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Druckschmerz im LWS-Bereich

Kategorie: Special-rueckenschmerz.de » Expertenrat Rückenschmerz | Expertenfrage

22.06.2009 | 10:53 Uhr

Sehr geehrtes Expertenteam,

ich (m/30J.) habe 2003 einen BSV (medial/links in L4/L5) erlitten, den ich bis dato ausschliesslich auf konservativen Weg gut behandeln konnte. Der Schmerz ist vollständig zentralisiert. Habe ab und an leichtes Ziehen lediglich bei längerem Sitzen, ansonsten keinerlei neurologische Ausfälle. Weiterer Befund: Steilstellung der LWS
Seit etwa 8 Wochen beobachte ich eine für mich neue Entwicklung:

Die Wirbel der betreffenden Region tun mir bei Druck auf diese weh; ein oberflächlicher Schmerz. Kippe ich das Becken nach Hinten und dehne quasi so meine untere Rückenmuskulatur, so verspüre ich einen oberflächlichen Zug als würde ich einen Muskel oder ein Band dehnen, ziemlich zentral in der vom BSV betroffenen Region. Nun wandert dieser Zug und der damit verbundene Schmerz bei Druck auf die Dornfortsätze in Richtung L1.

Diese neue Entwicklung bereitet mir Sorgen, obwohl mein Neurologe darin keinen neuen Befund sieht, eher eine folgerichtige Stabilisierung meiner Gesamtsituation. Ich frage mich:

Sind die Längsbänder entzündet? Was passiert derzeit im LWS-Bereich? Wie sieht die Behandlung aus?

Handelt es sich um eine natürlich einsetzende Versteifung des gesamten Bereichs?
Kann ich auf physiotherapeutischem Wege die Steilstellung der LWS bearbeiten, indem ich etwa eine Lordosierung anstrebe oder würde dies das gesamte System noch weiter durcheinander bringen?

Ich bin an Ihrer Meinung sehr interessiert und danke Ihnen im Voraus dafür.

MfG
Henry

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23.06.2009, 09:11 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Henry,

ich danke für Ihre ausführliche Mail vom 22.06.09.

Die von Ihnen beschriebenen Beschwerden sind relativ typisch für eine unbewusste verminderte Bewegung der unteren Wirbelsäule. Die von Ihnen angegebenen ziehenden Beschwerden halte ich für total normal. Sie sollten diese Dehnungsübungen sanft unterhalb der Schmerzgrenze fortführen.

Die so genannte Steilstellung Ihrer Wirbelsäule sollten Sie noch einmal mit dem behandelnden Neurologen oder Orthopäden erörtern. Hier sehe ich zwei Unterschiede, einmal die noch krankheitsbedingte verminderte nach vorne konvexe Durchbiegung der Wirbelsäule als Muskelverspannungsfolge und andererseits eine anlagebedingte Steilhaltung der gesamten Wirbelsäule. Eine Differenzierung kann auf jeden Fall der Orthopäde an der Position Ihres Kreuzbeines durchführen. Im letzteren Fall muss davon ausgegangen werden, dass Sie leider eine Veranlagung haben, die Ihre Bandscheiben sehr beansprucht.

Durchaus können Längsbänder entzündet sein. Hier handelt es sich jedoch eher um eine laienhafte Vorstellung der Schmerzenstehung. Entzündung ist ein allgemeiner Begriff für Heilreaktionen des Körpers und insofern zunächst erst einmal nicht besorgniserregend.

