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Koagulations- und Laserbehandlung bei Spinalkanalstenose im LWS-Bereich

Kategorie: Special-rueckenschmerz.de » Expertenrat Rückenschmerz | Expertenfrage

05.08.2007 | 05:59 Uhr

Sehr geehrter Hr. Dr. Pingsmann,


seit ca. 3 Monaten habe ich (60 Jahre) Schmerzen im LWS-Bereich, ausstrahlend ins Gesäß. Die Schmerzen sind vorhanden nach dem Aufstehen und nach längerem Sitzen. Ich verspüre auch Schmerzen beim Laufen und Radfahren über Unebenheiten. Nach längerem Gehen (ca. 40 Minuten) werden die Schmerzen geringer, teilweise sind diese für einige Zeit ganz verschwunden.

Kernspinaufnahme ergab folgendes :

Spinalkanalstenose im Segment L3/4 bedingt durch beidseitige Spondylarthrose L3/4 mit begleitenden verdickten Ligg.flava. Spondylarthrosen L4/ und L5/S1 bds. Bandscheibenprotrusionen L3/4 und L4/5.

Physikalische Therapie (Strom,Gymnastik,Fango,Massage) hat nicht geholfen. Letzte Woche wurde 2 mal eine bildwandlergesteuerte Interventionelle Schmerztherapie vorgenommen ohne nennenwerten Erflolg. Seit 2 Tagen sind die Schmerzen geringer, wie lange ?

Mein Arzt empfiehlt mir jetzt eine Koagulationsbehandlung und Laserbehandlung der LWS. Eigentlich bin ich der Meinung einen Eingriff erst vornehmen zu lassen, wenn die Schmerzen nicht mehr auszuhalten sind. Wie ist Ihre Meinung hierzu ?

Gibt es hier ausreichend Erfahrung über die o.g. Behandlungmethoden ?

Besten Dank im Voraus

mfg

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15.08.2007, 11:18 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Frau Nething.
sehr geehrter Herr Nething,

ich danke für Ihre Mail vom 05.08.2007, die ich wegen meines Urlaubs erst jetzt beantworten kann.

Sie beschreiben sehr gut was Ihre Beschwerden auslöst bzw. was sie lindert. Die von Ihnen im Kernspintomogramm beschriebenen Befunde sind vieldeutig und lassen sich nur ungenau Ihren Beschwerden zuordnen. Hier sollte aus orthopädischer Sicht beachtet werden, inwiefern eine gezielte Behandlung bezogen auf eine Bandscheibenetage Ihre Beschwerden verändert (bessert oder verschlechtert). Die von Ihnen genannte physikalische Therapie scheint bereits sehr umfangreich zu sein, ebenso die bildwandlergesteuerte interventionelle Schmerztherapie. Hier ist auffallend, dass diese keinen nennenswerten Erfolg gebracht hat, was darauf hindeutet, dass weniger ein umschriebener Druckverursacher auf einen Nerv wirkt als das eine funktionelle, d. h. eine belastungs- und bewegungsabhängige Beschwerdeauslösung bei Ihnen vorliegt.

Die von Ihnen beschriebene Koagulationsbehandlung oder Laserbehandlung der LWS sind wissenschaftlich noch nicht ausreichend untersuchte Verfahren. Hierzu gibt es Einzelfallmitteilungen, bei denen einzelnen Patienten geholfen worden ist. Im Durchschnitt gesehen konnten die von Ihnen genannten Behandlungsmaßnahmen aber keinen wesentlichen Vorteil nachweisen. Zur Frage, ob eine solche Behandlung in Ihrem besonderen Fall wirkt sollte überprüft werden, welche Gelenke Ihre Beschwerden mit verursachen. Dazu ist normalerweise eine bildwandlergesteuerte Injektion angezeigt. Bei Besserung Ihrer Beschwerden nach einer solchen gezielten Injektion kann durchaus eine Koagulationsbehandlung der kleinen Wirbelgelenke in Ihrem Fall sinnvoll sein.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. A. Pingsmann


