem: Ich hatte bisher 6x KG und sonst nur Schmerzmittel.
Es ist zwar eine Kur (Eilantrag) eingereicht worden - aber das kann ja dauern. Die Schmerzen sind trotz Schmerzmittel jeden Tag da und das schon seit 14 Wochen.

Welche Maßnahmen kann ich noch unternehmen (außer Rückenschwimmen im warmen Wasser und Sauna), damit ich vielleicht sogar auf die Kur verzichten kann????
Muskelaufbau für die Zukunft ist klar, es muß nur noch der richtige Trainer gefunden werden.

Würde ein strecken etwas bringen. Da würden die Wirbel ja voneinander entfernt und die Bandscheibe entlastet und evtl. wieder zurückgleiten???? - Das ist meine Theorie -

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20.10.2007, 09:39 Uhr
Antwort

Anzumerken ist vielleicht noch ein evtl. Zusammenhang:

Die Rückenprobleme traten auf, nachdem ich mir ein Paar MBT-Schuhe geleistet habe, um den aufrechten Gang (bin im Büro tätig) wieder hinzubekommen und die Muskeln zu trainieren.

Ist das der Auslöser bzw. ein Baustein auf dem Weg zum BSV gewesen????
Ich möchte die Schuhe nicht schlecht machen - aber darüber nachdenken sollte gestattet sein.

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23.10.2007, 09:29 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Marco,

vielen Dank für Ihre beiden Mails vom 20.10.2007.

Die Keilform des 12. BWK und 1. LWK deutet auf Reste einer so genannten Scheuermann-Krankheit hin. Hier haben Sie als Veranlagung zu einem Hohlkreuz eine bestimmte Position des Übergangs von Brust zur Lendenwirbelsäule. Die Bandscheibe zwischen 5. Lendenwirbel und dem Kreuzbein (wahrscheinlich die unterste freie Bandscheibe) weist bei Ihnen einen Vorfall auf. Dieser Vorfall drückt auf zwei Nerven, die beide zum so genannten Ischiasnerv ins rechte und das linke Bein ziehen. Dadurch erklären sich mit großer Wahrscheinlichkeit Ihre Beschwerden.

Im Hinblick auf diesen Befund halte ich Ihre bisherige Behandlung für zu aggressiv. Sie sollten sich unbedingt mehr schonen. Im Hinblick auf die Krankengymnastik sollte entlastend für das Bandscheibenfach gearbeitet werden, d. h. der Abstand zwischen 5. Lendenwirbel und dem Kreuzbein sollte vermehrt werden. Dies kann man in Seitenlage in einer manualtherapeutischen Technik tun oder etwas aufwendiger im so genannten Schlingentisch. Hierunter sollte es zu einer deutlichen Beschwerdebesserung kommen.

Die Durchführung einer stationären Rehabilitationsmaßnahme ist im Hinblick auf den ausgeprägten Befund sinnvoll. Eine ambulante Rehabilitation ist noch etwas frühzeitig, weil hier die Gefahr besteht, Sie während der ambulanten Rehabilitation zu überbelasten.

In der Zwischenzeit sollten Sie selber Eigenübungen durchführen. Dies können Sie, indem Sie sich über einen großen Gummiball bäuchlings legen (PEZZI-Ball) oder in so genannter Stufenlagerung,
d. h. in Rückenlage mit gebeugten Knie- und Hüftgelenken die Lendenwirbelsäule abflachen. Dies sollte Ihnen Ihr Orthopäde einmal zeigen.

Sollten die Rücken- Beinschmerzen stark sein, helfen Injektionen mit einem örtlichen Betäubungsmittel und einem Kortison-ähnlichen Mittel an die Nervenwurzeln.

Die MBT-Schuhe sind eine schöne Idee, richten sich aber eigentlich an gesunde Menschen oder solche, die einen Kraftmangel ausgleichen wollen. Sie sind aktuell krank. Die MBT-Schuhe führen dabei normalerweise zu einer Überlastung. Sie sind aber nach Ausheilung des Bandscheibenvorfalls durchaus eine sinnvolle Therapiemöglichkeit.

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen zur baldigen Genesung


Dr. A. Pingsmann



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23.10.2007, 13:39 Uhr
Antwort

Vielen Dank Herr Dr. Pingsmann!!!

Ihre Ausführlichen Ratschläge/Hinweise helfen mir, mich auf die kommen Tage hinsichtlich Gesprächen mit Orthopäden und Krankengymnast vorzubereiten.

VIELEN DANK NOCHMAL.

Marco

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