Myelopathie: OP oder konservativ? Wann OP-Indikation?

Kategorie: Special-rueckenschmerz.de » Expertenrat Rückenschmerz | Expertenfrage

11.12.2018 | 15:21 Uhr

Hallo,

mein Mann erlitt vor über 20 Jahren aufgrund eines Fahrradsturzes eine Fraktur des 7. HWKs. Einhergehend mit einer Spinalkanalstenos C7.

Er ist aufgrund seines Sports (Turnen, Fahrrad fahren, joggen) sehr fit und muskulös.

Bei seiner letzten MRT-Untersuchung der HWS wurde eine Myelopathie sicher festgestellt, allerdings im Anfangsstadium.

In den Jahren davor wurde nie ein sicheres Myelopathiezeichen festgestellt.

Er konnte sich erinnern, dass er damals nach dem Sturz bei mehreren Neuro-/Wirbelchirurgen gewesen ist. Nur einer sah eine Indikation für eine OP, um eine Myelopathie zu verhindern.

Aufgrund des neuen Befundes, ging er jetzt wieder zu zwei verschiedenen Neuro-/Wirbelsäulenchirurgen. Der eine sagte "OP", der andere sagte "Abwarten".

Mein Mann hat keinerlei subjektiven Ausfälle, Ameisenlaufen, Kribbeln, Kraftdefizite. Bei einem Chirurg gab es Fragen nach JOA. Volle Punktzahl.

Auch ein befreundeter Knie- und Schulterchirurg sowie mehrere Physiotherapeuten rieten ihm von einer OP ab, da er ja keine Probleme hat.

Die Myelopathie ist zwar jetzt ganz fein zu sehen, aber er spürt nichts. Es könnte wohl genauso gut andersrum sein. Er hätte wahnsinnige Ausfälle, Schmerzen, Probleme, aber auf den Bildern wäre (fast) nichts zu sehen. Es soll wohl auch Fälle geben, da müsste ein Patient nach den MRT-Bildern querschnittsgelähmt sein, springt aber fröhlich rum.

Abgesehen von den Risiken, die eine solche OP haben, wurmt es meinen Mann, ob es vielleicht nicht doch besser gewesen wäre, sich vor ca. 15 Jahren operieren zu lassen, weil dann hätte er heute keine Myelopathie.

Wobei ihm ein Neuro-/Wirbelsäulenchrirurg gesagt hat, dass selbst diese Myelopathie, jetzt wo man sie leicht erkennen kann, nach einer OP weiter voranschreiten kann.

Der befreundete Knie- und Schulterchrirurg meinte auch, dass Myelopathie ein so weites Feld ist, das noch gar nicht bis zu Ende erforscht ist und dass mein Mann, allerdings mit Adleraugen sozusagen, weiter trainieren soll. Er würde schon spüren, wenn was nicht stimmt, ihm gut tut.

Aber wie ist das bzgl. der damaligen Aussage? Hätte eine Myelopathie mit einer OP verhindert werden können?

Leider wollten die aktuellen Neuro-/Wirbelsäulenchirurgen keine Empfehlungen bzgl. Sport aussprechen, außer dass Maximalkrafttraining jeglicher Art kontraproduktiv sein könnte, genauso wie die Hyperextension des Nackens.

Gibt es da keine allgemeingültigen Empfehlungen? Was ist gut, was nicht? Was sollte man und was nicht?

LG

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Bisherige Antworten
Experte-Stehn
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17.12.2018, 21:58 Uhr
Antwort von Experte-Stehn

Sehr geehrte reiche susi,

solange keine klinischen Myelopathiezeichen, wie Gefühlsstörungen und/oder Lähmungen, auftreten, gibt und gab es keinen Grund, das Risiko einer Operation an der HWS einzugehen. Insofern war die damalige Entscheidung, nicht zu operieren, für Ihren Mann sicher richtig. Auch jetzt ist es nicht sinnvoll zu operieren. Eine fortschreitende Myelopathie ließe sich auch durch eine Operation nicht sicher verhindern.

Folgen Sie also beruhigt dem guten Rat der aktuell behandelnden Therapeuten: kein Maximalkrafttraining mit Belastung des Schultergürtels und keine Tätigkeiten mit Überstreckung der HWS. 

Ich wünsche Ihrem Mann weiter alles Gute

Ihr Dr. med. Frank Stehn

 

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