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Da die medizinische Forschung weltweit laufend neue Erkenntnisse zutage fördert, sind infolgedessen auch praktizierende Ärzte in einen lebenslangen Lernprozess eingebunden. Die Autoren unserer Beiträge haben sich ausdrücklich dieser Idee verschrieben und verwenden die größte Sorgfalt darauf, die medizinischen Inhalte in einer allgemeinverständlichen Sprache darzustellen. Jedoch kann das Informationsangebot an Sie eine persönliche Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt nicht ersetzen. Eine Haftung für Inhalte, die durch uns im Internet bereit gestellt werden, sowie für Beiträge von externen Autoren und Experten wird deshalb ausgeschlossen. Das gleiche gilt für etwaige Schäden oder Verluste, die dem Nutzer aus der Nutzung dieses Online-Dienstes an sich, z. B. aus technischen Gründen entstehen. Geschützte Warennamen (Warenzeichen) sind besonders gekennzeichnet (®). Ein Fehlen dieser Kennzeichnung bedeutet jedoch nicht, dass es sich um einen freien Warennamen handelt. Die von uns veröffentlichten Arzneimittelinformationen stellen keine Anleitung zur Selbstmedikation dar. Sie sollen Informationen bieten, die das Gespräch zwischen Patient und niedergelassenen Ärzten und Klinikärzten erleichtern sollen. Wenn zu einem Wirkstoff ein Beispiel für Handelsnamen gegeben wird (z.B. um damit auch Nichtmediziner mit der entsprechenden Information zu erreichen, die mit Wirkstoffnamen weniger vertraut sind), dann ist mit diesem Beispiel keinerlei Wertung verbunden

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15.08.2007, 13:27 Uhr
Antwort

Sehr geehrter Hr. Dr. A. Pingsmann,

danke für Ihre ausführliche Antwort.

Sie schreiben, dass eine Injektionsbehandlung vor einer Koa-behandlung druchgeführt werden sollte.

So wie ich das verstehe wurde dies bei mir noch nicht gemacht. Durchgeführt wurde bei mir wie bereits beschrieben 2-mal eine PRT (beschrieben auf Seite 24 vom Rückenbuch). Bisher dachte, dass diese Behandlung Voraussetzung für eine Kos-behandlung ist.

Jetzt soll eine Hitzesondenbehandlung wie auf Seite 32 vom Rückenbuch beschrieben durchgeführt werden. Danach soll evtl. eine Diskographie (beschrieben auf Seite 36) und eine Mikrolaserbehandlung (beschreiben auf Seite 40) durchgeführt werden.

Ich bin mir wirklich sehr unssicher wie ich weiter vorgehen soll. Deshalb wäre ich nochmals um einen Ratschlag von Ihnen sehr dankbar.

Dieses Rückenbuch kann man von folgender Internetseite runterladen http://www.orthopaede.com/.

Besten Dank.

mfg Nething

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16.08.2007, 10:45 Uhr
Antwort

Sehr geehrte Frau Nething,
sehr geehrter Herr Nething,

die so genannte PRT betäubt meistens auch die Nervenäste, die die kleinen Wirbelgelenke versorgen. Unter der Annahme, dass diese kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) die Ursache Ihrer Beschwerden sind, kann mit einer PRT der Schmerz beseitigt werden. Dies ist jedoch nicht immer so der Fall, weswegen zusätzlich häufig in die Umgebung oder in die Gelenkspalten der kleinen Wirbelgelenke injiziert wird. Dies ist die von mir gemeinte Injektionsbehandlung. Eine solche Behandlungstechnik könnte Ihnen größere Sicherheit geben, ob das Koagulationsverfahren ein sinnvoller Behandlungsweg ist.

Die Darstellung der Bandscheibe mit einem Kontrastmittel (Diskographie) wird in seltenen Fällen durchgeführt wenn nicht die Umgebung des Bewegungssegmentes, sondern die Bandscheiben selber die aktuelle Ursache der Beschwerden ist. In diesem Fall ist durch eine Laserbehandlung der Bandscheibe und des Bandscheibenkerns in seltneren Fällen eine Beschwerdelinderung eingetreten. Im Übrigen verweise ich auf meine Mail.

Mit freundlichen Grüßen und Wünschen zur Genesung

Dr. A. Pingsmann



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