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen zur Besserung


Dr. A. Pingsmann




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Da die medizinische Forschung weltweit laufend neue Erkenntnisse zutage fördert, sind infolgedessen auch praktizierende Ärzte in einen lebenslangen Lernprozess eingebunden. Die Autoren unserer Beiträge haben sich ausdrücklich dieser Idee verschrieben und verwenden die größte Sorgfalt darauf, die medizinischen Inhalte in einer allgemeinverständlichen Sprache darzustellen. Jedoch kann das Informationsangebot an Sie eine persönliche Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt nicht ersetzen. Eine Haftung für Inhalte, die durch uns im Internet bereitgestellt werden, sowie für Beiträge von externen Autoren und Experten wird deshalb ausgeschlossen. Das gleiche gilt für etwaige Schäden oder Verluste, die dem Nutzer aus der Nutzung dieses Online-Dienstes an sich, z. B. aus technischen Gründen entstehen. Geschützte Warennamen (Warenzeichen) sind besonders gekennzeichnet (®). Ein Fehlen dieser Kennzeichnung bedeutet jedoch nicht, dass es sich um einen freien Warennamen handelt. Die von uns veröffentlichten Arzneimittelinformationen stellen keine Anleitung zur Selbstmedikation dar. Sie sollen Informationen bieten, die das Gespräch zwischen Patient und niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten erleichtern sollen. Wenn zu einem Wirkstoff ein Beispiel für Handelsnamen gegeben wird (z.B. um damit auch Nichtmediziner mit der entsprechenden Information zu erreichen, die mit Wirkstoffnamen weniger vertraut sind), dann ist mit diesem Beispiel keinerlei Wertung verbunden.

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23.06.2009, 09:22 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Dr.Pingsmann,

besten Dank für die rasche Antwort.

Ich habe vor der eigenen Bandscheibenproblematik größten Respekt und versuche dem mit fest entschlossenem und Rücken-richtigem Verhalten zu begegnen.

Daher stelle ich mir die Frage, ob dieser - sagen wir - Krankheitsverlauf (BSV -> natürliche Versteifung -> ...?) grundsätzlich eine Einbahnstr. darstellt, wo am Ende beispielsweise die baldige Berufsunfähigkeit steht oder ob (m)eine Entwicklung (bedeutend) verlangsamt, gestoppt oder gar umgekehrt werden kann?

Immerhin ist mir die Zentralisierung des Schmerzes gelungen.

Wie beurteilen Sie grundsätzlich den Fortschritt auf dem Gebiet der Bandscheibenproblematik? Immerhin gibt es nicht wenige minimalinvasive Behandlungsmethoden, die gleichermaßen angepriesen werden, ihre Langzeitwirkung (nur darauf schaue ich) aber noch nicht bekannt ist.

Kann die Steilstellung der LWS - gleich welcher Ursache sie auch zuzordnen ist - auf konservativem Weg bearbeitet werden, durch manuelle Therapie beispielsweise?

Würden Sie der segmentalen Stabilisierung von Wirbeln durch gezielte Übungen der lokalen Muskulatur besondere oder gar entscheidende Bedeutung beimessen, wenn es um den Kampf (das ist es wirklich) gegen den BSV geht?

Besten Dank und viele Grüße,
HJ

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25.06.2009, 09:37 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Henry,

ich danke für Ihre neuerliche Mail vom 23.06.09.

Die so genannte Versteifung der Wirbelsäule ist eine natürliche Reaktion des Körpers und für Sie durchaus wünschenswert. Diese Versteifung betrifft nur einen kleineren Abschnitt der Wirbelsäule mit kaum spürbarer Funktionseinschränkung für den übrigen Körper. Im Gegenteil es führt zu einer Schmerzlinderung bis Schmerzbeseitigung, so dass Sie Ihren alltäglichen Aktivitäten, so auch sportlichen Aktivitäten weiter nachgehen können.

Mir ist nicht ganz klar, was Sie unter einer „Zentralisierung des Schmerzes“ meinen. Eine minimal invasive Behandlungsmethode in Form von Manipulationen an der Bandscheibe sehe ich für Sie nicht als angezeigt. Im Gegenteil scheint sich hier bei Ihnen ein natürlicher Heilverlauf abzuzeichnen. Die Steilstellung der LWS hat wie in meiner ersten Mail Ihnen mitgeteilt, unterschiedliche Ursachen. Für den Fall, dass sie durch die Muskelverspannung hervorgerufen wird, helfen Dehnungsübungen und Kräftigungsübungen für die Rückenstreck- und Bauchmuskulatur.

Es geht grundsätzlich nicht um einen „Kampf“ sondern um ein Gleichgewicht zwischen Muskelgruppen. Die so genannte segmentale Stabilisierung kann man willentlich nicht herbeiführen.

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen zur weiteren Besserung


Dr. A. Pingsmann


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