dunkelhaarige Frau mit nacktem Rücken zur Kamera, hält sich Nacken und Rücken vor Schmerzen
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Hilfe bei Nacken- und Kreuzweh

Akute Rückenschmerzen erfolgreich bekämpfen

Akute, also plötzlich einsetzende Rückenschmerzen, sind in beinahe allen Fällen (98 Prozent) harmlos und verschwinden bei neun von zehn Betroffenen in wenigen Wochen von alleine wieder.

Die Schwere von Rückenschmerzen ist nicht unbedingt ein Gradmesser dafür, ob sich eine bedrohliche Erkrankung dahinter verbirgt oder nicht. So lassen sich oft trotz extrem starker Schmerzen keine sichtbaren Schädigungen der Wirbelsäule oder Krankheiten anderer Organe nachweisen. Umgekehrt leiden Patienten, bei denen schwerste Verschleißerscheinungen der Wirbelsäule im Röntgenbild oder in der Computertomographie sichtbar werden, häufig unter nur leichten oder gar keinen Symptomen.

Rückenschmerz ist ein Symptom mit vielfältigen Ursachen

Meist rühren sie von Verspannungen der Rückenmuskulatur her, die ihrerseits meist dem Bewegungsmangel oder aber zu einseitigen und heftigen Bewegungen geschuldet sind. Akute Rückenschmerzen können dabei auch zu Spannungskopfschmerzen führen.

Die Auslöser akuter Rückenschmerzen sind vielfältig. In den allermeisten Fällen stecken eher harmlose Gründe dahinter, wenn es im Nacken oder Kreuz zieht. Als Ursachen für akute Schmerzen kommen unter anderem in Frage:

Frauen klagen häufiger über akute Rückenschmerzen als Männer. Das mag unter anderem daran liegen, dass bei ihnen Schwangerschaft und Menstruation als Auslöser hinzukommen. Außerdem treten Rückenschmerzen häufig zu Beginn der Wechseljahre oder bei Osteoporose (Knochenschwund) auf. Rückenschmerzen können zudem ein Symptom gynäkologischer Erkrankungen wie Myome oder Endometriose sein.

Die meisten Rückenschmerzpatienten haben es im Kreuz

Bei Kreuzschmerzen im klassischen Sinne betreffen die Rückenprobleme den Bereich der Lendenwirbelsäule. Mit 62 Prozent aller Fälle handelt es sich um die häufigste Form des Rückenschmerzes. Der Bereich der Halswirbelsäule ist zu 36 Prozent und der der Brustwirbelsäule nur zu zwei Prozent betroffen. Die auftretenden Schmerzen sind besonders im akuten Fall häufig so stark, dass die Patienten eine Schonhaltung einnehmen müssen. Bestimmte Bewegungen oder Körperhaltungen verstärken den Schmerz und werden von den Betroffenen vermieden.

Symptome von akuten Rückenschmerzen

Manchmal schlagen akute Rückenschmerzen ganz plötzlich zu - so wie beim Hexenschuss (Lumbago). Oft machen sich Rückenschmerzen aber zunächst durch leichtere unspezifische Symptome wie Anspannung oder Morgensteifigkeit bemerkbar, ohne dass die Betroffenen dem Bedeutung beimessen. Die meisten akuten Rückenschmerzen verschwinden auch nach kurzer Zeit von alleine. Unter Umständen können sich daraus jedoch auch starke Beschwerden entwickeln, die den Lebensalltag und die Lebensqualität in erheblichem Maße beeinträchtigen.

Rückenschmerzen ernst nehmen

In den meisten Fällen handelt es sich selbst bei schweren Rückenschmerzen nicht um eine akut bedrohliche Erscheinung, sondern um Muskelverspannungen aufgrund von Fehl- und Überbelastungen. Bestimmte Beschwerden können jedoch auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. So sollte zur Abklärung unbedingt und so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden, wenn zusätzlich zu Rückenschmerzen Symptome wie Ziehen, Kribbeln, Taubheitsgefühl, Schwäche oder Lähmungserscheinungen in den Beinen auftreten oder die Urin- bzw. Stuhlausscheidung plötzlich nicht mehr willkürlich steuerbar sind.

Ein Bandscheibenvorfall oder auch ein Tumor im Bereich der Lendenwirbelsäule können der Grund dafür sein. Schmerzen, Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schwäche in den Schultern, Armen oder Fingern haben ihre Ursache mitunter in einer Schädigung der Halswirbelsäule und sind ebenfalls ernst zu nehmen.

Rückenschmerzen als Berufsrisiko

Bestimmte Berufsgruppen sind öfter von akuten Rückenschmerzen betroffen. Alten- und Krankenpfleger leiden besonders häufig an Rückenschmerzen, so eine Umfrage, die von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) und des Bundesinstituts für berufliche Bildung (BIBB) durchgeführt wurde. Sie ergab, dass die körperliche Belastung in Pflegeberufen verglichen mit anderen Berufszweigen besonders hoch ist. Langes Stehen, schweres Heben und Zwangshaltungen gehören im Pflegebereich demnach zum Alltag.

Daneben leiden nach den Ergebnissen einer Studie zu Fehlzeiten auf der Arbeit besonders Postangestellte und Arbeiter in Metallindustrie sowie Müllentsorgung an berufsbedingten Rückenschmerzen.

Bewegung hält akute Rückenschmerzen in Schach

Dass es beinahe jeder im Leben einmal mit akuten Rückenschmerzen zu tun bekommt, liegt auch an der speziellen Bauweise unserer Wirbelsäule und am aufrechten Gang. Das darf aber nicht als Ausrede dienen, sich in das "Schicksal" Rückenschmerzen zu fügen. Gerade akute Rückenschmerzen lassen sich mit Hexenschuss (Lumbago) und sanfter Bewegung gut in den Griff bekommen. 

Rückengesunder Sport lohnt sich sogar mehrfach, denn er beugt zugleich einer Chronifizierung der akuten Schmerzen vor und baut Stress sowie Übergewicht ab. Bettruhe ist dagegen meist kontraproduktiv und verschlimmert die Beschwerden. Neben Dehnung und körperlicher Aktivität helfen Wärme, Massagen und bestimmte Medikamente gut gegen akute Rückenschmerzen.