Tag der Rückengesundheit

Wie Resilienz im Umgang mit Rückenschmerzen hilft

Das Geheimnis von innerer Stärke und Stressresistenz

Als Resilienz bezeichnen Psychologen die Fähigkeit, aus Krisen neue Stärke zu ziehen. Resilienz ist allerdings nicht angeboren, sondern man kann sie gezielt fördern. Das nützt der Psyche und kann auch im Umgang mit Rückenschmerzen helfen.

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Stark trotz Gegenwind: Resilienz heißt, aus Krisen neue Kraft zu ziehen. Diese Fähigkeit der Psyche gezielt zu fördern, hilft auch im Umgang mit Rückenschmerzen. Es lässt sich zum Beispiel eine Chronifizierung verhindern.
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Der Begriff Resilienz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "Abspringen", "Abprallen" oder auch "Zurückspringen". Vor allem in letzterer Bedeutung haben verschiedenen Wissenschaften das Resilienzkonzept aufgegriffen. In der Biologie etwa bezeichnet Resilienz die Fähigkeit eines Ökosystems, nach einem störenden Eingriff seinen Grundzustand wiederherzustellen. In vielen anderen Disziplinen bedeutet Resilienz schlichtweg, dass ein Stoff nach Verformung wieder in seine ursprüngliche Form übergeht.

Resilienz heißt psychische Widerstandsfähigkeit

Am meisten Bedeutung hat die Resilienzforschung aber in der Psychologie. Hier meint der Begriff die Fähigkeit mancher Menschen, nach Schicksalsschlägen und Lebenskrisen nicht aufzugeben, sondern Misserfolge unbeschadet zu überstehen, ja sogar gestärkt aus den Krisen hervorzugehen. Eine einfache Umschreibung des Resilienzbegriffs ist das "Stehaufmännchen" – jeder kennt wohl einen Menschen dieses Typs.

Die psychische Widerstandskraft ist weit verbreitet, denn die menschliche Psyche verfügt über unglaubliche Anpassungsfähigkeit. Menschen mit großer Resilienz vertrauen dabei nicht auf den Zufall. Sie haben gelernt, dass sie ihr Schicksal selbst in der Hand haben (Kontrollüberzeugung) und ergreifen Chancen, die sich ihnen bieten. Außerdem können resiliente Menschen ihre eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten meist realistisch einschätzen.

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Stress, Ärger und Anspannung schaden dem Rücken. Meditation und andere Entspannungstechniken sowie eine gesunde Portion Optimismus dagegen helfen ihm.
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Was Resilienz mit Rückenschmerzen zu tun hat

Kein Wunder also, dass Resilienz auch bei der Bewältigung von (chronischen) Rückenschmerzen eine Rolle spielt. Sich der Resilienzförderung zu widmen, kann zum Beispiel helfen, die Schmerzen gar nicht erst entstehen zu lassen, sie nicht so sehr an sich heranzulassen oder aber bestehende Beschwerden aktiv anzugehen. Denn ein Großteil der Rückenschmerzen kann beispielsweise durch Bewegung und weitere Verhaltensanpassungen bekämpft oder zumindest deutlich gelindert werden.

Gerade chronische Rückenschmerzen lassen sich dabei nur selten am Ausmaß der diagnostizierbaren Schäden an der Wirbelsäule ablesen, wie auch Rücken-Experte Dr. Martin Marianowicz im Interview betont. Vielmehr spielen kognitive, emotionale sowie Verhaltensaspekte bei der Schmerzverarbeitung und -bewältigung die Hauptrolle. Diese Erkenntnisse aus der Rückenschmerzforschung machen deutlich, wie sinnvoll es ist, das Resilienzphänomen für die Neue Rückenschule zu nutzen.

Chronische Rückenschmerzen mit Resilienz lindern

Das Motto des Tags der Rückengesundheit 2015 lautete passend dazu "Sie haben es in der Hand – Rückenschmerzen bieten Chancen". Die Idee dahinter: Mögen die Schmerzen auch den Alltag und häufig sogar die Lebensqualität einschränken, so sollten Rückenbeschwerden auch genutzt werden, um die eigene Einstellung zum Schmerz zu überdenken, Bewegungsmuster und Gewohnheiten zu hinterfragen.

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Das Auftreten von akuten Rückenschmerzen können Betroffene zum Beispiel zum Anlass nehmen, ihre innere Einstellung zum Schmerz anzupassen und so langfristig zu einem rückenfreundlichen Lebensstil zu finden. Dadurch können Rückenschmerzen durchaus eine Chance bieten, gestärkt aus einer "Krise" zu gehen und eine Chronifizierung des Schmerzes zu verhindern.

Die Schirmherrin des Aktionstags, Helga Kühn-Mengel, begrüßt das diesjährige Motto. Es stelle in den Vordergrund, dass wir "stets von der Gesundheit und nicht von der Krankheit denken sollten", so die SPD-Bundestagsabgeordnete und Präsidentin der Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung, "also nicht immer nur fragen: 'Was macht uns krank?', sondern vielmehr darüber nachdenken, was uns gesund erhält oder gesund macht!" Denn nicht nur die körperliche, sondern eben gerade die seelische Widerstandsfähigkeit sei ein wesentlicher Schutzfaktor für die Gesundheit.

Diese Faktoren fördern Resilienz

Wie aber lässt sich Resilienz aufbauen, um die Bewältigung von Rückenschmerzen selbstbestimmt anzupacken? Die Antwort liefert die Resilienzforschung. Psychologen konnten folgende Faktoren ausmachen, welche die Resilienz eines Menschen ausmachen:

Auch das Umfeld ist wichtig für Resilienz

Resilienz ist also kein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal, sondern eine komplexe, individuelle und vor allem erlernbare Kompetenz. Wichtig dabei: Die  Resilienzförderung sollte nicht als Selbstoptimierung missverstanden werden! Neben der Anpassung von Einstellung und Verhalten sollte man daran denken, zum Beispiel auch Freizeit- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, die ein zufriedenstellendes und gesundheitsförderndes Leben überhaupt erst möglich machen.

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