Kieser Training und Co.

Welches Fitnessstudio bei Rückenschmerzen?

Ein regelmäßiges Training im Fitnessstudio kann Rückenschmerzen lindern. Doch wie findet man sich zurecht im Dickicht der zahlreichen Angebote? Die folgende Übersicht liefert wichtige Orientierungshilfen, welches Studio ihren Rücken stärken kann, statt die Beschwerden noch zu verschlimmern.

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Nicht alle Fitnessstudios sind für das Rückentraining geeignet.
Getty Images/Comstock Images

Das sportliche Angebot im Fitnessstudio reicht heute in den meisten Fällen vom klassischen Krafttraining über gymnastische Übungen bis hin zu verschiedenen Formen des Ausdauertrainings. Ein ganzheitliches Trainingskonzept, bei dem es nicht nur um den einseitigen Aufbau von Muskelmasse geht, ist wichtig für die Rückengesundheit. Laut Sportärztebund sollte ein Training zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit generell ganzheitlich ausgelegt sein und die wesentlichen Bereiche Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit und Koordination umfassen.

Grundfrage: Ist ein ganzheitliches Training möglich?

Längst nicht alle Fitnessstudios bieten ein solches Komplettprogramm, reine Geräte- oder Aerobicstudios sind keine Seltenheit. Interessenten sollten daher vorab prüfen, ob es sich bei dem jeweiligen Studio um eine reine Muckibude oder ein ernst zu nehmendes Fitnessstudio handelt. Schauen Sie sich die Ausstattung der Studioräume und auch die hygienischen Zustände in den Nebenräumen wie Umkleidebereiche und Duschen an, bevor Sie sich für ein bestimmtes Studio entscheiden.

Erfüllen Geräte und Personal im Fitnessstudio die Standards?

Grundsätzlich muss die Geräteausstattung des Studios den Güte- und Prüfbestimmungen des TÜV für gesundheitsorientierte Fitness-Anlagen genügen. Zusätzliche Orientierungshilfe bietet das Gütesiegel des Deutschen Instituts für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V. für Sportanlagen. Ein ebenso entscheidender Punkt für die Wahl des Fitness-Studios ist die Qualifikation des Personals. Fachsportlehrer "Fitness- und Gesundheit" ist heute ein anerkannter Beruf und erfordert eine entsprechende Ausbildung, die von der Deutschen Fitness Akademie der Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung e.V. angeboten wird.

Ein weiteres wichtiges Qualitätssiegel ist das vom Deutschen Sportbund in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer erarbeitete Siegel SPORT PRO GESUNDHEIT. Angebote mit diesem Qualitätssiegel setzen auf die krankheitsvorbeugende Wirkung von körperlicher Bewegung. Gefördert werden vor allem das Muskel-Skelett-System und das Herz-Kreislauf-System. Alle Kurse werden von lizensierten Übungsleitern durchgeführt.

Gesundheitliche Aspekte berücksichtigen

Grundsätzlich gilt: Nicht jedem tut jeder Sport gut. Um kein Risiko einzugehen, sollten Personen mit gesundheitlichen Beschwerden wie Rückenschmerzen laut Empfehlung des Sportärztebundes vor dem ersten Besuch eines Fitness-Studios eine sportärztliche Untersuchung durchführen lassen. Ab einer Altersgrenze von 35 Jahren wird eine solche Untersuchung auch empfohlen, wenn keine Beschwerden vorliegen. Die sportärztliche Begutachtung umfasst eine gründliche Erhebung der Krankenvorgeschichte und eingehende körperliche Untersuchungen. Sie ist nicht vergleichbar mit den Eingangstests, die in den meisten Fitnessstudios angeboten werden.

Der Trainingsplan wird individuell erstellt

Bevor Sie Ihren individuellen Trainingsplan erstellen, sollten Sie mit einem Fitnesstrainer über die Trainingsziele und Ihre Vorstellungen sprechen. Ein Eingangstest hilft, Ihre Stärken und Schwächen aufzuzeigen. Außerdem sollten Sie durch einen Trainer an den verschiedenen Geräten eingewiesen werden. Ein optimaler Trainingsplan enthält eine Kombination aus Kraft- und Ausdauerübungen. Die Kräftigung der Muskulatur ist zwar wichtig, um die Wirbelsäule und Gelenke zu unterstützen. Muskeln allein reichen aber nicht aus. Deshalb sollte beim Training ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Übungen zum Aufbau der verschiedenen Muskeln und Übungen zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems hergestellt werden. Liegen Vorerkrankungen, z.B. Bandscheibenschäden, vor oder soll gezielt solchen Erkrankungen vorgebeugt werden, wird das Training entsprechend angepasst und findet unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle statt.

Kieser Training - gut für den Rücken?

Ein spezielles Angebot zur Stärkung der Muskulatur für einen gesunden Rücken ist das sogenannte Kieser Training. Dabei steht nicht der Aufbau von Muskelmasse im Vordergrund, sondern die Kräftigung der Muskeln - nach dem Motto: ?Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz?. Das Training findet an bestimmten Geräten statt, auf eine Auf- und Abwärmphase wird verzichtet. Die positiven Effekte von Dehn- und Kräftigungsübungen auf die Wirbelsäule sind vielfach wissenschaftlich belegt. Ob allerdings speziell das Kieser Training langfristig Rückenschmerzen und Wirbelsäulenproblemen vorbeugen bzw. diese bessern kann, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

Fazit: Billig ist der regelmäßige Besuch eines Fitnessstudios nicht. Inklusive Anmeldegebühren kommen schnell 50 bis 100 EUR pro Monat zusammen. Daher empfiehlt sich, die Preise und Leistungen mehrerer Studios zu vergleichen. Außerdem sollten Interessenten vor einem längeren Vertragsabschluss unbedingt ein Probetraining absolvieren, um die Qualität des Angebots zu prüfen.

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