Geschlechtsspezifische Risikofaktoren

Akute Rückenschmerzen bei Frauen besonders häufig

Frauen klagen häufiger über akute Rückenschmerzen als Männer. Bei den zahlenmäßigen Unterschieden scheint aber nicht nur eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit beziehungsweise der offenere Umgang mit dem Thema Schmerz bei Frauen eine Rolle zu spielen. Experten sehen insbesondere die Mehrfachbelastung der Frau in unserer modernen Gesellschaft als zentralen Faktor.

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Akute Rückenschmerzen bei Frauen – häufig Folge der Mehrfachbelastung.
(c) Getty Images/Pixland

Von acht bis zwölf im Büro, dann schnell in den Kindergarten, Mittagessen kochen und dann der „Fahrdienst“ zum Fußballtraining – für viele Frauen sieht der Alltag so oder zumindest so ähnlich aus. Denn wer eine „moderne Frau“ sein möchte, der muss heute den unterschiedlichsten Rollenbildern gerecht werden. Managerin, Hausfrau, Mutter, liebevolle Partnerin – die Anspannung, die aus dieser Mehrfachbelastung erwachsen kann, ist enorm. Und wer jede dieser Rollen möglichst perfekt erfüllen möchte und somit ständig unter Strom steht, der bekommt dies nicht nur in Form von Erschöpfung oder seelischer Belastung zu spüren. Auch die Muskeln schlagen Alarm! Es kommt zu Verspannungen und Verhärtungen, bei Frauen ist dabei vor allem die Schulter-Nacken-Region betroffen.

Insbesondere wenn der sportliche Ausgleich neben dem vollgepackten Alltag oder auch der überwiegend sitzenden Bürotätigkeit zu kurz kommt, sind Probleme mit der Rückenmuskulatur vorprogrammiert.

Akute Rückenschmerzen bei Frauen – weitere Ursachen

Während Experten die seelische Belastung bzw. Mehrfachbelastung als besonders häufige Ursache für akut auftretende Rückenschmerzen bei Frauen anführen, gibt es natürlich noch weitere Faktoren, die bei Frauen als Auslöser für Rückenschmerzen eine Rolle spielen können.

Nicht zuletzt können auch Schuhe mit hohen Absätzen auf Dauer zu Haltungsschäden und damit zu Problemen mit dem Rücken führen. Dasselbe gilt für rückenbelastende Tätigkeiten wie das Tragen schwerer Einkaufstaschen oder auch Gartenarbeit.

Schnell wieder fit trotz Rückenschmerzen

Eines steht fest: Rückenschmerzen sollten frühzeitig und gezielt behandelt werden – nicht nur, um schnell wieder einsatzfähig zu sein, sondern auch, um eine Chronifizierung zu vermeiden.

Insbesondere wenn die Beschwerden auch nach drei bis vier Tagen trotz Selbstbehandlung nicht abgeklungen sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eine zielgerichtete Therapie einzuleiten. Ein Arztbesuch ist auch bei häufigen oder ungewohnt starken Rückenschmerzen sowie bei ungewöhnlichen Begleitsymptomen anzuraten.

Die Therapie akuter Rückenschmerzen setzt sich zumeist aus mehreren Bausteinen zusammen. Zum Einsatz kommen nicht nur Medikamente wie nicht-steroidale Antirheumatika, schwache Opioide oder - sofern diese nicht angewendet werden dürfen - das hochwirksame Flupirtin. Alternativ können Muskelrelaxantien wie Methocarbamol Anwendung finden. Auch Krankengymnastik oder Akupunktur bringen Linderung. Sind die Rückenschmerzen Symptom einer Grunderkrankung, gilt es, diese gezielt zu therapieren.

Mittels einer derart konsequenten Behandlung verschwinden akute Schmerzen in den meisten Fällen binnen weniger Tage – eine positive Nachricht vor allem für Frauen, die möglichst schnell wieder an allen Fronten des Alltags vollen Einsatz bringen wollen.

Warnsignal Rückenschmerz: Wann zum Arzt?

Autor:
Letzte Aktualisierung: 10. Dezember 2013
Durch: Andreas Gill
Quellen: Ochsmann, E. et al.: Geschlechtsspezifische Risikofaktoren akuter Rückenschmerzen. Ansatzpunkte für eine zielgruppenspezifische Prävention. In: Der Schmerz 23(4), (2009), S. 377-384 Ochsmann, E. et al.: Präventionsansätze für akute Rückenschmerzen. Risikogruppenanalyse. In: Trauma und Berufskrankheit 10(4), (2008), S. 272-278

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