Eine Frau hält sich die Hand in den schmerzenden Nacken
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Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Schulterschmerzen – was steckt dahinter?

Schulterschmerzen sind weit verbreitet. Kein Wunder: Die Schulter gehört zu einem der komplexeren Gelenke des menschlichen Körpers. Durch ihren besonderen Aufbau ermöglicht sie einen sehr großen Bewegungsumfang. Im Gegensatz zu anderen Gelenken ist die knöcherne Führung gering, stattdessen wird die Stabilität der Schulter durch viele Bandstrukturen und Muskeln gesichert.

Durch ihren komplexen Aufbau neigt die Schulter zu Verletzungen und Schmerzen, die viele verschiedene Ursachen haben können. Dies macht es oft auch für erfahrene Ärzte nicht leicht, die Ursache der Beschwerden zu finden. Im Folgenden werden mögliche Ursachen von Schulterschmerzen sowie Tipps zur Behandlung und Heilung vorgestellt.

Arten von Schulterschmerzen

Schulterschmerzen können akut, beispielsweise nach einem Unfall, auftreten oder sich langsam über einen längeren Zeitraum entwickeln.

Treten die Schmerzen nach einem Sturz oder längerer körperlicher Belastung auf, kann es sich um eine einfache Verspannung handeln. Bei stärkeren plötzlichen Schmerzen sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden. Hierbei kann es sich um einen Bruch, eine Schultereckgelenkssprengung (Riss bestimmter Bänder im Schultergelenk) oder ein ausgekugeltes Gelenk handeln, was zügig behandelt werden sollte.

Von den akut auftretenden Schmerzen können die chronischen Schmerzen unterschieden werden. Oftmals treten diese immer wiederkehrend über eine längere Zeit auf. Typischerweise lassen sie sich durch bestimmte Bewegungen provozieren oder Betroffenen werden durch sie aus dem Schlaf gerissen.

Eine weitere Möglichkeit, Schulterschmerzen einzuteilen, ist nach der Herkunft. Es gibt beispielsweise Schmerzen, die durch Schädigung der Knochen und Knorpel, welche gemeinsam das Schultergelenk bilden, entstehen. Andere Schmerzen haben ihre Lokalisation primär im muskulären Bereich.

Schultergelenk als Auslöser – knöcherner Aufbau des Gelenks

Genau genommen besteht die Schulter nicht aus einem, sondern aus vier verschiedenen Gelenken, die ein maximales Bewegungsausmaß ermöglichen.

Das Schultergelenk selbst ist ein Kugelgelenk und umfasst den Oberarmknochen (Humerus), der mit seinem Kopf in der Gelenkpfanne hin und her gleiten kann. Zudem gleitet das Schulterblatt über die Rippen und bildet somit ein eigenes Gelenk.

Zusätzlich bildet das Schlüsselbein an jedem Ende noch ein Gelenk. Auf der einen Seite interagiert es mit dem Brustbein und am anderen Ende bildet es mit dem sogenannten Acromion (dem höchsten Teil des Schulterblatts) ein funktionelles Kugelgelenk.

Der Großteil der im Folgenden genannten Schultererkrankungen bezieht sich auf das Schultergelenk, das aus Oberarmknochen und Gelenkpfanne gebildet wird. Gewisse Erkrankungen können allerdings mehr als ein Gelenk der Schulter betreffen.

Schultergelenksluxation: Was tun bei ausgekugelter Schulter?

Eine häufige, sehr schmerzhafte Verletzung im Bereich des Schultergelenks ist das Auskugeln der Schulter, auch Luxation genannt. Das Schultergelenk neigt zu Luxationen, da das knöcherne Gelenkdach relativ klein ist und den Gelenkkopf nur wenig stabilisiert. Durch Stürze oder Unfälle, bei denen stark am Arm gezogen wird, kann es dazu kommen, dass der Gelenkkopf komplett aus der Pfanne springt.

