Joggerin hält sich den Rücken wegen einer Muskelverhärtung
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Muskelverhärtung

Myogelosen als Ursache von Rückenschmerzen

Schuld an Myogelosen sind sportlicher Ehrgeiz, zu hohe Belastung und falsche Trainingstechniken: Die Muskelverhärtung äußert sich in schmerzenden Knoten im Rücken.

Myogelosen, auch Hartspann, Muskelhartspann oder Muskelhärte genannt, sind schmerzhafte Verspannungen einzelner Bereiche der Muskulatur, die in der Regel als kleine knotenartige, druckschmerzhafte Verhärtungen ertastbar sind. Anders als bei den meisten Rückenschmerzen ist an Myogelosen häufig nicht Bewegungsmangel, sondern sogar Übereifer beim Sport schuld.

So kann eine Muskelverhärtung durch Überanstrengung, Überdehnung und anhaltende einseitige Belastungen der Muskulatur hervorgerufen werden, wie sie beispielsweise beim sportlichen Training oder bei Wettkämpfen nicht unüblich sind.

Symptome des Muskelhartspanns (Myogelose)

Muskelverhärtungen sind übrigens die häufigste diagnostizierbare Ursache für Rückenbeschwerden bei Jugendlichen. Eine Myogelose ist häufig Folge ungewohnter körperlicher Anstrengung und kann Betroffene  über Wochen oder Monate belasten. Bevorzugt treten Myogelosen in der Schulterregion oder entlang der Rückenstreckmuskulatur auf.

Myogelose-Gefahr: Wie kommt es zur Muskelverhärtung?

Grundlegend für die Entstehung einer Myogelose ist eine örtlich begrenzte, anhaltend starke Anspannung von einzelnen Muskelfasergruppen, die unter anderem dazu führt, dass die feinen Blutgefäße, die die Muskeln versorgen, zusammengedrückt werden. So entsteht eine lokal zu niedrige Durchblutung des Muskelgewebes, die wiederum zu Entzündung und einer weiteren Erhöhung der Muskelspannung im betroffenen Bereich führt. Knotenartige Muskelverhärtungen - eben Myogelosen - und Schmerzen sind die unangenehme Folge.

Neben muskulären Ursachen können auch  Grunderkrankungen wie ein Bandscheibenvorfall oder eine andere Wirbelsäulenerkrankung oder -verletzung zu einer anhaltenden Reizung der Muskulatur und damit zu Muskelverhärtungen führen. Eine weitere Ursache von Myogelosen sind entzündliche Muskelerkrankungen wie etwa Fibromyalgie.

Wie Myogelosen behandelt werden

Grundsätzlich ist es für die Therapie der Muskelverhärtungen wichtig, Myogelosen möglichst frühzeitig zu behandeln, um strukturellen Veränderungen im Muskel und chronischen Schmerzen vorzubeugen.

Bei starken Beschwerden werden sowohl Schmerzmittel als auch muskelentspannende Mittel eingesetzt, die eine rasche Besserung bringen, die Bewegungsfähigkeit wiederherstellen und einer Chronifizierung der Schmerzen vorbeugen können. Zur Therapie von Myogelosen eignen sich darüber hinaus durchblutungsfördernde und muskelentspannende Behandlungen wie Wärme-Anwendungen, Packungen, Massagen, Ultraschall oder Elektrotherapie.

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Myogelosen mit Physiotherapie zu Leibe rücken

Je nach Ursache können Krankengymnastik und ergotherapeutische Maßnahmen gegen eine Muskelverhärtung zum Einsatz kommen. Sie dienen nicht nur der Verbesserung der Bewegungsfähigkeit und der Kräftigung der Muskulatur, sondern sollen Patienten mit Myogelosen darüber hinaus ermöglichen, fehlerhafte Haltungs- und Bewegungsmuster zu erkennen und zu verändern. Als therapiebegleitende Maßnahme kann Akupunktur helfen, Schmerzen zu lindern und die muskuläre Durchblutung zu fördern. Liegt den Myogelosen eine Grunderkrankung zugrunde, muss diese behandelt werden.

Die Myogelose verhindern: Tipps für rückengesunden Sport

Ein gutes Aufwärmtraining vor der sportlichen Betätigung und das Vermeiden einseitiger Belastungen einzelner Muskelgruppen können helfen, Muskelverhärtungen beim Sport vorzubeugen. Auch zusätzliche Dehnübungen für den Rücken tragen dazu bei, Myogelosen zu vermeiden. Treten Muskelverhärtungen spontan auf, sollten Betroffene nicht weitertrainieren, da ein erhöhtes Risiko für Muskelverletzungen besteht.

Wärmebehandlungen wie heiße Bäder oder Massagen tragen zum Abklingen der akuten Muskelverhärtungen bei. Bei wiederholten Myogelosen infolge des Trainings ist eine professionelle Fehleranalyse mit anschließender Umstellung anzuraten, um den Hartspann im Rücken ein für alle Mal loszuwerden.