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Ileosakralgelenke - Beckenschiefstand - starke Schmerzen

Kategorie: Special-rueckenschmerz.de » Expertenrat Rückenschmerz | Expertenfrage

19.03.2007 | 01:36 Uhr

Guten Tag,
seit Jahren habe ich mit Beckenschiefstand zu tun (einrenken nach Dorn-Methode und Cross-Klinik-Besuch im Jahre 2003). 2002 wurde per MRT ein kleiner Bandscheibenvorfall L1/L2 u. eine Bandscheibenvorwölbung L4/L5 festgestellt (nach 3 Monaten keine Beschwerden mehr ohne Therapie). 2005 und 2006 kaum Beschwerden wegen ISG, nur morgens Steifigkeit im Becken.

Nach einem Seminar mit viel Bewegung nun seit etwa 3 Wochen starke Beschwerden in Hüfte/LWS/Becken. Merkte beim Seminar bereits, daß irgendwas rausgerutscht ist im Becken, konnte das linke Bein nicht mehr über das andere schlagen. Für mich ein eindeutiges Zeichen für einen erneuten schmerzhaften Beckenschiefstand.
Meine Beschwerden jetzt: Becken wie im Schraubstock, Brennen in der LWS, stärkere Leistenschmerzen (oft auch beidseitig), Bewegungseinschränkungen, kann nicht auf dem Rücken liegen, auch nicht auf der Seite für lange Zeit, Hüftschmerzen, Schmerzen auch wie Hexenschuß in der LWS (mit Ausstrahlung zur Hüfte), starke Verspannungen.
Dorntherapeut hat eingerenkt auch nach Methode Ackermann, danach wurden die Beschwerden viel schlimmer. Beim Arzt war ich auch schon: Schmerztabletten, abwarten, Ende.
Vielleicht ist mein Becken ja immer noch schief und die Ileosakralgelenke entzündet. Ich nehme seit etwa 3 Wochen zeitweise Schmerzmittel ein (Diclofenac, Ibuprofen) - ohne Erfolg.
Weiß mir jetzt keinen Rat mehr.
Es gibt Tage dazwischen, da glaube ich, es wird besser, kann mich besser bewegen, aber dann wird es wieder sehr heftig.
Was könnte Ihrer Meinung nach dahinterstecken?
Vielen Dank.
Liebe Grüße
B.

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22.03.2007, 10:19 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Frau Zimmermann,

ich danke Ihnen für Ihre ausführliche Mail vom 19.03.07.

Zusammenfassend sehe ich bei Ihnen einen chronisch-rezidivierenden tiefen Rückenschmerz. Von der diagnostischen Orientierung her wäre es wichtig für Ihren behandelnden Arzt zu wissen, ob diese Schmerzen auch in den frühen Morgenstunden, also nachts auftreten. Die manuelle Therapie der unterschiedlichen Formen z. B. der Therapie nach Dorn scheint Ihnen nicht mehr zu helfen. Dies sehe ich als Hinweis darauf, dass sich strukturelle Veränderungen eingestellt haben. Zur weiteren Abklärung sollten bestimmte Blutwerte (BSG, CRP, HLA-B27) bestimmt und ggf. eine Kernspintomographie der unteren Lendenwirbelsäule mit Einschluss der ISG durchgeführt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. A. Pingsmann

Haftungsklausel
Da die medizinische Forschung weltweit laufend neue Erkenntnisse zutage fördert, sind infolgedessen auch praktizierende Ärzte in einen lebenslangen Lernprozess eingebunden. Die Autoren unserer Beiträge haben sich ausdrücklich dieser Idee verschrieben und verwenden die größte Sorgfalt darauf, die medizinischen Inhalte in einer allgemeinverständlichen Sprache darzustellen. Jedoch kann das Informationsangebot an Sie eine persönliche Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt nicht ersetzen. Eine Haftung für Inhalte, die durch uns im Internet bereit gestellt werden, sowie für Beiträge von externen Autoren und Experten wird deshalb ausgeschlossen. Das gleiche gilt für etwaige Schäden oder Verluste, die dem Nutzer aus der Nutzung dieses Online-Dienstes an sich, z. B. aus technischen Gründen entstehen. Geschützte Warennamen (Warenzeichen) sind besonders gekennzeichnet (®). Ein Fehlen dieser Kennzeichnung bedeutet jedoch nicht, dass es sich um einen freien Warennamen handelt. Die von uns veröffentlichten Arzneimittelinformationen stellen keine Anleitung zur Selbstmedikation dar. Sie sollen Informationen bieten, die das Gespräch zwischen Patient und niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten erleichtern sollen. Wenn zu einem Wirkstoff ein Beispiel für Handelsnamen gegeben wird (z.B. um damit auch Nichtmediziner mit der entsprechenden Information zu erreichen, die mit Wirkstoffnamen weniger vertraut sind), dann ist mit diesem Beispiel keinerlei Wertung verbunden.

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22.03.2007, 11:26 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Herr Dr. Pingsmann,
danke für Ihre Antwort.
Nachts bzw. in den frühen Morgenstunden habe ich meist starke Schmerzen vom Liegen. Ich kann nicht mehr auf dem Rücken liegen (tut weh links LWS über den Po zur Hüfte), auch nur 2 h höchstens auf beiden Seiten (Hüftschmerzen, LWS-Schmerzen) und bin mittlerweile total übermüdet.
Leider kennen sich zu wenig Orthopäden mit der Beckenschiefstand-ISG-Problematik aus. So hoffe ich, endlich Hilfe zu bekommen. Ich werde auf eine Kernspintomographie bestehen und auch auf die Ermittlung der von Ihnen benannten Blutwerte. Könnte eine rheumatische Erkrankungen dahinterstecken? Warum hilft mir die Dorn-Methode nun nicht mehr und welche strukturellen Veränderungen könnten jetzt vorliegen? Es fühlt sich allerdings nicht wie ein Bandscheibenvorfall an, Kribbeln oder Lähmungen in den Beinen habe ich nicht. Gibt es eine ISG-Arthrose und wird sowas auch operiert?
Ich danke Ihnen für Ihren Ratschlag und würde mich freuen, nochmals kurz von Ihnen zu hören.
Liebe Grüße
B.

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23.03.2007, 11:30 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Frau Zimmermann,

Ihre Beschwerden sprechen für einen so genannten entzündlichen Rückenschmerz. Ich gehe hier weniger von einem Verschleiß/Arthrose der Kreuzbein-Darmbein-Gelenke aus als von einer entzündlichen Reaktion einer so genannten Sakroiliitis. Eine Kernspintomographie und spezielle Laboruntersuchungen sollten hier zur Diagnosefindung beitragen. Die Dorn-Methode würde dann wegen der überwiegenden entzündlichen Veränderungen der Bewegungseinschränkung der Gelenke nicht mehr helfen.

Eine ISG-Arthrose gibt es. Ich rate dringend davon ab, so etwas operieren zu lassen.

Ich hoffe, Ihnen damit abschließend helfen zu können.

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen zur Genesung

Dr. A. Pingsmann

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