Oft geschieht eine Luxation beim Fallen auf den ausgestreckten Arm. Danach hängt der Arm stärker herunter als auf der anderen Seite und eine Stufe, auch Epaulette genannt, ist sichtbar.

Da die Schmerzen sehr stark sind und auch eine Nervenverletzung mit dem Auskugeln einhergehen kann, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Ein Orthopäde kann mit einem geschulten Handgriff die Schulter schnell wieder einrenken und sich vergewissern, dass keine weiteren Verletzungen bestehen.

Anschließend sollte der Arm am besten eine Woche lang ruhig gehalten werden. Danach empfiehlt sich eine regelmäßige Physiotherapie mit gezielten Übungen, um eine erneute Luxation zu verhindern.

Arthrose der Schulter

Eine primäre Arthrose der Schulter (also ein Gelenkverschleiß ohne bekannten Auslöser) ist im Gegensatz zur Arthrose im Knie- oder Hüftgelenk sehr selten, da bei Belastung der Schulter weniger die knöchernen Strukturen und mehr die sie umgebenden Weichteile beansprucht werden.

Durch vorangegangene Brüche, Luxationen oder Entzündungen im Bereich der Schulter kann es allerdings auch hier zu einer sekundären Arthrose mit den typischen röntgenologisch sichtbaren Veränderungen kommen. Symptome sind ein steifes, schmerzhaftes Gelenk und beim Röntgen ist eine verschmälerter Gelenkspalt sichtbar.

Behandelt wird die Arthrose bei leichten Verlaufsformen vor allem durch Krankengymnastik und Schmerzmittelgabe. Zusätzlich können Wärmeanwendungen, eine gesunde Ernährung und Gewichtsabnahme hilfreich sein.

Bei einer akuten Schulterentzündung (also eine Arthrose, die in ein entzündliches Stadion übergeht) sollten die Bewegungstherapie gestoppt und das Gelenk stattdessen ruhiggestellt und gekühlt werden.

In schweren Fällen der Arthrose kann ein operativer Gelenkersatz notwendig werden.

Die Rotatorenmanschette – Funktion und Aufbau

Die Rotatorenmanschette ist eine der wichtigsten Strukturen der Schulter. Sie besteht aus vier Muskeln, die gemeinsam die Stabilität der Schulter gewährleisten. Die Sehnen der Muskeln umgeben den Oberarmkopf von allen Seiten und strahlen zum Teil auch in die Gelenkkapsel. Gleichzeitig ist jeder Muskel für die Ausführung bestimmter Bewegungen verantwortlich, wie zum Beispiel das seitliche Abstrecken des Armes oder die Innen- und Außenrotation.

Diese vier Muskeln sind: 

  1. Musculus supraspinatus
  2. Musculus infraspinatus
  3. Musculus subscapularis 
  4. Musculus teres minor

Zusätzlich ist das Schultergelenk von mehreren Schleimbeuteln umgeben, die als eine Art Polster dienen. Sie liegen zwischen den Muskeln, beziehungsweise deren Sehnen, und dem Knochen und ermöglichen es diesen, aneinander entlang zu gleiten. Im Schultergelenk sind drei größere Schleimbeutel zu finden, die teilweise miteinander in Verbindung stehen.

Was ist ein Rotatorenmanschettensyndrom?

Rotatorenmanschettensyndrom ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen im Schulterbereich, die nicht das knöcherne Gelenk betreffen. Hierzu zählen verschiedene Verschleißerkrankungen der Rotatorenmanschette, sowie Entzündungen des Schleimbeutels und der Muskelsehnen.

Häufige Erkrankungen in diesem Bereich sind:

  • Das Impingement-Syndrom
  • Eine Kalk-Schulter
  • Eine Schleimbeutelentzündung

Impingement-Syndrom: Ursachen und Symptome

Das Impingement-Syndrom ist eine sehr häufige Krankheit, die zu Schulterschmerzen führt. Man geht davon aus, dass bis zu zehn Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens von diesem Syndrom betroffen sind.

Ursache ist – vereinfacht gesagt – eine anatomische Schwachstelle der Schulter: der Verlauf der Sehne des Musculus supraspinatus. Die Sehne verläuft in einem Kanal unterhalb eines knöchernen Daches, gebildet aus dem Acromion und Teilen des sogenannten Processus coracoideus.

Kommt es in diesem Bereich zu Verengungen, wird beim Abstrecken des Armes die Sehne des Musculus supraspinatus eingeklemmt. Dies führt zu starken Schulterschmerzen, was das Heben des Armes unmöglich machen und zu merklichen Kraftverlusten führen kann. Zudem äußert sich ein Impingment bei Betroffenen oftmals im Schlaf: Beim Liegen auf der erkrankten Seite klagen sie über starke Schmerzen oder werden nachts mehrfach durch die Schmerzen geweckt.

Bei einem Impingement-Syndrom in der Schulter ist der Raum unterhalb des Acromions zu eng. Dies kann durch viele verschiedene Krankheiten bedingt sein:

  • Einerseits können Formvarianten der am Schultergelenk beteiligten Knochen zu einer stärkeren Verengung führen.
  • Deutlich häufiger aber werden die Symptome des Impingements durch entzündliche Prozesse innerhalb der Muskelsehnen oder der Schleimbeutel verursacht.

Dementsprechend ist das Impingement-Syndrom auch keine Krankheit im engeren Sinne, sondern vielmehr eine Konstellation von Symptomen, die bei verschiedenen Krankheiten auftreten können.

Diagnose und Behandlung bei Impingement in der Schulter

Ein typisches diagnostisches Merkmal des Impingments ist der „painful arc“, zu Deutsch: schmerzhafter Bogen. Dieser Begriff beschreibt ein verstärktes Auftreten der Schulterschmerzen bei einem seitlichen Abstrecken des Armes zwischen 60 Grad und 120 Grad. Bei dieser Bewegung verengt sich der Bereich zwischen Sehne und Knochendach am meisten und die Schmerzen sind am stärksten. Bei einem kleineren oder größeren Winkel sind die auftretenden Schmerzen üblicherweise etwas geringer.

Schildert ein Betroffener diese typischen Schmerzen seinem Arzt, wird in der Regel ein Röntgenbild veranlasst. Durch dieses können mögliche Erklärungen für die Verengung, wie zum Beispiel knöcherne Ursachen oder auch Kalkablagerungen in der Sehne, sichtbar werden.

Die Therapie richtet sich immer nach der Ursache. Ist diese entzündlicher Natur, können eine Ruhigstellung der Schulter und Kältetherapie hilfreich sein. Auch eine Schmerzmittelgabe, eventuell als Injektion, ist möglich. Für viele Betroffene ist die vorübergehende Schmerzfreiheit eine große Erleichterung.

In selteneren Fällen bleibt ein Impingment-Syndrom auch nach umfassender Therapie bestehen. In diesem Fall kann eine operative Erweiterung des Subacromialraumes notwendig werden, um die Schmerzen des Betroffenen einzudämmen und Kraftverluste zu verhindern.

Kalkschulter: Kalkeinlagerungen in der Schulter

Die Kalkschulter entsteht, wie der Name schon andeutet, durch Kalkeinlagerungen – vor allem in der Sehne des Musculus supraspinatus, aber auch in den Sehnen des Musculus infraspinatus und subscapularis. Besonders häufig betroffen sind Menschen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Als mögliche Ursache dieser Erkrankung wird eine Minderdurchblutung der betroffenen Sehnen diskutiert.

Die Symptome beginnen schleichend mit leichten, dumpfen Schmerzen in der Schulterregion. Die Schmerzintensität variiert mit der Größe der Kalkdepots. Diese Schmerzen können entweder spontan wieder abheilen oder in Intervallen stärker werden.

Werden die Schmerzen stärker, liegt das meist daran, dass die chronisch veränderlichen Prozesse in der Schulter in eine akute Entzündung übergegangen sind, die mit Rötung, Wärme und Schwellung einhergeht.

Verlauf einer Kalkschulter

Eine Kalkschulter wird in mehrere Stadien unterteilt:

  • Formationsphase
  • Ruhephase
  • Resorptionsphase

In der Formationsphase bildet sich, wie der der Name schon vermuten lässt, das Kalkdepot, beziehungsweise mehrere kleine Depots, was häufig der Fall ist. In diesem Stadium können leichte Schmerzen auftreten, meist bleibt die Erkrankung allerdings unentdeckt.

In der Ruhephase verbinden sich die kleineren Depots oftmals zu einem Großen und kapseln sich von der Umgebung ab. Auch diese Phase verläuft nahezu „stumm“. Sehr große Kalkdepots können allerdings eine Impingment-Symptomatik mit den bereits beschriebenen typischen Anzeichen verursachen.

In der Resorptionsphase beginnt der Körper mit dem Versuch, das Depot abzubauen. Verschiedene Zellarten umlagern das Kalkdepot und versuchen, es zu resorbieren. Dabei schütten sie auch viele Botenstoffe aus, was letztendlich zu einer Entzündungsreaktion und starken Schmerzen führt. Beim Übergang in die akute Entzündung können Kalkablagerung in den Schleimbeutel der Schulter (Bursa subacromialis) gelangen.

Eine Kalkschulter erkennen und behandeln

Die Diagnose Kalkschulter kann oftmals durch ein konventionelles Röntgenbild gestellt werden, auf dem Kalkeinlagerungen erkennbar sind. Ein typisches Anzeichen für eine Kalkschulter in der Untersuchung ist zudem eine erhöhte Druckempfindlichkeit vorne an der Schulter.

Die Behandlung der Kalkschulter erfolgt meist konservativ. Die Einnahme von Schmerzmitteln und Ruhe sollten ausreichen, um die akute Entzündung zu überstehen. Bei sehr starken Schmerzen ist auch eine lokale Betäubungsmittelgabe in das Gelenk möglich.

Wenn sich auch drei bis sechs Monate nach Beginn der konservativen Therapie keine Besserung zeigt, können weitere Behandlungsmethoden zum Einsatz kommen. So zum Beispiel die extrakorporale Stoßwellentherapie, bei der versucht wird, durch starke Druckwellen das Kalkdepot anzugreifen.

Schleimbeutelentzündung (Bursitis subacromialis)

Auch eine Schleimbeutelentzündung kann ein Auslöser von Schulterschmerzen sein. Hierbei entzündet sich meist die Bursa subacromialis, ein Schleimbeutel, der sich zwischen dem Schultergelenk und der Sehne des Musculus supraspinatus befindet. Diese Entzündung kann akut auftreten, aber auch eine chronische Verlaufsform, bei der die Schulter sich immer wieder entzündet und für Schmerzen sorgt, kommt vor.

Mögliche Ursachen sind eine zu starke Belastung, insbesondere ein häufiges Anheben des Armes wie zum Beispiel beim Tennisspielen, oder eine Infektion, bei der von außen Keime in den Schleimbeutel eintreten. Letzteres ist deutlich seltener und entsteht vor allem bei offenen Verletzungen. In einigen Fällen kann die Entzündung auch vom Schleimbeutel auf umliegende Sehnen übergreifen.

Eine Bursitis äußert sich meist durch eine von außen sichtbare Schwellung und Rötung sowie starke Schmerzen bei der Bewegung des Armes. Der betroffene Bereich ist druckempfindlich.

Therapeutisch wird vor allem eine Schonung des Armes empfohlen. Betroffene empfinden das Kühlen des Armes oftmals als angenehm.

Weitere Ursachen von Schulterschmerzen

Neben den knöchernen Ursachen und den Erkrankungen, die zum Rotatorenmanschettensyndrom zählen, gibt es noch eine Vielzahl weiterer Erkrankungen und Syndrome, die zu Schulterschmerzen führen können.

Hierbei sind die Ursachen oftmals unklarer oder die Schmerzen kommen nicht direkt von der Schulter, sondern strahlen bis zu ihr aus. Zu diesen Ursachen zählen:

  • Frozen Shoulder (beziehungsweise Stiff Shoulder)
  • Schulter-Arm-Syndrom
  • Ausstrahlende Schmerzen
 

Was ist eine Frozen Shoulder?

Der Begriff Frozen Shoulder, auch als Schultersteife bezeichnet, beschreibt eine starke Bewegungseinschränkung der Schulter in alle Bewegungsrichtungen. Die Schulter verhält sich dabei wie eingefroren und jede Bewegung schmerzt. Meist sind vor allem das Abstrecken des Armes und die Rotation sehr schmerzhaft. Die Symptomatik ähnelt der des Impingement-Syndroms.

Eine primäre Schultersteife entsteht – soweit bisher bekannt – ohne erkennbare Ursachen. Eine sekundäre Schultersteife kann nach einer längeren Ruhigstellung der Schulter, beispielsweise mit einem Gips, entstehen oder nach Unfällen, die zu einer muskulären Verspannung und Schonhaltung führen. Diese zweite Form wird in Abgrenzung zur Frozen Shoulder auch als Stiff Shoulder bezeichnet.

Da die Ursachen dieser Erkrankung oftmals nicht klar sind, gibt es keine eindeutigen Therapieempfehlungen. Betroffene sollten versuchen, mit bestimmten Übungen die Schulter mobil zu halten. Bei starken Schmerzen kann die Einnahme von Schmerzmitteln sinnvoll sein.

Zudem ist es ratsam, auch die gesunde Schulter mit zu trainieren, da circa 20 Prozent der Betroffenen beidseits, das heißt sowohl rechts als auch links, an einer Frozen Shoulder erkranken.

Was ist ein Schulter-Arm-Syndrom?

Auch ein Schulter-Arm-Syndrom kann Grund für Schmerzen in der Schulter sein. Cervicobrachialgie ist der Fachbegriff für dieses Krankheitsbild: Es beschreibt einen Schulterschmerz, der in den Arm ausstrahlt.

Die Ursachen für die Schmerzen im Arm und Schulter sind sehr verschieden, meist liegt aber nur eine einfache Verspannung im Nacken- oder Schulterbereich zugrunde. Doch auch bestimmte Krankheiten, wie zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall oder eine Sehnen- oder Schleimbeutelentzündung, können ein Schulter-Arm-Syndrom auslösen. Dementsprechend ist eine genaue Abklärung der Ursache für die auftretenden Schmerzen sinnvoll, um eine geeignete Behandlung festlegen zu können.

Eine ausführliche körperliche Untersuchung, gegebenenfalls unterstützt durch bildgebende Verfahren, hilft dabei, ernste Ursachen für die Schmerzen im Arm und der Schulter auszuschließen.

Wird die Diagnose Schulter-Arm-Syndrom gestellt, richtet sich die Therapie nach der Ursache. In den meisten unkomplizierten Fällen empfiehlt sich Physiotherapie mit Übungen, die auch zu Hause durchgeführt werden können. Auch die Gabe von Schmerzmitteln ist oftmals sinnvoll.

Ausstrahlende Schmerzen

Neben den typischen Erkrankungen, die sich tatsächlich im Bereich der Schulter abspielen, gibt es auch eine Reihe von Erkrankungen, die in den Bereich der Schulter ausstrahlen und mitunter starke Schmerzen verursachen können.

So kann zum Beispiel nach zu intensivem oder falschem Muskeltraining (insbesondere beim Bodybuilding) eine Reizung oder Entzündung der Bizepssehne auftreten. Die Schmerzen sind dabei als dumpfe bis stechende Schmerzen vorne an der Schulter spürbar und können in den Oberarm bis hin zum Ellenbogen ausstrahlen.

Strahlen Schmerzen plötzlich vom Brustkorb in die linke Schulter aus, kann es sich auch um einen Herzinfarkt handeln. Hierbei treten zusätzlich zu den Schulterschmerzen links meist noch ein Engegefühl im Brustkorb, Angst und Übelkeit auf. Ist dies der Fall, sollte umgehend ein Arzt oder Rettungsdienst kontaktiert werden.

Diagnostische Maßnahmen bei Schulterschmerzen

In vielen Fällen kann ein Arzt oder Orthopäde bereits aufgrund der Anamnese (Krankengeschichte) und einigen körperlichen Untersuchungen eine Verdachtsdiagnose stellen. Zudem können Röntgenbilder angefertigt werden, um Veränderungen an den Knochen sichtbar zu machen.

Erkrankungen im Bereich der Rotatorenmanschette können häufig mithilfe einer Ultraschalluntersuchung der Schulter festgestellt werden. Auch eine Kernspintomografie (MRT) kann helfen, die Weichteile des Schultergelenks zu untersuchen. Wird die Ursachen der Schulterschmerzen so nicht gefunden, kann eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) durchgeführt werden.

Hausmittel: Was tun bei Schulterschmerzen?

Schulterschmerzen sollten am besten ärztlich abgeklärt werden – vor allem wenn starke Schmerzen sehr plötzlich auftreten, wenn die Schmerzen länger andauern oder sich zusätzliche Symptome wie ein Kribbeln in den Fingern bemerkbar machen. Bei leichten Schmerzen können Betroffene jedoch zunächst auf Hausmittel zurückgreifen, um die Schmerzen zu lindern. Dazu gehören beispielsweise:

  • sanfte Massagen
  • Tapes
  • Übungen zur Stärkung der Rücken- und Schultermuskulatur (zum Beispiel aufrechtes Sitzen)
  • Wärme oder Kälte (je nach Ursache)
 

Was hilft gegen Schulterschmerzen: Wärme oder Kälte?

Ob Kälte oder Wärme bei Schulterschmerzen am besten hilft, entscheidet sich vor allem nach der Ursache. Muskuläre Verspannungen sprechen besonders gut auf Wärme an. Dies hilft den Muskeln, sich zu entspannen und sorgt für Schmerzlinderung.

Bei Schulterschmerzen, die auf einer Entzündung beruhen, zum Beispiel bei einer Bursitis, ist Kälte oftmals hilfreicher. Die betroffene Stelle ist meist bereits erwärmt und gerötet, sodass Kälte ein wenig zur Linderung der Symptome beiträgt.

Welche Schmerzmittel helfen bei Schulterschmerzen?

Bei Schulterschmerzen werden meist sogenannte Nichtsteroidale Antirheumatika (NSARs) empfohlen. Hierzu zählen zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac. Diese Medikamente wirken zusätzlich zu ihrer schmerzstillenden Wirkung auch noch entzündungshemmend.

Bei stärkeren Schmerzen ist auch die Gabe von höher dosierten Schmerzmitteln möglich. Die genaue medikamentöse Therapie sollte immer mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Welche Übungen helfen bei Schulterschmerzen?

Bei Schulterschmerzen gibt es eine Reihe verschiedener Übungen, die helfen können, das Gelenk und seine Muskeln zu stärken.

Betroffene sollte beachten, dass während einer akuten Entzündung oder direkt nach einer Luxation jede Bewegung des Gelenkes kontraproduktiv ist. Hier lohnt es sich, abzuwarten, bis der Schmerz komplett abgeheilt ist, um danach die Muskeln gezielt zu trainieren.

Um passende Übungen für die jeweiligen Schulterschmerzen zu erlernen, lohnt sich der Gang zum Physiotherapeuten. Der Hausarzt kann Betroffenen, wenn notwendig, pro Rezept sechs Physiotherapie-Behandlungen verschreiben. Danach sollten die erlernten Übungen auch zu Hause weitergeführt werden, um erneute Schmerzen in der Schulter zu verhindern.